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Linie WolMiagen.
(Tafel XIX.)
1. Graf Otto.
1(184» — 1755.
(Siehe Taf. XVIII. 25, Vater von No. 2 bis 8.)
geboren zu Berlin 5. Juni 1684, war Königlich Preussischer Kammerherr und lebte am Berliner Hofe.Seit 7. April 1728 war er Bitter des Johanniter-Ordens und erhielt 1737 den Schwarzen Adler-Orden. Zur Zeit des Königs Friedrich Wilhelm I machte er in Berlin ein glänzendes Haus aus; verkauftejedoch 1738 sein Haus, zog nach Wolfshagen, 2 > woselbst er sich von 1724 bis 1738 ein neues Schlosserbaut hatte, 3 ' und lebte dort in strenger Einschränkung und Einförmigkeit , bis er daselbst im 71 stcn Lebens-jahre am 2. Januar 1755 starb.
Die Wolfshagensch en Güter hatte er 1705 vom Yater geerbt. Sie bestanden damals aus: Wolfs-hagen, Schlepkow, Hetzdorf, Hildebrandshagen, Damerow und Städtchen Fürstenwerder in der Uckermark,sowie aus Mildenitz in Meklenburg. Dazu legte er als Vorwerke 1725 Amalienhof, 1750 Ottenhagen undetwa um dieselbe Zeit Carlslust neu an. 4 >
Im Jahr 1712 war ihm auch die Belehnung mit den in Meklenburg belegenen vormals von Blancken-burgschen Gütern ertheilt, 5 > deren Anwartschaft schon sein Grossvater, der Oberpräsident (Taf. XVIII. 1),erhalten und von welchen Mildenitz bereits von seinem Vater (Taf. XVIII. 4) erworben und auf ihn mit-vererbt war. Er erhob darauf Ansprüche an Leppin, welches inzwischen in den Besitz der Familievon Oertzen gekommen war, 6 ) sowie an Gross-Daberkow, welches ein Herr von Dewitz besass. Trotz lang-wieriger Prozesse 7 ' gelangte er nicht in den Besitz dieser Lehen. 8 )
Im Lehnbrief von 1715 wurden ihm seine väterlichen Lehen bestätigt. 9 )
Graf Otto war zweimal vermalt: 1) 24. März 1713 mit Elisabeth Esperance Gräfin zu Dohna,Tochter des Holländischen Generals Johann Friedrich Reichsburggrafen und Grafen zu Dohna-Ferassieresund der Elisabeth geb. Gräfin Mackarty aus England; geboren 1693, starb 6. Februar 1721.
2) zu Berlin 28. März 1723 10 )mit Charlotte Eleonore Amalia Dorothea Gräfin von Dönhoff,Tochter des Königl. Preuss. Geh. Staatsministers, Generallieutenant und Ritter des Schwarzen Adler-Ordens,
1) Auf Stammtafel XVIII. 25 steht irrthümlich 1681. 2) Nach den in Wolfshagen befindlichen handschriftlichen Aufzeich-nungen der Gräfin Cecile Dönhoff: Einzelne Züge aus dem Leben Otto Alexanders Grafen Schwerin (No. 8), hatte der Wolfshagener
Schlossbau seine Mittel erschöpft, so dass er das gewohnte glänzende Leben und gastliche Haushalten in Berlin nicht fortsetzen
konnte. Mit unerschütterlicher Beharrlichkeit die von starkem Willen und festen Charakter zeugt , verh? rte er darauf in einer neuen,der alten völlig entgegengesetzten Lebensordnung. 3) Es wurden dazu die Steine von der alten Burg aus den Zeiten der Blanckenburgsbenutzt, von welcher noch ein gewaltiger Thurm als ehrwürdige Erinnerung und eine Zierde des Parks von Wolfshagen steht.
4) Wegen des unverhältnissmässig grossen Bestandes an Forsten bei der Wolfshagenschen Begüterung sind mehrfach bedeutendeAbholzungen und Rodungen vorgenommen, und die dadurch Leer gewordenen Ländereien zu Gütern gemacht. Vgl. auch insbe-
sondere bei No. 18. 5) Sein Bruder (Taf. XVIII. 24) erhielt die gesammte Hand. Jedoch sollten Beide ihr angebendes Recht
auf Göhren als ein vonnahlig gewesenes Blanckenburgisches Lehn-Guth, dessen Belehnung sie gleichfalls gesucht, gegen den Besitzer
ausmachen. Letzterer war damals Michael Christoph von Brockhusen. 6) Ein Vergleich vom 30. Juli 1736 beliess Leppin gegen
eine Abfindung der verwittweten Frau von Oertzen auf ihre Lebenszeit. Doch 1761 wurde die Familie von Oertzen mit Leppin
förmlich belehnt. 7) Die Prozess-Acten wegen Daberkow im Schweriner Archiv reichen von 1721 bis 1754. 1751 schwebte der
Prozess bei dem Kaiserlichen Reichshofrath zu Wien. — Betreffende Acten auch im Geh. Staats-Archiv zu Berlin. 8) Dagegenerwarb sein Sohn Otto Alexander (No. 8) 1765 das Lehngut Gross-Daberkow. 9) U. B. II. 688. 10) Kirchenbuch des Doms zuBerlin. Andere Nachrichten setzen den 2. Januar.
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