17.
Linie Alt-Lanclsberg mit Linie Walsleben.
(Tafel XVIII.)
1. Freiherr Otto.
1616 — 1679.
(Siehe Taf. XVII. 4, Vater von No. 2 bis 17.)
war erster Minister und Ober-Präsident des Geheimen Raths unter der Regierung des grossen Kur-fürsten von Brandenburg und gehört zu den verdienstvollsten Männern der Brandenburgischen Geschichte.Mit dem Helden von Prag, dem Feldmarschall Friedrichs des Grossen, ist er Einer der Hauptträger desRuhms seines Namens und Geschlechts.
Er war seiner Zeit der hervorragendste und einflussreichste Staatsmann im deutschen Reiche; zugleichdes grossen Kurfürsten und dessen erster Gemalin, der edlen Oranierin, vertrautester Freund und Berather;endlich auch der Erzieher der Kurfürstlichen Prinzen, insbesondere des nachmaligen ersten PreussischenKönigs.
Eine besondere Lebensbeschreibung dieses bedeutenden Mannes, welcher so wesentlichen Antheil ander Grundlegung, Gestaltung und Grösse des Preussischen Staates hat, ist bis jetzt nicht vorhanden, 1 ) undleider kann auch an dieser Stelle von seinem nach den verschiedensten Richtungen hin thätigen und erfolg-reichen Wirken nur ein kurzer Abriss gegeben werden.
Otto wurde geboren am 8. März 1616 2> und bezog 1633 das Gymnasium zu Stettin, 3 > woselbst zuseinen Lehrern der bekannte Pommersche Geschichtsschreiber Johann Micraelius gehörte. 4 ) In dieses Letz-teren Hauszuclit befand sich derzeit auch Vivigenz von Schwerin, der Erbe von Spantekow (Taf. VIII. 53),mit welchem Otto innige Freundschaft schloss und mit welchem gemeinsam er sich 1634 auf die Uni-versität Greifswald 6 ) begab. Dort verfasste er, als unverhofft Vivigenz im Alter von 17 Jahren am 18. Oc-tober 1634 starb, in höchster Trübniss über solches seines geliebten Freundes Absterben ein Trauergedicht 6 )und hielt ihm auch am 9. December j. J. eine lateinische Gedächtnissrede.
1) Die ausführlichsten und zuverlässigsten Nachrichten über den Ober-Präsidenten sind enthalten in Leopold v. Orlich's
Geschichte des Preussischen Staates im 17. Jahrhundert, mit besondere.r Beziehung auf das Leben des grossen Kurfürsten, Berlin 1838.Darin findet sich auch im 1. Th. S. 247 ff. eine kurze Biographie des Freiherrn, sowie im selben Theil S. 573 bis 635sehr ausführliche Auszüge aus seinem eigenhändigen Erziehungs-Journal, und endlich sind im 3. Theil zahlreiche auf den Ober-Präsidenten bezügliche Schriftstücke, eigenhändig von der Kurfürstin an ihn gerichtete Briefe, von ihm verfasste geistlicheLieder und vieles Andere, abgedruckt. — Weiter enthalten biographische und sonstige Nachrichten über ihn: Dr. Fr. Förster,Neuere und neueste Preussische Geschichte, Suppl. 1. Th. S. 223. — Zedler's Universal-Lexikon, Th. 36 S. 456. — Pauli,
Allg. Preuss. Staatsgeschichte, Halle 1764, VII. S. 4 ff. und an vielen anderen Stellen. — Pufendorf, de reb. gestis Frieder.Wilh. Elect. Brandenb. an vielen Stellen. — Dr. Ed. Vehse, Geschichte des Preuss. Hofes und Adels. Hamburg 1851, 1. Th.
S. 191 ff. — Küster, Alt- und Neu-Berlin 3. Th. Zusätze S. 637. — Cosmar, der wirkliche Geh. Staatsrath, Berlin 1805,
S. 350. — Anonymi Chronicon Berolinense anno 1307 usque ad 1690, Mscpt., Anno 1651. — In neuester Zeit hat R. v. Holly,Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Marne im Schleswigschen, die staatsmännische Thätigkeit Otto's von Schwerin unter derRegierung des grossen Kurßirsten zum Gegenstand einer höchst interessanten Abhandlung gemacht, welche bis jetzt in 2 Ab-theilungen in den Schul-Programmen von Neustadt-Eberswalde (1874) und Marne (1876) erschienen ist, und welche zunächst Otto's
Wirken bis zum Jahr 1658 schildert. 2) Als Otto's Geburtsort wird bei Orlich, Geschichte des Preuss. Staates im 17. Jahr-hundert, Stettin genannt. Vgl. Anm. 2 auf S. 7 bei v. Holly a. a. 0. 3) Album des Stettiner Gymnasium, 1. Th. 4) In einereigenhändigen Aufzeichnung nennt der Ober-Präsident denselben als Taufzeugen seiner 2. Tochter: mein alter Praeceptor. 5) Ein-geschrieben bereits 6. September 1630. 6) Dasselbe ist abgedruckt auf S. 181 dieses Buches.
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