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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
Seite
282
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Linie Alschwangen in Cnrland.

(Tafel XVI.)

1. Jacob.

1529 1585.«

(Siehe Taf. IX. 9, Vater von No. 2 bis 4.)

geboren 1529, 2 > ward 1539 vom Herzog Albrecht von Preussen 3 ) und besonders von dessen Gemalin 4 ) voreinen szon aufgenommen*) und zunächst mit deren Tochter, der Prinzessin Anna Sophie, 6 ) zusammen er-zogen. Als er aber, bald nach dem 1547 erfolgten Tode der Herzogin, durch den Tod seines Vaters') inden Besitz eigener Mittel gelangte, gewährte ihm der Herzog zunächst keine weitere Unterstützung, 8 ) be-schied vielmehr auch das Gesuch, welches Jacobs Brüder (Taf. X. 1 und XIII. 1), im Verein mit demGrosshofmeister (Taf. VIII. 5), 1549 dieserhalb an ihn richteten, abschläglich; 9 ) fügte jedoch die Versiche-rung bei, dass er sonst ihm thunlich gnädig befunden werden wolle.

Das zeigte er denn auch bald und fortdauernd durch die That. So versah er ihn 1550, als Jacobnach mehrjährigen Studien in Königsberg die Universität Wittenberg bezog, mit einer Empfehlung 10 ) dort-hin an Philipp Melanchthon, den berühmten Freund Luthers; gewährte ihm dann 1551 auch wieder diebis dahin entzogene Unterstützung 11 ) und schrieb ihm eigenhändig 12 ) in väterlich wohlwollender Weise; erempfahl ihm besonders die Juristerei und verhiess ihm, er solle, wenn er sein gebührend Alter erreicht, zuehrlichen Stellen gern gebraucht werden. Auch zeugen Jacobs Briefe an den Herzog aus jener Zeit vondem stets ungetrübten nahen Verhältniss zu diesem. 13 ) Zu Anfang des Jahres 1554 studirte Jacob in Padua,von wo aus er dem Herzoge in einem langen Briefe 14 ) Bericht erstattet. Er spricht darin die Absicht aus,Padua aus Gesundheitsrücksichten zum nächsten Sommer zu verlassen und in Ingolstadt oder Speier weiterzu studiren. Wir erfahren nicht, ob er dieses Vorhaben ausgeführt hat. Jedenfalls war er am 25. December1556 nach Königsberg zurückgekehrt, denn an diesem Tage erhielt er die Bestallung als Rath. 15 '

Einen weiteren Beweis seiner Zuneigung und seines Vertrauens gab ihm der Herzog 1558 durch dieErnennung zum Hofmeister seines Sohnes, des damals fünfjährigen Prinzen Albrecht Friedrich. 16 ) Imdarauf folgenden Jahre wurden, zugleich mit der Bestätigung dieses Amtes, die Gebührnisse für dasselbefestgestellt. 17 ) Neun Jahre verblieb Jacob in dieser Stellung, deren Aufgabe er mit Ernst und Pflichttreue

1) Die auf Stammtafel IX. 9 beigesetzten Jahreszahlen 15491604 sind in Folge späterer Forschungen in oben stehende

berichtigt worden. 2) Vgl. U. B. II. 497 auf S. 329 und 331. 3) Markgraf Albrecht von Brandenburg, ein Enkel des Kur-fürsten Albrecht Achilles, war der letzte Hochmeister des deutschen Ordens und seit 1525 der erste weltliche Herzog von Preussen.

Er führte in Preussen die Reformation ein, war besonders bestrebt, das Schulwesen zu verbessern, gründete das Gymnasium und

die Universität zu Königsberg, stand im Briefwechsel mit Luther und starb 1568 zu Tapiau an der Pest. 4) Herzogin Anna

Dorothea, seit 1527 vermalt, war eine Tochter des Königs Friedrich I von Dänemark und der geb. Prinzessin Anna von Branden-

burg. 5) Vgl. U. B. II. 497, 509. 6) Dieselbe ward 1555 mit Herzog Johann Albrecht von Meklenburg vermalt. U. B. S. 330.

7) Hans Bone (Taf. IX. 5) starb vermuthlich zu Ende des Jahres 1548 oder zu Anfang 1549. Wir schliessen das aus dem Auf-

hören der Herzogl. Unterstützung zu jener Zeit und aus dem darauf erfolgenden Gesuch von Jacobs Brüdern. Vgl. U. B.

S. 318 und II. 480. 8) Vgl. U. B. II. 497 auf S. 329 und 330; II. 484 auf S. 318. 9) U. B. II. 480. 10) U. B. II. 481.

11) U. B. II. 485; vgl. auch 483 und 484. 12) U. B. II. 485. 13) U. B. II. 483, 484. 14) U. B. II. 488. 15) U. B. II. 493.

16) Derselbe, in des Herzogs 2. Ehe mit Prinzessin Anna Maria von Braunschweig am 29. April 1553 geboren, folgte 1568

seinem Vater in der Regierung, ward jedoch später blödsinnig und kam unter die Vormundschaft des Kurfürsten Joachim Friedrich

von Brandenburg. Er starb 1618, worauf das Herzogthum an Kurbrandenburg fiel. 17) U. B. II. 498; vgl. auch 497.