8. Anton Dettlof.
1600—1658.
(2. Sohn von No. 2, Vater von No. 13 bis 26.)
geboren 15. December 1600, besuchte 1612 die Schule zu Anclam, ward 1613 in das Stift zu Halberstadtgesandt; war später Page beim Herzog Philipp Julius von Pommern zu Wolgast und darauf, auf dessenEmpfehlung, bei König Christian IV von Dänemark; hat dann im Jahr 1618 dem Obersten von Wrangel,Gouverneur von Smaland, 4 Monate lang aufgewartet und in dessen Begleitung der Krönung des KönigsGustav Adolf von Schweden in Stockholm beigewohnt. 1619 reiste er mit seinem Bruder Christoph Hein-rich (No. 5) durch Friesland, Holland und Flandern nach Frankreich bis Paris; weil ihnen aber der Wechselnicht richtig eingehalten, haben sie daselbst nicht mehr bleiben können, sondern sich nach Strassburg be-geben, woselbst sie gute Freunde für sich gefunden, als Herrn Curd Dettlof von Schwerin (Taf. VIII. 38),Capitain Matthes Osten und Herrn Reimar von Leisten, welche der Union dienten. 1 ') Auch Anton Dettlofnahm in Strassburg Dienste bei der Union und trat bei der Kürasssier-Kompagnie des Grafen Casimirvon Erbach ein, bei welcher er bis 1621 verblieb, da die Armee abgedanket. 1622 begab er sich wiederan den Pommerschen Hof nach Wolgast, woselbst er als Hofjunker dem Herzog Philipp Julius mit 3 Pferdenaufwartete. Als darauf der Herzog, durch die Drangsale des dreissigjährigen Krieges genöthigt, mehrereKompagnien zu Boss und zu Fuss errichtete, nahm Anton Dettlof unter dem Kittmeister Jürgen von Sydowdas Cornet; und weil er dasselbe im Kriege überall rühmlichst geführet, so schenkte ihm zu besonderer Aus-zeichnung der Herzog dasselbe im Jahr 1624, bei Auflösung der Kompagnie. 2 > 1625 ritt er mit fünf wohl-gesattelten Pferden zum Herzog Christian von Braunschweig, welcher zu der Armee des Königs Christian IVvon Dänemark stiess, und focht am 27. August 1626 in der für diese Armee unglücklichen Schlacht beiLutter am Barenberg. Im Jahr 1628 trat er als Lieutenant in Schwedische Dienste bei der Kompagniedes Bittmeisters Lorenz von Buchwald, und machte unter König Gustav Adolf den Feldzug in Preussengegen Polen 3 ) mit. Nach Abschluss des Friedens, im September 1629, nahm er den Abschied und gingauf seine Güter.
Er hatte im Jahr 1626 seine Lehen empfangen 4 ) und besass in Folge brüderlicher Erbtheilung 6 ) dieGüter Löwitz und Cummerow. 6 ' Der dreissigjährige Krieg hatte seit 1627 arg in Pommern gehaust unddie Wallensteinschen Soldaten sogen das Land auf das Aeusserste aus. Aus dem Jahre 1629 wird berichtet,dass viele Menschen vor Hunger starben. So bedurfte es grosser Anstrengungen, um die Güter wieder inertragsfähigen Zustand zu setzen. Durch den 1639 erfolgten Tod des Christoph von Lindstedt fiel dessenLehnsbesitz in Altwigshagen 7 ) an die Vettern Anton Dettlof und Bogislav (Taf. XVII. 8), welche sich dieser-halb zunächst am 26. April 1653 mit dem Bräutigam der hinterlassenen Tochter Christophs von Lindstedt,Conrad Adolf von Blücher, einigten 8 ) und dann unter sich derartig vertheilten, dass Anton Dettlof einenHof in Altwigshagen, das Dorf Boldekow und Antheile an Wittstock, Ratebuhr und Neuen-dorff erhielt. Dieser letztgedachte Theilungsvertrag, 9 > welcher am Tage nach dem mit Conrad Adolfvon Blücher getroffenen Vergleich entworfen wurde, trat erst nach Anton Dettlofs Tode in Kraft. Seinehochbetrübte witwe unterzeichnete denselben. Er selbst diente im Jahr 1652 seinen Vettern, den GebrüdernOtto, Philipp Julius und Bogislav (Taf. XVn. 4, 5, 8), als Unterhändler und Zeuge 10 ) bei der brüderlichenTheilung der ihnen vom Vater zugefallenen Altwigshagenschen Güter, und unterschrieb den betreffendenVertrag, jedoch sich und seinen Erben ohne Schaden .") An das Gut Spantekow stand ihm 1635 eine For-derung von 900 Gulden zu. 12 )
Im Jahr 1634 wurde 6r zum Kriegs-Commissarius ernannt und später ward er Obereinnehmerund Landesdeputirter.
Er starb am 11. December 1658, auf der Jagd nahe bei Ducherow vom Schlage gerührt, und wardam 7. Januar 1659 zu Löwitz beerdigt. 13 )
1) Aus Pastor Joachim Gronemanns Leichenpredigt auf Anton Dettlof, gedruckt 1666 zu Greifswald. 2) Dies Cornet(Standarte) hatte zu des Herzogs Leibregiment gehört und zeigte einen in Gold gestickten Greif mit dem Schwerte und derUmschrift: pro aris et focis. Dasselbe wurde später der Leiche Anton Dettlofs vorgetragen und dann auf dem Altar der Kirchein Putzar aufbewahrt. 3) Gfrörer, Geschichte Gustav Adolfs,. S. 262 ff. 4) U. B. II. 591. 5) U. B. II. 588, 589. Ausserdemverblieben den Brüdern gemeinsam Ansprüche an die Wiederlösungsgerechtigkeit des Antheilgutes zum Hagen (Altwigshagen,Ducherow und Cummerow), welche von ihrem Grossoheim Jacob, dem Kurländer (Taf. XVI. 1), herrührten. Anton Dettlofs Besitzwird 1631 auf 1 4*/ 2 Landhufen angegeben. U. B. II. 600. 6) Löwitz besass Anton Dettlof ganz; in Cummerow hatt'e auch HansHugold (Taf. XHI. 5) Besitz und wohnte auch dort. 7) Vgl. U. B. II. 535. 8) U. B. II. 611. 9) U. B. II. 621. 10) IT. B.II. 610. 11) Diese Clausel bezog sich jedenfalls auf den von Jacob, dem Kurländer (Taf. XVI. 1), herrührenden Antheil. 12) U.B. S. 429. 13) Joachim Gronemanns, Pastors zu Putzar, Leichenpredigt. Greifswald 1666.
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