36. Ernst Ludwig.
vor 1626.
(2. Sohn von No. 13.)
war Kammerjunker am fürstlich Braunschweig-Lüneburgischen Hofe und starb unbeerbt vordem 25. April1626, da er in dem an diesem Tage ausgefertigten Lehnbriefe nicht mehr erscheint. 1 )
37. Bernd.
1617 — 1627.
(3. Sohn von No. 13.)
Er bekam in der brüderlichen Theilung Geld und wurde dadurch — wie es in alten Familien-Nach-richten heisst 2 ) — zu einem wüsten und unordentlichen Leben verführt. Herzog Philipp Julius von Pom-mern berichtet aus Wolgast am 12. November 1617 an den Herzog Adolf Friedrich von Meklenburg: dasvnser Lelinman Bernd von Schwerin etzliche vnterscheitliche excess, sowoll in vnsern Hertzogk- vnd Fur-stenthumben, als auch ausserhalb denselben begangen, davon vns dan glaubwürdiger bericht vorkommen, Ehrauch, weill ehr sich schuldig befindet, vnd die tliadt gestehn muss vorfiuchtigk worden vnd also in E. L.Landen vnd gepiete bald hie bald dorth Insonderheit aber bei den Qwitzowen sich vffhalten soll. Er bittet,denselben in Haft zu nehmen und auszuliefern, damit was sich zu rechte gepuret, an Ihme exequiret werdenmöge. Die Antwort vom 22. November 1617 lautete: man sei bereit, zu dienen; der Herzog möge nurJemand mit einem Haftbriefe abordnen, der sich Bernds bemächtige.
Später muss Bernd wieder zu Gnaden aufgenommen sein. Er erhielt am 25. April 1626, mit seinenBrüdern gemeinsam, die väterlichen Lehen 3 ) und erscheint auch am 12. Juli des gedachten Jahres bei derzu Clempenow abgehaltenen Musterung 4 ) als Fürstlich Pommerscher bestallter Rittmeister mit einerKompagnie. Als solcher wird er auch am 20. October desselben Jahres genannt, an welchem Tage er seineGenehmigung zu dem Verkauf eines Antheils an Spantekow Seitens seines Bruders Ulrich (No. 35) ertheilt. 5 >Aus dem Jahr 1627 wird noch berichtet, dass sein monatlicher Sold 613 Mark betrug. 6 ) Aber zu Anfangdieses letztgenannten Jahres scheint er einen neuen Excess verübt zu haben, der seine Gefangensetzung zurFolge hatte, worauf er dann am 31. März 1627 von Anclam nach Wolgast in sichere custodiam transferiretwurde.')
38. Curd Dettlof.
1619 — 1663.
(4. Sohn von No. 13.)
begab sich in seiner Jugend nach Strassburg und diente während der ersten Jahre des dreissigjährigenKrieges, von 1619 bis 1621, der Union. 8 ) Nach seiner Rückkehr in die Heimath ward er Kammerjunkerdes Herzogs Philipp Julius von Pommern, der 1625 starb. Im Jahr 1626 leistete er am 17. Januar mitAnderen Bürgschaft für Hans Hugold von Schwerin (Taf. XIII. 5), 9 ) empfing am 25. April mit seinenBrüdern gemeinsam die väterlichen Lehen 10 ) und gab am 20. October seine Zustimmung zu dem Verkaufeines Antheils an Spantekow Seitens seines ältesten Bruders. 11 ) Am 15. Mai 1633 fungirte er zu Wolgastals Marschall, als die Leiche des in der Schlacht bei Lützen gefallenen Königs Gustav Adolf von Schwedenmit grosser Feierlichkeit, in Gegenwart der Königlichen Wittwe, des Kurfürsten Georg Wilhelm von Bran-denburg, der Herzoge von Meklenburg u. A., eingeschifft wurde. Auch bei dem Leichenbegängniss desHerzogs Bogislav XIV, mit dessen Tode am 10. März 1638 das alte Pommersche Herrschergeschlecht er-losch, war er zu Alt-Stettin zugegen.
Am 2. Juli 1646 gehörte er mit anderen Vettern 12 ) zu den Pathen der Maria Catharina von Schwerin
1) ü. B. II. 591. 2) Adelung-Sprengel. 3) ü. ß. II. 591. 4) Bolle der Ritterschaft. 5) ü. B. II. 593. 6) BaltischeStudien. 7) U. B. II. 596. 8) Vgl. Ta£ X. 8. 9) U. B. II. 590. 10) ü. B. II. 591. 11) ü. B. II. 593. 12) Taf. VIII. 24;X. 8; XVII. 8.
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