Druckschrift 
1 (1903) Bis zum Untergang der Hohenstauffen
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

— ^8 -

von Apulien, der schon im Jahr mit Heinrich im Heiligen Landegeweilt hat; aber auch dieser starb nach wenigen Iahren, und ihmfolgte dann jener Poppo von Gsterna, welcher während HeinrichsAufenthalt in Preußen daselbst Landmeister gewesen war^)

In Deutschland wurde Heinrich tief betrauert; die Häuser zuUlergentheim, zu Bern, zu Frankfurt am Riain, zu Riastricht in denNiederlanden und zu Graudenz in Preußen feierten noch in später Zeitseinen Jahrestag.") Und zu Rlergentheim hat er auch in der Neuzeitnoch eine schöne Ehrung erfahren; ein Nachkomme feines BrudersGottfried, Prinz Heinrich von Hohenlohe-Airchberg, ließ ^353 in derSchloßkirche daselbst, der früheren Deutschordenskapelle, ein von demkunstreichen Stuttgarter Bildhauer Theodor Wagner, einem SchülerDanneckers, gefertigtes Standbild Heinrichs aufstellen, ein Kunstwerk,so recht geschaffen, wie sich die Phantasie der Nachgeborenen dieuns nicht näher überlieferten Züge des Hochmeisters gerne vor-stellen mag.

Jedenfalls war Heinrich einer der hervorragendsten Rlänner deshohenlohischen Hauses, neben feinem Bruder Gottfried das bedeutendsteGlied der Familie in den ersten Jahrhunderten ihrer urkundlich be-glaubigten Geschichte. Haben seine Brüder in die Politik des Reichsals treue Diener des Kaisers und seiner Sohne vielfach eingegriffen, sosteht die Tätigkeit Heinrichs vielmehr im Zeichen einer umfassendenIVeltpolitik. Im Heiligen Land, in Italien, zu Lyon, in allen TeilenDeutschlands und in Preußen hat er die Sache seines Grdens geführt,in einem mühevollen und entsagungsreichen Leben eine große Energieund viel Geschick entfaltet, ein Riann, wie ihn Kaiser Friedrich rühmt,kraftvoll in Tat und Wort,'') als Hochmeister ein würdiger Nachfolgerdes großen Hermann von Salza, ein Vorbild der Vrdensritter, wie esdie Regel des Grdens von: Hochmeister verlangte. Der hohe Auf-schwung des Deutschen Ordens in der ersten Hälfte des ^3. Jahrhun-derts hat sich im wesentlichen während der Zeit seiner Grdens-angehörigkeit vollzogen und ist auch seiner eingreifenden Tätigkeit mit-zudanken. Als er starb, mochte sein Blick sich wohl trüben, wenn er

') ^ieho Lwald II S. Z^z.

") vgl. Urk.B. Nr. 226, 7S. 7Zq, S.

Urk.Z?. Nr. 220' «juosl domo sit poteii8 oziers st ssrwone.