DasLXXl. Capitcl.
Von den Zische
6Ll
Eichmei-sters AmptWinters-»c>t.
^Voraussem Fifthmeister im Win-ter sehen soll.
Winter hats wol das ansehen / alsbednrfftend^^Fische tn den Teichen kem groß auffmercken / aber damuß man sonderliche achtung auffdas Eiß geben. Dennwenn die Wasser zu gefrieren und das Eiß offt zweyerScbuch dick auffdem Wasser liget / und darnach auchein Schnee drauffkompt / der auch wol so dick ist / so er-stecket es die Fisch gar leichtlich / wenn der Fischmeisternicht an etlichen örtern den Schnee wegschürget / undBühnen oder Löcher mit emer Axr in das Eiß hawet/da-mit sie lufft bekommen / und sich wiederumb erquickenmögen. Wenn nun dieselbige Löcher Hehawen werden/und dieKarpen heuffig darzu kommen/und nach der Lufftgahpen/ so lsts eine Anzeigung/ daß sie schwach worden/und gar grosse noth erlitten haben. Denn sie das nccht zuthun pflegen/wenn es richtig mit ihnen ist. Wenn sie niein nöthen gewesen / sokomptbchweiln emeoderzwo zudem auffgehawen Eiß / aber sie Messen bald wider hin-weg und erwarten eines Menschen nicht. Es ist aber da-malen nicht besser / denn daß man das alte Wasser außdenTeichen ab lausten uud an der neweS widerumb hin-ein lausten lasse.
Ist auch im Frühling etwas in denTeichen zu bawen/so muß man die Leute Winterzeit darzu halten / daß sieHoltz mtt den Schlitten oder andere dergleichen sachenzu den Tetchen führen. Denn im Winter tonnen sie auffdem Schnee solch ding desto letchter fortbringen / so ha-ben sie auch sonsten im Winter nicht viel zu thun/ daß siedemnach dieser Arbeit desto besser abwarten können. ImSommer aber werden sie durch andere Arbeit von sol-cher Fuhr abgehalten und sehr gehindert.
Das exxil Capitel.
Wetttt man die Teiche ablassen und
fischen soll.
<)Ws Zeiten sind im Jahr / darinnen matt die Teiche
, ,. Ablassen und fischen soll/der Lentz und Herbst / aber
Teichewen .mLentzentsts am besten / wie zuvor auch gemeldet,sieabzulas- Wenn man aber einen Teich fischen will / so muß mansmund zu alles bey der Handhaben/ was zum fischen gehörigWen. em groß Netz/zwene Kescher/ einen grossen und kleinen^ em/was Fische auß dem Teich m die Pötttge oder
varzu geyo- ^ Kescher soll weite Löcher haben/
daß die klemm Fisch durchfallen/ und die grossen alleindrinnen bleiben können: ZuN kleinen Fischen müß maneinen mit engen Löchern haben/ sonderlich zum Samen.Man muß auch dreyerley grosse Faß oder Pomgle ha-ben/domanmeineSdieHechte/ m das ander dieKar-pen/in das dritte die Speisefische thun kan: HatsauchKrebse und Schleien im Teich so Muß man vor die auchsonderliche Gefäß haben: Und sollen die Karpcn/die mananders wohin versetzen will/balde fort zu den andernTei-chen oder Heldern/undKücheNtcichlein gefuhrer werden.Item man muß Siebe / Reusen und geflochten Körbehaben/damit Man die kleinen Fischlem herauf sähet/daßdas Wasser von ihnen lausten kaii / und man sie mit denHanden angreiften darff.
Es muß auch eine Hütte auff demTeichthamme seyn/darinnen Tag und Nacht jemand sey / der die Mische hü-rer/damitsie nicht gestolen werden/ ein Hund/ und einRohr sind auch gut dabey. Item/man soll etliche P,alsauff dem Thamme oder sonsten imRande gesteckt haben/daran man das Netz Hanger/daß es nicht verfaule.
Do es immer müglichen/so soll manaklem frühe/weil«S noch kalt ist/ fiscken / denn die Fische können die Son-ne oder Warme nit wol vertragen. Die Hechte gehenoben austdem Wasser empor / die soll man erstlich obenwegfangen/die Karpen sind gerne austdem Grunde/ dresoll man darnach außfischen/dle kleinen erstlich/ darnachdie grossen. Es muß aber gute Achtung daraliffgegebenwerden/daß die Karpen / so unten auff dem Grunde nnKoth Ugen/mit den Füssen nicht vollend in denSchlamoder Korhgetretten worden.
Auch soll man fem säuberliche mit den Fischen umbge-hen/sie nicht hart drucken/biegen oder werffen/ damit siefein frisch bleiben/und nicht kranck werden.
Dasexxill Capitel.
Von den LTlebenteichlem.
^Ämmanhanbey den Teiche» ein Nebenteichlemhabenkan / daren? man die gefangene Fische bald Nebenkctch-wirffc/dz sie darinnnen ahgc waschen werden/so kan mall l'in/wo zusie darnach desto besser und desto leichter fortführen, siegut.DrumbsolleinFifthmeisterdarailstb dacbt seyn/ does Itemwieimmer die gelegenh. it deß Orts leiden wolte/ daß er ihm sie sollen zu-ein solch Nebenteichlein macbe / darinnen er die Hechte gerichtetund Karpen unterschiedlich haben kan. ' werden.
Do ere aber je so gar nahe bey dem Teiche nicht habenkönte/so soll er ihm solches nahe bey den Forberge zurich-ten lassen/daß der Her! immer darzu sehen kan.' Es sollaber dasselbige ohngefähr vierSchnch tieff/und ffmsttzigSchuch lang und breit seyn/mehr oder weniger/nach dergelegenhett der menge der Fische / die man drein zu setzenhat. Es aber solch Nebenteichlein viereckichr und gleicl,-seyn/mchtbey demZapffloch rieffund hinden selchte/wiedie Teiche pflegen zu seyn / darinnen das Wasser hintersich thammet. Sonsten aber wirds gar gemacht/ wie einander Teich mit einen Zapffenloch / Thamme / Ufern/Fluthrinnen/ Mönchen und vergittertem Holtzwerck/daß die Fische Mit dem Wasser nicht herauß lausten kön-nen/gar wie die andern Teiche/allem es muß allezeit dasWasser drein/und wider herauß lausten können."
Man pfleget auch dieselben Nebenteichlein oder Hel-der/mitgrossen hohen Zeunen zuumbgeben / damit dieFische nrrherauß gestolen werden.Denn sie werden meh«rentheils darumb also Zugerichtet/ auffdz man alle TagHdie Fische den Leuthen daranß v«rkausten kan.
DascxxiV.Läpie-l^vvl'e man blßrveüen dieiLeiche unter
dem Eyse außsischensoll.trägt sich bißweilen zu / daß man in der Faste die^-Teiche wegen deß EyseS noch nit fischen kan/ do mandoch die Fasten durch die Fische übel entrechten kan. Damuß man alsdenn unter dem Eise mit dem grossen GarnZiehen. Es geschieht aber solches eben auff diese weise/wieman sonsten im Wmter tn den See und grossen Fl üß-wasser unter den Eise fischet. Do man aber unter demEise mchtö fangen könte / so laß man ein Fuder zwey/drey/odervlerTopfferrhon m den See oder Teich werf-fen/so wird sich der^arpe darzu finden/und alsdenn garheuffig gefangen werden. Litse Vukni vium n. Iiii.s.c 4.
Wollen dieRarpen nicht zum Töpfferchon / so fahretman Mir etlichen ledigen Wagen über dem Eise ycr/ unsscheuche sie / daß sie zu dem Thon oder Lehm kommenmüssen.
Das cxxv .CapicclZlVeesdsch komme / daßin etlichen
Teichen dicke fette/ und in etlichen dun e und dillme kar-pen gefunden werden/lußwcilen auch ine.nen^Teiche/fette und magere zugleich.
/AS hat ein jeder Ort seine sonderliche Natur und Ey-^genscliafft seine Fruchtbarkeit und Unsruchtbarkeu/ferne Dürre und Nasse/seine Kalte und Warme / dahe-ro denn emMensch Nutz oder Schaden habenkan / jaes ist eine solche Ungleichheit der örter / daß sie auch diejll^mu und Geschlckügkettm der Menschen verändernkan: Wie denn Cicero von den Athetnenscru schreibet/daß es alldar / wegen der subtilen Lufft subtile/ scharpst-sinnige Leute gebe / und bey den Thebanern dicke fctreLeute/weil die Lufft allda auch grob und dicke sey. Alsogehets auch mit den Karpen zu/ daß es immer an einenOrt und in einem Lande besser Karpen hat denn in demandern: also soll daß Land zu Böhmen die besten Karspen haben / nebest den besten das Land zu Mahren/et-was geringer die Schlesier. Denn da izt erstU^amWasser viel gelegen/obs cm bitter oder snß / lawlichtoder kalt Wasser sey. Ein süß und lawkcht Wasser istden Karpen allezeit besser und gesunder/ denn ein bitter/?gesaltzen und frisch Wasser : Darnach-stauch viel aiider Erdeng.legen / eme fette und si-fft-ge Ei de ist denKarpen viel besser und gesunder denn eine anßgcsoge-Ne/trockene oder sandichte Erde. Eine Lufft/diebipwel---len trüb und dicke oder rege nicht ist / öle dienet den Kar--
pen viel mehr/denn wen sie immer hell/ klar und tacken
Ä/