Anderes Buch/Hauö-Vatter.
gen könnte gebracht werden/ welches ich zu des ver-nünftigen Lesers Bedencken heimstelle. Das ist zwarden ^lecjici,bekannt/daß/wann einem/ derQrcjjnsriWein/und etwan gar zu viel trinckt/sehr dürstet/ daßihm das frische Wasser weit bequemlicher und bessersey/ als wann er Wei» trincken solte.
Ob aber die Lufft oder das Wasser der Gesundheitmehr Schaden zufügen könne/ sind unterschiedlicheMeynungen/ etliche vermeynen/wann die Lufft verun-reiniget sey/ daß sie zugleich in den Leib/das Hirn unddas Hertz betreffend/ grosse Veränderungen / ja auchden Tod verursachen/wegenSchnelligkeit ihrer -nen/und wegen Fümefflichkeit der edlen Gliedmassen/die sie anfallet/ darnach weil wir der Lufft weniger ent-rathen können; das Wasser aber/wann wir Wemtrincken/ nicht so hoch vonnöthen haben/ und das/ wasman zum Kochen gebraucht/durch das Sieden geläu-tert/ und von ihren bösen Feuchtigkeiten zum Theil ge-reinigt wird.Wann wir aber die natürlichen Glieder/und die Langwührigkeit deren von Wasser entsprin-genden Kranckheiten betrachten/ daß es in unserm Leibzu desselben Ernährung verwandelt / und die davonkommende Kranckheit schwerlich ausgetrieben wird/als in der Wassersucht / harten Miltz/ Undäuung undandern/gibt es nicht so schnelle/ aber doch langwührigeUngelegenheiten. Wann die Lufft gantzlich dürr undtrocken ist/macht sie den Leib mager / verstopffet denBauch/und weil sis dasHirn nicht einfeuchtet/verstöh-
retsieden Schlaff/schwächet die^ulcuiozundFlach-sen/die zur Bewegung der Glieder dienen/weil sie dar-durch ausgetrocknet und contraä werden/ daher mandarzu ungelenckund hartgängig wird :Jst aber dieLufftzu viel feucht/so wird derLeib schlüpfferig un offen/manwird Schlaff-süchtig/ und voller Catharr und Flüsse/daraus vielerley Schwachheiten / in unterschiedlicheGliedmassen des menschlichenLeibes/entspringen/auchWinde/ Geschwulsten/ und dergleichen. Ist die Lufftgar zu hitzig/ so dünstet derLeib die guten Feuchtigkei-ten aus/daher auch die Lebens-Geister mit aushau-chen/oder sie verbrennet die innerlichen »umore», caicinirt solche und verhärtet sie inSaltz/daherdie scharf-sen Feuchtigkeiten in dem gantzen Leib ihren Ursprungnehmen/die Bauch-Flüsse und Ruhren/ die Darm-gicht/Seitenstechen/ Nasenbluten/ goldene Ader undRothlauff. Die übermässige kalte Lufft beteubt denLeib/macht ihn unempfindlich/ macht Krümmungendes Mundes und der Flachsen. Wann eine dicke undfeuchte Lufft von dem Hirn an sich gezogen wird/ wel-ches der Bronn und Ursprung aller Nerven ist/und dieVcrnriculosccrcbri mitunremen Dünsten erfüllet/sowerden dadurch alle sinnliche Geister und VsK verne-belt und verdüstert / daher die Scharffsinnigkeit desGeistes/ so wol auch das Gesicht undGehör dardurchgeringerund schwächer wird/wie O. /ok.üickeru» inttcrmcts r?<jivivo mit mehrern bezeuget.
A^On denjenigen Uhrgrunden und Elementen/dar-^Aaus wir erschaffen sind/werden wir auch ernäh-ret/ erhalten und unterhalten. Wie nun auslöblicher vernünftiger Anstellung der Nahrung dasgantze Wesen des menschlichen Leibes und Gemü-thes bey gutemWolstand und beständiger Gesundheitglückselig erhalten wird; also kan auch durch Übermaßund Unordnung diese gantze o-conomlö bald zernich-tet und zu Grunde gerichtet werden. Wer nun alleindarum isset/damit er seinLeben nähre; und nicht meynt/daß er allein darum lebe/ daß er essen und trincken solle/der trifft das rechte Mittel / wo aber dem Widerspielgefolget wird / da ist auch kein guter Ausgang zu hof-fen. Der Reiche verliert sein Wolergehen durch allzu-viel/und derArme durch allzuwenig Essen; der Reiche/daß er ohne Hunger / und der Arme/ daß er aus allzu-grossem Hunger / das ist/ zu begierig isset; der besteLulw ist/mit Lust und Massigkeit Speise undTranckzu sich nehmen.
Oilcits czu^m parvo liesst proäuccre vitam,kt qugntum ^stura pctgt. I.ucan 1.4.
Viel essen/ und von mancherley Speisen/macht träg/traurig/verdrossen und ungesund / verhindert die Ver-richtuogen des Gemüthes / und macht es faul undschläfferig/deraus so vielerley Gerichten zusamm ver-mengte unterschiedliche Safft/ gibt Anlaß zur Fäu,lung / zurUndammg/ zum Unlust: Multo, m»rbos
mulla tcrcula lcccrunt, sagt 8encca Lpik. 95.8c poli:
xc. .
Von Speiß und Tranck.
sich/davon etwas / so wol durch den Magen in alleGlieder/als auch durch das Käuen/ pci-iranhzirstio.ncm.in dasHirn vertheilet wud/davon mancheKranck-heittn entspringen. Also ist das beste nie ohne Appetiteften/und allzeit mit^ppcnr aufhören; vor allenDin-gen soll man des Nachts / sonderlich vom Fleisch / undandern Speisen von harterOiZcliionzgarwemg effen/indem die Natur des Nachts wircken soll/den des Ta,gesüber empfangenen Safft zur Gesundheit aiM-spenden/ wird sie von neuer Uberschoppung der Spei-sen des Nachtmals gehemmet/ und davon abgezogen/daß sie weder diesem noch jenem genug abwarten kan/also der mangelhafft und unrein wird/ dar-durch sich die gantze Natur geschwächt befindet/ist alsowahr/was dieSpanierin sagt: 8i ciisminu^cs la ce-
nas.clisminu^ersz lus cntcrmcclacZes, aumcntsrss clin^enio cvitsrss Isluxuria, glar^arss tuviciz: Wirstdu wenig zu Nacht essen/ sv wirst du wenig Kranckhei-ten empfinden/deine Vernunfft stärcken / die Geilheitmeiden/und dein Leben verlängern.DasSprüchwortist gewiß und wahr: plure, crspuIZ pereant
qukm Kisclio: Mehr beiften durch denFraß als durchdas Schwerd ins Gras. Doch weil der menschlicheCörper taglich sich abzehret/als soll diese Abnehmungauch täglich durch Speiß und Tranck wieder ersetztwerden.EineOrdnung haben zwar viel vorgeschrieben;als/man soll vor mit demEssen einen Grund legen / eheman trincket; man soll/was leicht verdaulich ist/eher zu
Innumsrstziles morbns cllc miraris!coquos numer«. sich nehmen/als das starcke. Mit demTrincken Ver-Jede Spei se hat etw as von den viercompicxio nen m I meynt man/ es s e y besser etliche malen und wenig/ a ls
Hh iij auf