Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
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229
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Anderes Bucd/Hau6-Vat:er.

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Ottist gehaben worden/rcZu!iren'wiewohtV:escs keinunbelrügliche Reguitst / und vie; Gutes kan gebessert/auch siel Böses gut gemacht werden / und jedwede?Haus Vatter auf seinen Vortheil / so gut und je umwenigem Unkosten es seyn kan/ billig fthen soll. DenUnterscheid und Anzahl der Bedienten/ gclun die Um«stände undZugehk-ungen derGüter selbst an die Hand;wo man bey einer Henschafft/entwedec viel/ ode-r weit-auseinander gelegene Umerthanen hat / wo man selbstdasLand-Gerichr und andere Gerechtigkeiten/ grossenWild-Bahn/ weit« Forst Gerechtigkeit und R.Mge-jaid/viel Teiche/Wasser/Seen/Flüsse und Wald Ba-che hat / wogrosse Hsf-B'aiteu und Trayd Felder/weitschüchtige Sehende/ trächtige Wein Gebürge und,Berg-Rechte/ wohlbestcltte / viel gangige Mühlen/Hammer-Ssg Stampff-und Walch-Mühlen und

dergleichen/ sind/ da muß desto mehr Aufsicht/ und die, ses zu bestreiken/desto meh) Bediente gehalten seyn;aberdiesen allen muß sonderlich/ wann die Obrigkeit weit-! entlegen) ein Psieger oder Verwalter vorgesetzt / undallen Unter-Bedienten/ sonderlich und ordentlich sürge-stelk/ aisch gewisse und wohlertauterre^ttru^toncs ge-geben werden/darüber keiner schreiten /oder das gering-ste darwider vorzunehmen/sich erkühnen darff/ und hatalso jeder Haue-Barter selbst auf seinen Nutzm oder' Schaden zu sehen; Dann/ wie ein zu grosser Überflußder Bedienten / die Geschaffte mehr verbinde: tund in^ Unordnung stürtzet/als beförden: Also kan auch allzu-grosser Leur-Mangel/nichts/ als Hinderung und Ver-jaumnus in den Wirthschafften machen / daß nichts zurechter Zeit geschehen kan.

i_xx!il.

Daß einem Haus-Vatttr gMhre/aufsenie und der Seinigen

Gesundheit Acht zu haben.

N diesem Buch haben wir Anfangs einemVatter gewiesen / wie er vor allen GOttHMvsü'chten/ lnit seiner Ebe-Wirthin sich begehen/seineKindecerzichen/ seine Bediem .'N und Untertha-nen °ubcrn>rcn / und feiner Wirthschafft von Monatzu Monat vorstehen solle; dadurch/so wohl d e Goitcs-' forcht/ als auch sein Gut und der 'Seiniacn Wolfahrrgemehret wird: bernachhaben wir Unterricht g.'^ben/wie ein Haus Vatter einen ehrlichen N..mcn"und gu-tes Lob zu erwerben / sich bey seiner Nichbarschafft inVergleich und Abhandlungen zu verhalten / damit erLieb und Ehr erei ndte; Ist noch übrig dic Gesundheit/wie er damit/ solche lang zu erhalten / verfahren solle:Und/ wann man das von GOrtunsMenscken ertheil-te Pfund nickn vergraben/ sondern aufWucher/ dasist / GOTT zu Ehren / uns und unserm Nächsten zuNutz anwenden solle / so ist dieses nicht so woh! von de-nen zufalligenGürern/als noch mehr von unserer^ elb-standigkeit zu ve> stehen. Die Seele betreffend/ ist incbtgenug/ die Geistlichen hören davon mlcoumen undpredigen; wir müssen selbst die n, und

Hauptstücke derChristlichen Lehre/ so wohl auch / wasGOTT geboten odet^verboten / wissen und verstehen/damit wir zu unsererSeelenHeyi/rechr glauben/Christ-lich leben/ das Gute erwählen/ daö Bose »neiden/ undalso die Seeligkeit aus Gnaden erlangen mögen. Alsoist es auch mit dem Leibe beschaffen/ welchen GOTTnicht umsonst mit einem vernünffligenGeist begabt hat;sondern/weil wir aus diesem Licht/ so wol das warhaff-tige Licht/ darinnen GOTT wohnet/ als auch unseremenschliche Natur und Eigenschafft erkennen; IhreWürckungen/so wohl der Gesundheit zu Schaden/alszu Nutzen/ verstehen / und zu unsern Vortheil uns dergehörigen Mittel eines abzuwenden/ und das andere zubefördern/vorsichtig gebrauchen sollen: Und/wie einemjcdenChristen gebühret/um seine Seeligkeit bekümmertzu seyn;also soll erauch/zu Unterhaltung seinerGesund-heit/ weil es unter den zeitlichen Glückseligkeiten billigdie obere Stelle hat/sich emsig bemühen. ÜnangesehenderHerrenklcclicorum ?rotctkon ist/sowol die mensch-

liche Natur/ als deren Zufälle/ und wie eines und das

andere abzuwenden/und zu verbessern/ zu wissen ; so istman doch in, Land-Leben von grossen Städten/ und al-so von denen Ncöiciz osst so weit entfernet/ daß man siezu rechter Aeitnicht haben kan/und die.morki acuii, wieeine aufflammende Brunst / mit schneller Begegnus zulöschen. Zu dem auch/wann schon der xicckcus beyhan-den/und der Patient/ seiner eignen Natur undtution/undVerwahren Ursachen seiner Schwachheit sounwissend/dumm und unerfahren ist/daß erden lV!ecli.cum nicht recht -nt^miren kan / also geschiehet gantzleichtlich/ daß/ latente vers morlzi esuüZ, der ^cciicuzvondemäusserlichsn Anseken nicht errathen kan/ diewahre Beschaffenheit derKranckheit / also etwas curirt/ das Nicht ist/und was er curiren soll/ niemalsan-rühret: Und werden sie/die Herren .vi^ici.selbstm ger<ne gestehen / daß es sie unvergleichlich leicht ankommt/wann sie einen vernünfftigen sich selbst srkennendcnPa-tienten für sich haben/der ihnen seine Natur/ die Ursacbund Zeit der Verderbung/ und dieinclicia mmbizu er.kennen gibt; Daher soll ein jeder Christlicher HausVatter in diesem Stuck sich auch bemühen/ seine Ei-genschafft und t-rTcjoininantcm ttumorem zu erlernen/und/im Abgang eines guten kieckci. selbst Mittel wis-sen/ wie «unem oder dem andern Zustand recht zu be-gegnen; und wäre ja ungereimt/ daß ein jeder Haus-Varter verlangte / wann von seinen Pferden eineskranck wird/zu wissen/was ihm sey/und was dafür zu ge-brauchen/ inmassen wenig vernünfftigeHaus-Vattersich befindende nicht ihre eigeneRoß-Artzncy Bücher/und darinnen etliche .geheime probirte Stücke haben/deren/ im Fall jäh-äMoffender Noth/ zu gebrauchen:Und wannihnen/oder den Jbrigen/ohngefehran ihrereignen Gesundheit ein Abstoß begegnet/sollten sie so garalber und einsaitig seyn/ und weder die Kranckheit ken-nen / noch sis zu vermitteln wissen. Man geht mit ei-nem köstlichen/Porcellanen/oderCrystallenen Geschirraufsichtig und behutsam um/ weil man weiß/ daß es ge-brechlich ;und ei» vernünfftigerMensch sollte nicht vieleigentlicher und bedachtsamer auf die Gesundheit / die

bald