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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Deö Adelichen Land-und Feld-Lebmö

ein Messer-Spitzlein voll/ in Peouiew-Wasser/oder imBrey eingiebt.

17. Orakzvulzsns, TürckischerKreß/wächset E-lenbogen hock)/ mit steiffen / runden/ zarten/gestreifftenAestlein/ zu beyden Seiten mit Blättern besetzt/welcheablang/Zollbreit eingebogen / grau-grün / und ohneStiel/blühet mit weißen Dolden / im Mayen undBrach-Monat; Aufdie Blümlein folgen die kleinen/wieein Hertz gestaltete / Saamen Gevaßlein/ in wel-chen der kleine braun-schwartze Saamen lieget.Wächstso wohl in Teutschland als in Italien und Franckreich.Der Türckische Kreß ist tsmperirter Natur/ hat et-was flüchtigen Saltzes/ neben vielen indischen/ und

wenig ölichten Theilen bey sich. Der Saame ist et-was schärffer/ und hat auch mehr flüchtiges Saltzin sich / davon diesem Kraut die Eigenschafft entstehetzu eroffnen / das Geblüt zu reinigen / die innerlichenVerstopffungen der Leber/des Miltzes/der Lungen/desKröses/und faul Fleisches aufzulösen/ wie auch dieNieren zu reinigen/den Harn und Wurm zutreiben.Für welche Kranckheiten man den Saamen wohl aufein haib Quintlein schwehr/ in destiliirten Wassernoder Brühen eingeben mag. Kurtz/ es läst sich diesesKraut wie der Hederich gebrauchen/und hat ittallerhand Kranckheiten gleiche Kräff-tm mit ihm.

x i. vm.

Bon noch mehr andern unterschiedlichen Kräutern/als daseynd:

(zÄiKznifcra ?eruia, oder Galbankraut / Qaieoplis, todte oder taube Nessel/Larcjylium oder l'orcZxlium, Kandtanischer Gesetz NcrmoöaQxIus verus ,wahrer Hermodaetyluö / ttieracium mZju8, groß Habichkraut/jacca niZla, schwache Flockenblum/ Ilaris, zahmer VZeyd/

I.vnckiti5 2t'xera,Gpical!t.

^lbgniter,?erul», Galbankraut/ ist einl Geschlecht des Ferulkrauts / und wachst inSyrien. Die Blätter sind kleiner/als desRoßfenchels. Die Wurtzel ist Aschen,farb/eines Fin-gers dick/und voll hartziqen Saffts. Es bringt Kro-nen-Blumen / wie das Ferulkraut. Der Saamengleichet dem Angelica-Saamen/und ist eines lieblichenGeruchs. Aus diesem Gewächs fliestet das Gummi /Laitzznum genannt. Dieses Gummi ist dem Weyh-rauch ähnlich: Das beste ist gelb / körnlicht/ lauter/fett/ nicht holtzigt / das etwas von seinem Saamen insich hat/und starck riechet.

Der Lsidan-Sasst ist warm im dritten/und tro-cken im andern Grad/führet ein ölicht - schleimigtes /säuerlichtes Saltz bey sich / dardurch solcher Gummibesser im Wasser als im Oel sich zerläst/und darnebenalle die Tugenden hat/welche dem^mmomsc-Lum-mi»zugeschrieben werden.

z.Qummi-L^ib-inmn, angezündet/und denDampfin die Mutter empfangen / bringet die verhalrne Mo-natlicheblum / und treibet die todte Frucht aus. Die-ser Dampss verjaget auch die gifftige Thier und Unge-zieffer. In den Apothecken wird ein Pflaster vonGalban-Gafft gemacht/davon auf ein Tuch sder Le-der gestrichen / und über den untern Leib geleget / weh-ret dem Aufsteigen der Mutter / und zertheilet dersel-ben böse Dampffe. .

Dieses Gummi an dem brennenden Liecht/oder auchin ein wenig Essig zerlassen/auf Leder gestrichen / undüber die Hüneraugen an den Füssen gelegt/ lindert denSchmertzen derselben / erweichet und zertheilet sie all-gemach. So man dieses Gummi destillirer/ giebt esein Oel/welches m den Mutter-Wehen und Bauch-Grimmen fürtrefflich ist / in-und um den Nabel ge-jalbet. Man kan es auch mit destillirtem Lorbeer- und

Chamillen-Oel vermischen und also gebrauchen. DasOel wird also destilliret: Nimm Galban - Gummiein Pfund/ gebrandte Kiesselstein anderthalb Pfund:zerftosse alles untereinander/und destillire es aus einergläsernen Retorten in der Sand-Capellen / so gehetein weisses Wasser mit dem Oel hinüber / welches manreäittciren/oder noch einmal überziehen kan.

^KeopKrsKus paracclsuZ, hat folgendes Oel zube-reitet / welches man QaibZnctum zu nennen pflegte:Nimm Lait,2num oder Galban-Safft i^.Lorh/E-pheu-Gummi 6.Loth / zerstoß es untereinander / unddestüliers in dem Sand aus einer gläsernen Retorten:Zu demdestillirten Oel/mische schönen Terpenthin 24.Loth/Lorbeer-und Spick- Oeldestillirt/ jedes-.Loch/destillire es noch einmal/ so hast du einen trefflichenGlieder-Balsam / welchennian in dem Grimmen undMutter-Wehe/ über den Bauch und in den Nabel;In den Schmertzen der Händen und Hüffren aber/wle auch in der LontraZur und Lahmheit / über dieGlieder selbsten / und in die Gelencke sehr nützlichschmieren kan.

z. e^ieoplis, todte oder taube Nessel / wird auchgcnennet/hat verschiedne Geschlecht: Erst-lich / (laicoplis Oitilcoricjjs, vergleicht sich mit ihrenBlättern der Brennessel/ist doch kleiner/ rings um-her zerkcrfft/ etwas weisser/ brennen aber nicht. DerStengel ist viereckicht/ tragt Purpur-braune Blüm-lein/ denen ein schwacher Saamen nachfolget. DieWurtzel ist zafelicht. Man findet es gemeiniglich anden Weegen neben den Zäunen.

Das andere Geschlecht wird Wantzenkraut ge-nenner / hat einen viereckichten Elen- hohen Stengel/die Blätter vergleichen sich den Melissen-Blattern/sind aber nicht so groß / und eines seltzamen Geruchs/wie die Wannen oder Wand-Läuß. Die Blumen

, - ^ ^ ^ sind