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Ocs Adelichen Land-und Feld Lebens
me. Ferner/ wann ein Baum auf der einen Seitentrocken/öder verderbet worden/ist das beste Mittel /daß mau solchen Baum auf der andern Seiten kurtzschneide/damit durch solch Kurtz-Schneide demBaumbeyder Seiten Aeste verschaffet werden/ welche nichtdurch das Hinüberziehen oder binden geschehen kan.
Dieses Kurtz Schneiden wird aber verstanden an denalten Aesten/ oder L tamm-Aesten/so Fehler dessen/und solches in den neuen Aesten geschehen / der Baumnur wiederum auf einer Seiten wächset/ wie in demsechsten Kupsser-Blat / und vom Schneiden im erstenund andern Jahr im ^Capitel zu lesen ist. Auch wirdan einer 8^»>cr, es seye ein junger oder alter Baum/der zu vielAeste hat/ das Abwerssen pssÄiciret. Wei-tet's ist zu wisicn/ daß/wann ein junger Baum an seinerLsisMer viel starcke Ache hat/ solche etwas langer alsan einem kouqucl gelassen werden/auf daß solche nichtzu viel Holtz-Aeste/ sondern Frucht-Aeste hervor brin-gen/diese letztere auch/ weil sie angebunden/gleichfallslanger gelassen werden müssen. Ein solcher Baum /der mit Aesten versehen/werden die neuen Aeste/ so ge-gen der Mauren oder auswerts an demOrth/ wo sel-bige entspringen/ gleich im May abgeschnitten/ undzwarandemOrt/wo selbige entspringen; Hingegenan einem jungen neu-gesetzten Baum werden dieAeste /sie mößen heraus oder hinemwerts stehen / Sommers-Zeit keim weggeschnitten/biß zur rechten Zeit/ da siedann kurtz oder gar hinweg geschnitten werden/ umAeste aus beyder Seiten zu machen: Im Gegentheilaber wird bey etlichen gesehen / daß sie solche heraus-stehende Aeste mit Gewalt zwingen und biegen/undan die Seiler binden/ aus welchem gebognen Ast eindicker Stamm wird/ so Zeit seines Lebens zu sehen /daß solcher in seiner Jugend mit Gewalt gegen der8sZ3i»crhinein gebogen worden/ und ist verdrüßlichzusehen/und hieraus zu schliessen/daß die/ so solchesthun/ einem Baum keine Aeste/wo solche nöthig/wis-sen zu machen; Hingegen ist es nutzlich und zierlich /wann des Baums ( sonderlich seine erste Aeste / welchedicke Stamme geben) beyder Seiren nahe des Gelän-ders stehen/ und gezogen sind/ auf welche Weise die
dx?. XIII.
Was eigentlich Ausbrechen sey / so von denen Frantzosen Lbouc.
Zeomici genannt wird / auch von den allzu vielen Aesten/ und welcheSommers-Zeit heraus geschnitten werden.
gantze Lange der Spsiiicrkein alter Stamm / sondernFrüchte und Blatter von der Erden an biß zum EndedesBaum/ als eine zierliche Bekleidung zu sehen.
4. Das Anbinden / von denen Frantzosen p-l-ü"genannt/ muß ordentlicher Weise geschehen/damit> nicht ein Ast über den andern gebunden/ oderCreutz-w«i5 über einander schlagen/ sondern ein jeglicher muß, seinen absonderlichen Platz haben/ und keiner den an-^ dern anrühren.
Der Anfang zu solchen wird gemacht / so bald dieAeste etwas lang getrieben/und kan in dem May der er-ste Anfang/die junge Äeste anzubinden / gemachtwerden. Doch muß mit denselben gar subtil verfah-ren / und sie in acht genomen werden / sintemal die Ae-ste noch gar zartsind/unddeswegendieBinsenzudenjungen Aesten anzubinden gebraucht werden. DieHoltz-Aeste werden in gleiche Theil von einander ge-sondert / oder getheilet / das ist/ die Aeste/ so unten anbeyden Seiten stehen / werden ziemlich unterwerts/die in der Mittengerad hinaufgebunden/ die aber zwi-schen denselben stehen/ werden in gleiche Weire ausge-theilet. Die Frucht-Aeste werden hier nach denHoltz?Aesten gerichtet/ und Sommers-Zeit alleMonat/ oderso osst solche treiben / angebunden. Hier ist jvnderlichzu mercken/ daß alle Spaiiici- in dem Monat /uüo an-gebunden werden müssen/weilen zu gemeldter Zeit dieandern Aeste/so nicht gebogen oder aus der Ordnunggeschritten ( auch zuweilen in dem vergessen oderstehen geblieben) werden zuvor erwehnter Zeit hin-weg geschnitten/ welches sich dann indem Augustmo-nat nicht mehr thun lasset/ und können solche im Hör?nung auch von neuem wiederum angebunden werden /massen solcheZeit für bequem und zuhalten/auch die Augen oder Frucht-Knöpffe zu der Zeit nochnicht heraus getrieben / und deswegen ohne Gefahrsolche zu verletzen oder abzustossen/kan geschnitten undzugleich angebunden werden. Wie im achtenKupffer-Vlat / so wol vom alten und neuenSchneiden/ desgleichen vom Anbin-den/deutlich zu sehen ist.
»Leichwiedas Schneiden an einem Zwetg-jBaum eine nothwendige Wissenschafft er-fordert/ also hat es auch mit dem Ausbre-chen gleicke Bewandnüß / und ist gleicher Massen einecurieulcWissenschafft/ also/ daß viele nicht wissen/ anwelchen Aesten solches zu peaäiciren.
Es dienet aber den Liebhabern zur Nachricht/ daßsolches an denen Frucht-Aesten/ welche gar zu langund keine rechte Frucht-noch Holtz-Aeste sind/ verrich-tet werden muß/ dann wann solche durch das Schnei-den ein wenig abgenommen/ treiben sie wieder aus das
neue heraus/scheine etwas dicker m dem andern Trieb/als andereSrucht-Aeste / und werden in dem Majooder Junio/ weilen sie noch jung sind / kurtz abgebro-chen/dergestalten/daß nur z. 4. biß f. Blatter engebeysammen stehen bleiben / woraus nachmals kleineAestlein entspringen/welche guten Safft ziehen / undgerne Früchte bringen/auch solche Aeste in dem altenHoltz/oder unter denen Blattern noch vielmalen sel,bigen Jahrs Frucht-Knöpffean sich nehmen.
Es wird aber allhier nicht von allen Holtz - undFrucht-Aesten/sondern nur von denen starcken Frucht,
Aesten