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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Des AdelichenLand-undFeld-Lebcnö.

Melancholeyund Traurigkeit/dienet dem kalten feuch-ten Magsn/und bey nahe allen innerlichen Gliedern.Ist auch gut für Keichen und Engbrüstigkeit / räumetden Schleim von der Brust/ stärcket das Hirn und dieNerven; Etliche wollen auch/er vertreibe die fallen-de Sucht.

24. Nelcken - Blumen - und Nelcken-Wurtzel-Wein. Ob schon die Blumen ihren Ursprung undWachsthum nicht von beygesetzter Wurtzel haben / sokommen sie doch an Kräfften und Tugenden schier ü-berein / derowegcn wir sie allhier zusammen sitzenwollen. Will man nun von den Blumen alleineinen Wein machen/ so nehme man der schönen rochenwolriechenden Nelcken-Blumen/ und hange sie m ei-nem Säcklein in guten geistreichen Wein/ desgleichenauch die Caryophyllat.Nelcten-ederBemdiaen-Wurtzel. Oder man nehme beyde zusammen. W mbeliebt / mag auch wohl ein wenig Gavin tz Negelemdarzu thun. Dieser Wein wird etwas röthlicht /»ie-chet und schmecketgar wol/ ist auch jürrreffüche.Klaj?!zu erwarmen/ das Haupt/ Gehirn/ Nerven/ Hn tz undMagen zu stärcken/ Ohnmachten/ Hertzklopssen undSittern :c. zu vertreiben.

25. Peonien Wein. Hierzu werden nur die Blu-men/Blätter/ und Wurtzeln/ von Peonien genom-men/ wo! gereinlgetundgedö-ret/ gebrauchet/und zurMost-Zeit in das Vaß gethan können auch woim al-ten guten Wem gebänget werden/ dm machen sie einwenig röthlicht. Ist sonderlich gut und dienlich denen

ecsonen/so mir Schwachheil des Harwrs und deinammer oder Kummer/ wie man dieser Orthen redet/beladen/ vder darzu geneiget seyn.

26. Rosen-Wein. Nehmet Berg-oder Wald-Ro-sen/ die man auch Feld Rosen zu nennep pfleget/undweisse Blatter haben / döret sie an der Lufft aus einemweissen Tuch/und wann sie wol gedörrer/so thut es inein leinen Sacklein/ und hangets an die Lusir/ darnachindem Lesen/ nehmet einVäßleinsogroßihrwolt /Liesset darein weissen Most/lasset ihn verjöhren/ undwann der Most am Satz ist/ so hanget die Rosen imSäcklein in den Wein/ leget ein Sceinlein darzu/daßsie sich gegen Thal sencken/vermachet den Spund gartvvl/ daß die Krafft nicht davon gehe/und auß- ieche;Thut ihr viel Rosen darein/so wird der Wen destokräffriaer. Oder nehmet rothe Rosen gleiche Gestalt /und hänget sie in rothen Wein/so wird derselbe nochröther / und über alle Massen wol geschmack und kräf-tig. Dieser Wein dienet dem blöden Magen / ist gutfür das Seitenstechen / stärcket das Hertz und alle in-nerliche Giieder/ist auch insonderheit den Lungensüchri-'gen gesund und gut.

27. Roßmarin-Wein. Nimm des Roßmarin soviel du wilt/ lege ihn in ein Vaßlein/fülle das mit fri-schem Most/ wie er von der Kelter kommt/ und laß ihnwie andere Wein / damit vergähren. Man kan ihnauch mit altem guten W»in zubereiten/ und die BlühevomRoßmarin darzu nehmen/so wird er desto krassti-ger. Wem beliebet/ mag ihn auch mit Wein-Beerenund Spahnen/ wie oben gelehret worden / zubereiten/davon trincken/und andern guten Wein wieder nach-füllen.

Der Roßmarin hat so viel und mancherley Tugen-den ansich/ daß mal? sie nicht wolerzehlen kan/doch willich hier die^nehmsten und gemeinsten/ so viel mir be-bekannt/und ich auch zum Theil probiret habe/erzeh-len. Es wird aber der Roßmarin-Wein zugerichtet/wie erst erwehnt/nur diß ist bierbey zu mercken/daß mannebens dem Roßmarm/ und ein paar Hand voll / vondessen Blühe/ oder Blumen / auch eben so viel Sal-bey-Blühe und Borragm-Blumen dazu nehme; DieTugenden dieses Weins sind ungemein / und nicht je-derman bekannt. Dann es dienet dieser Wein zu allenSchwachheiten/ so von Kalte her entstanden / machetguten Lust zu essen/ heyk'tc.llenmngelhasste Glieder/benimmt den stmckendenAthem/ wann man den Mundd..lNlt waschet/ erstechet das Angesicht; Wann mandas Hau>'t damit waschet/wehret er dem Haar-Aus-fallen/ und macht sie wol wachsen. Wer d'.esesWeinszeitlich trincket / der dar ff sich keiner Fistein / keines- nlkr.j<.>s eder ander Pestilenrialischen Gefahr be-suchten. Ist gut sür die lVi-.lt, nck , erfrischetdas Hertz/ und wolle schier glauben/ daß/ wann einerd^es ÄNms stetig brauchete / es wül de auch sein LeibNuch seimm Tod nicht so leichtlich fauli n/ noch so übelriechen. Wann man mir diesem Wein eineöl, Krebs / oder einen anderen bösen Scha-

den wäscht / so srisset er nicht weiter um sich/sondernschicket sich zur Heplung/ dan er trocknet die böse Feuch-tigkeiten aus / daß er bald heyien muß. Wann einerdurch iangwür.ge Schwachheit an allen D äfften ab-genommen/ so nehmet geröstet Brod/iegetö in diesenWein/lasset es weichen/ und gebts dem Patienten zuessen / in kurtzer Zeit wird er seinStärck wieder befin-den / als wann er niemals wäre schwach geweftn.Manmag ihn auch m oder der Schwmd-Sucht ge-brauchen. Im vin-tägigenFieber in der (^«onoi«.n-j oder alltäglichen Fieber. Wann einer den Mundallezeit voll Waster hatte/ daß erstatigmüste auswerftsen/ er nur dieses Weins gebrauchen/ er vertrock-net so.chen Fluß. Für den fallenden E iech Tagen ister such gut. Item/ wann einer dieSpeift nicht könn,te bchaaen/ wann man einen Bauch-Fluß hat/ wanneinem wäreGistt beygebracht worden/ist er ikm an stattemcs Theriacks. Ist gut für Zittern der Glieder/ fürdas Podkgra/ auch m allen Gebrechen der Mutter.In Summa / wann ich alle seine Tugenden sollteerzehlen / wurde viel mehr Zeit und Papier darzu er-fordert.

28. Salbey-Wein. Solcher Wein wird vomCreutz-Salbey auf gleiche Art wie die vorhergehendeWein vom Most oder alten Wein zubereiter. InFrancken und Hessen aberrichtet man den Sklbey-Wein folgender Gestalt zu / welchen man an denFürst-lichen Höfm zu Darmstadt und Römhild Vicicbiz heis-set. Nemlich sie süllen ein Vaß Lag-weise mit grobenHösel-Spähnen / süssen Wein Trauben/ und etwasfrischer reiner Salbey/ schlagen den Boden wohl wie-der zu/und lassen hernach durch das Spund-Loch voneinem guten alten Wem so viel darauf lausten/ daß esvoll werde; verstünden es darauf/ und lassen es denWinter über liegen/ so wirdein sehr herzlicher Weindaraus/welchen ich vor diesem osst versucht / und ge-

trun,