XI
befindet sich darunter; es sind nur wenige Briefe an Emmius,welche unten angegeben sind. Es ist daher vollkommengewiß, daß im Jahre 1707 nicht das ganze Emmius-Archivin Aurich angelangt ist.
Das wird auch dadurch bewiesen, daß noch späterwertvolle Emmiana im Besitze der Familie geblieben sind.Um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts lebte in Gro-ningen der bekannte und seiner Zeit sehr geschätzte MedikusDr. Herman Wolthers. Er war ein Nachkomme des Emmiusund besaß eine ziemlich ausgedehnte Sammlung von Doku-menten seines großen Ahnen. 1 ) Er hatte den guten Ge-danken, diese Handschriften im Jahre 1852 der Bibliothekder Universität von Groningen zum Geschenk zu geben, wosie gewiß am Platze waren. Diese Sammlung hat großeAehnlichkeit mit den Dokumenten in Aurich; auch sie ent-hält meistenteils Kollektaneen, Adversaria, Notizen usw.,Vorarbeiten zur historischen Arbeit des Emmius, Resultateseiner Untersuchungen. 2 ) Jedoch nicht der ganze Besitz derGroninger Universitätsbibliothek rührt von Dr. Wolthersher. Manuskripte ähnlichen Inhalts sind auch aus andernHänden in die Bibliothek gekommen, ohne daß immer fest-zustellen war, ob sie aus der Emmianisehen Familie stammen.Es scheint, daß von altersher in Groningen mehrere Hand-schriften des Emmius im Privatbesitz gewesen sind; so sindaus dem Besitze von A. J. de Sitter, 3 ) A. A. Ganderheyden, 4 )R. K. Driessen,5) J. Baart de la Faille, 6 ) T. P. Tresling 7 )Manuskripte in die Groninger Bibliothek gelangt. Vonandern Handschriften ist die Herkunft unbekannt; 8 ) jedochist wohl anzunehmen, daß auch diese größtenteils aus Privat-besitz in Groningen herrühren; natürlich sind sie letztenEndes aus der Familie Emmius abstammend.
Es ist zu bemerken, daß bei den Manuskripten inGroningen sich mehr Briefe finden als bei den Kollektaneen
') Anna Emmius, die Tochter des Bürgermeisters Samuel Emmius,heiratete im Jahre 1683 in zweiter Ehe Herman Wolthers, ebenfallsBürgermeister von Groningen, 1657—1733. Sie hatten einen Sohn Wolter,dessen Urenkel der obengenannte Dr. Herman Wolthers war.
2 ) Brugmans, Oatalogus codicum manu scriptorum UniversitatisGroninganae bibliothecae (Gron. 1898), Nr. 137, 141, 147, 153.
3 ) L. 1. Nr. 138. *) L. 1. Nr. 142. 5 ) L. 1. Nr. 145.(i ) L. 1. Nr. 163, 571. 7 ) L. 1. P. E. Nr. 3.
8 ) L. 1. Nr. 139, 144, 206, 207. Nr. 143 war im Besitze der Ost-friesen H. A. J. van Wicht und T. D. Wiarda.