Druckschrift 
Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
Entstehung
Seite
372
Einzelbild herunterladen
 

- 372

VIII. Die Bürgermeisterei Hahn und Heumar.

i'e Bürgermeistereien Wahn und Heumar, welche zu-sammen das ehemalige Botamt Porz bildeten, jetzt unterdemselben Verwaltungsbeamten, jedoch unter getrenntemHanshalt wieder vereinigt, umfassen einen Flächeninhaltvon 28,682 Morgen, nordwärrs von der BürgermeistereiMerheim, östlich von Nösrath, gegen Westen vom Rhein-ström und nach Süden vom Siegkreife umgränzt und vonNorden gen Süden der Länge nach von der Frankfurter-Heerstraße durchschnitten. Der östliche an Nösrath grän-zende Theil ist großentheils Haide nnd Waldung zumKönigsforste gehörig; westwärts, den Rhein entlang brei-ten sich ergiebige Felder um volkreiche Dörfer und Weiler.Dort findet man die schönsten und größten Ackergüter desKreises.

Der nördliche Theil, die Scnumtgemeindc Heumar um-faßt drei Pfarreien, sieben Dörfer und mehre Weiler undHöfe. Das Pfarrdorf Heumar mit dem zu Merheim ge-hörenden Dorfe Rath zusammengebaut, war frühe schonals Wallfahrtort bekannt. Neben der neu errichteten Kirchesteht noch die alterthümliche Ruine des dem heil. Kornelgeweihten Gotteshauses, der hier besonders in der MitteSeptembers von vielen Pilgern wegen Kinderkrankheitenangerufen wird. In einer Urkunde des Erzbischofs Heri-bert v. I. 1019 wird schon die Kirche zu Heumar sNu-merk) erwähnt. Heribert schenkte der Abtei Deuz seinendortigen Hof, und Erzbischof Arnold im 1.114'i ein dor-tiges Ackergut an das Kloster Rolandwerth. Erst im I. 1697wurde Heumar zu eiuer selbstständigen Pfarrei erhoben,nachdem es bis dahin eine Tochterkirche von Urbach ge-wesen. Der Abt von Deuz war Kollator der Pfarrstelle.

. Das Dorf Heumar zählte im I. 1779 blos 1ö8 Einw.und 38 Wohnungen, jetzt aber 4Ü0Cinw. und 72 Wohn-häuser. Das zur Pfarrei Deuz gehörige Dorf Westhofe»,