— 36S -VII. Die Bürgermeisterei Nösrath.
nter allen Sammtgemeinden des Kreises Mülheim findetsich in keiner eine größere Mannigfaltigkeit in den Be-standtheilen des Bodens und seiner Gestaltungen wie inNösrath. Sumpf und öde Haide, anmuthiges Saaten-thal und steile Bergrücken, fruchtbare Hochfläche, Mergelund Sand, Feld und Wald sind hier im auffallendstenWechsel auf kleinem Raum zusammengedrängt. Die Bür-germeisterei IS,779 Morgen Grundfläche haltend, wirdder Länge nach von dem Sülzbache durchflossen, welchervon Hellenthal abwärts von schönem Wiesenthale uiubor-det, das sich bei Vollberg verengt, dann unterhalb Vier-kotten zu freundlicher Breite ausdehnt, wo Dörfer undHöfe in freundlicher Landschaft lagern. Das östliche Uferder Sülz ist von steilen Bergen umdrängt, deren Mergel-boden dem Ackerbau die fruchtbarsten Hochflächen darbietet.Das westliche Ufer aber steigt blos zu unbeträchtlichenSandhügeln, die landwärts gegen Wahn und Nath hinin Haide - und Moorgrund auslaufen.
Die Bürgermeisterei Nösrath bildete früher einen Theildes Amtes Lülsdorf und zwar unter dem Namen desKirspels und Botamts Vollberg, welches auch ein eignesGericht hatte, das mit vier Schöffen und dem Schultheisvon Bensberg besetzt war. Dies Botamt war ursprüng-lich in vier, darauf aber in sechs Honschaften abgetheilt,welche noch in den Steuergemeinden Forstbach, Volberg,Bleifeld, Menzlingen, Nösrath und Hasbach bezeichnetsind. — Vor der Reformation hatten diese sämmtlichenHonschaften nur Eine Kirchengemeinde, die von Volberg.Als aber der dortige Pastor Heinrich Westermann mitdem größten Theile der Gemeinde im 1.1549 zum augs-burgischen Bekenntnisse übergetreten war, hielten sich dieder römischen Lehre ireugebliebenen Ortschaften, worunterbesonders die Rittergüter Venauen, Eulenbruch, Steg und