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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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bis ^ur Blüte gediehencn Haidekorns und die blühendeGinster von kleineren Landwirthen häufig zum Düngerb-nutzt. Eigentliche Brache, eine vollständige Ruhe wirddem Zlcker selten, und nur in dem Gebirge gewährt.Aus besserem Boden ist die Feldordnung bei größeren-ttrn^gewöhnlich, daß nach zweijähriger Wintersaat vonWi'?en und Roggen, Klee folgt, dann Hafer und daraufKarroffel oder andre Brachfrüchte. Auf geringerem Bo-den aber nach Roggen Klee, der erst geschnitten und dannzur Viehhut benutzt wird, daraus Haser, oder Heidekornund sodann Kartoffeln. Im höhern Gebirge ist blosWechsel zwischen Hafer und Klee, sowie in der Sandge-gend des Rheinthales zwischen Hütnng und Buchweizen,der zur Zeit der Kreuzzüge ans dem Sarazenen- (Heiden)lande hierher gebracht wurde und daher seinen NamenHeidenkorn führt.

Außer Spaten, Karst, Plug, Walze und Egge sindk eine Ackerwelkzeuge in Gebrauch. DaS Mähen des Wei-zen, Roggen und der Gerste geschieht mit der Hansichel(Secht,) die aus der Grafschaft Mark vor etwa 50 Jah-ren hierher eingeführt wurde, da man früher alle Ge-treide mit der gezähnten Sichel schnitt. Buchweizen undHafer werden mit der Sense gemäht. Maschinen zurSaat, zum Erndten oder Dreschen fanden im Kreise keineAufnahme. Die Zerstückelung des Bodens sowie die Mengefleißiger Hände machen sie entbehrlich. Nur für das Rii-nigen des Getreides ist auf großeu Gütern eine einfacheMaschiene, die sogen. Wannmühle in Gebrauch. DerErtrag des Ackerlandes ist bei der Verschiedenartigkeit desBodens sehr ungleich. Auf dem Küchenberge zu Odenthalund in der Au zu Overath gab der Morgen schon 19 ^Malter Hafer; das mit Damuierde gemischte Sandlanddes Rheinthales trägt durchschnittlich blos die Hälfte, undauf dortigem Haideboden liefert der Morgen kaum zweibis 3 Mltr. Roggen oder 6 bis 10 Mltr. Buchweizen,oder 5 bis 8 Mlir. Hafer. Minder ungleich ist die Aus-deute der Kartoffeln, deren bei guter Düngung in gün-stigem Jahre bis 12,WO K per Morgen Mittellandes