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Festigkeit des Daches unentbehrlich hielt. Noch findet manim Gebirge solche Häuser, die gleich einem Nauchfangeeingeraucht; doch die Bewohner sind trotz der nacktheiligenEinflüsse auf Brust und Augen durchgängig kräftig undgesund, die vererbte Gewohnheit läßt jene Unbequemlich-keiten nicht empfinden, und die Zufriedenheit ist meistensMitbewohnerin des für Menschen und Vieh gemeinschaft-lich errichteten Hauses. Die wohlfeilste, besonders zu Vieh-ställen geeignete Art von Gebäuden mit gestampften Lehm-Wänden ist im Kreise noch selten und blos noch in Oden-thal aufgenommen.
Die Heizung der Wohnstuben geschieht jetzt durchgängigmittels eiserner Oesen, die auf dem Lande zugleich zumKochen benutzt werden. Im Gebirge wird meistens Holzgebrannt, an der Abdachung des Gebirgs auch dortigeBraunkohle (Trasse!) und Torf; im Nheinthale größten-theils aber Steinkohle». Die Anwendung des Torfs undder Braunkohle zum Brodbacken und Obstdörren, wie diesin der Umgegend von Opladen geschieht, ist im Kreist ^noch nicht eingeführt. Die abendliche Erleuchtung derWohnstuben geschieht mit Nüböl. In Mülheiin und beiwohlhabender« Landleuten ist die häusliche Einrichtungder niederrhcinischen bürgerlichen Lebensweise gemäß, auchdie Reinlichkeit durchgängig musterhaft. Doch bei denAckersleuten im Gebirge und überhaupt bei den ärmer»Landleuten findet man in Wohnungen und Kleidung häu-fig Unfauberkeit. Weniger die Armuth als der Mangelan Sinn für Reinlichkeit und die Nachlässigkeit sind Ur-sachen dieses Uebelstandes, der auf Geist und Körper sehrnachtheilig wirkt. —
Von einer eigentlichen Volkstracht gibt es seit der Fremd-herrschaft fast keine Spur mehr, selbst in den Berg-dörfern hat sie die Mode verdrängt. Blos der blaueKittel, die grauleinenen Gamaschen" und der Mespelstabbleiben das Eigenthümliche des vollendeten Anzugs unseresLandmannes. Der blaue Kittel, auch Zukittet genannt,ist eine von Belgien eingeführte Tracht. Die frühere die-