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rechten durch einen besondern Hausvertrag ab. Am 15.März 1806 wurde das Herzogthum Berg an Frankreichabgetreten, und Kaiser Napoleon wurde unser Landesherr,der aber Berg mit Kleve vereinigt unter dem Titel einesGroßherzogthüms schon am 19. März an seinen Schwa-ger Joachim Murat verschenkte. Als aber unser Groß-herzog sich die Wohlfahrt des Landes angelegen sein ließund auch im Verhältnisse zum Schöpfer seiner Machtmehr alö Landesvater, wie als Diener des gewaltigenSchwertkaisers auftrat, so entfernte ihn Napoleon, machteihn zum Könige beider Sieilien, und nahm am 30, Jnli1808 das Großberzogthnm Kleve-Berg selber in Besitz.Am 3, März 1809 aber ernannte er seinen Neffen, denjetzt auf der Feste Ham in Frankreich eingekerkerten Lud-wig Napoleon zu unserm Großherzoge, und behielt beidessen Unmündigkeit als Vormund die Regierung, bis aufLeipzigs Gefilden die Sonne seiner Macht sich zum Un-tergange neigte-
Die Klagen des Volkes über diese gewaltsamen Negie-rungsveränderungen wurden durch die vielen guten Ei-genschaften Mürats gemildert, und daun durch den blen-denden Nubm und die starre Schwertherrschaft des großenKriegsmeisters übertäubt uud gewaltsam erstickt. Eineneue Zeit war hereingebrochen, andere Ideen, andre Le-bensverhältnisse drangen in's Volk- Viel des Alten warmorsch und unhaltbar geworden; es wurde mit EinemMale dahin gestürzt, und über den Trümmern begannein ueueS Leben. Le der ist jener Uebergang durch Blut-llnd Brandflecken und furchtbare Gewaltthaten bemakelt;doch in Allem müssen wir eine gütige Vorsehung aner-kennen, die selbst durch die gesürchtetsten Katastrophen dasBessere vorbereitete, und bei dem Schlimmsten mindestensunserm Vaterlande die Lehre gab, daß es künftig sich rüste,um die Schmach der Erniedrigung abzuwenden.
Vor der Einverleibung mit Frankreich war die StadtMülheim in außerordentlichem Aufschwünge. Die Nhein-sperre hob den Nachtheil der Nähe einer größeren Stadt