anlegte. Von hieraus bekriegte er im nämlichen Jahredie Brukterer im Bergischen und zwang mehre deutscheVölkerstämme zum Frieden, Die gefangenen deutschenHäuptlinge ließ er zur Belustigung des Volks in denTheatern Von wilden Thieren zerreißen. Doch diese uiichristliche 'Grausamkeit erweckte mehr Haß als Furcht.Als Julian im I. 356 mit gewaltigem Heere an denRhein kam, fand er die Hauptstadt Köln durch die Franke»zerstört nnd blos noch ein Thurm übrig. Nach vierjäh-rigem Kampf erzwäng auch er deu Frieden, jedoch imI. 387 brachen die Franken unter den Herzogen Mar-ke mir, Sunno und Genebald wieder ins röm. Gebiet,wurden geschlagen, siegten jedoch über die Verfolgenden,wiederholten ihre Einfälle, zertrümmerten endlich die röm.-Macht am Niederrbein nnd fetzten sich in den Besitz vonKöln, das nach Duisburg der Sitz eines ihrer Königewurde.
Wo die große volkreiche Ubierstadt diesseits des Rheinesgestanden hat, von welcher ((!. ti. t>. I. IV )
berichtet, ist nicht aufgezeichnet. Der Lage und der Sagenach sollte man auf Mülhcim schließen. Bei der Febdeder Städte Mülheim und Köln im I. 1417 brüsteten sichdie Berger damit: zu Mülheim babe bereits eine um-fangreiche Stadt gestanden, als Köln noch ein kleinesFischerdorf gewesen sei. Noch bis heute geht die Sage,ks habe ehedem gebeißen „Groß Mülhcim und Klein Köln."'Der Kölnische Mtcrthnmsforscher Aegidius Gelenisis, der^jener Zeit um ein Paar Jahrhunderte näher, gibt dies!anch als eine Thaisache an und Guudling <.die Chur-!fürstenthümer C.tp Vil H 32) sagt, zu Mülhcim habedie alte Hauptstadt der Ubier gestanden, wie dies die imI. 1612 aufgefundenen großen sehr alten Mauerwerke^.unter der Erde bezeugt hätten.
') Diese Einwanderung der Franken aufs linke Rheinufe»,erklärt auch die Erscheinung, daß dort so viele Ortsnamen ^mit denen dks rechten Ufers gleichlautend sind, so z. B. jMülheim, Merheim, Gladbach, Refrath, Stammeln (Stam-!mein) Verscheid zc.