334
Des Adelichen Land-und Zeld-Lebenö
iv.
BuH - tzöltzer / anbey zu beobaZten / daß man solZe / naZ Be-
schaffenheit / zu starcken Stämmen solle erwachsen lajsen.
Eiden - Baumenes - Holtz. 2. Ristern-.doltz. z. Schießbeer-Holtz. 4. Hollun-der-Holtz. s. Rother Hollunber - Holtz.6. Tax-Bamn-Holtz. 7. Weiß. 8. Schwartzund9. Hagedorn. Holtz. 10. Sanguinuß-Holtz. ^ n.Brillo oder Brill-Baum. 12. Herlscken-Baume-nes-Holtz.
Der Miede - Baum ist ein zähes und fasichtesHoltz/welches ein grosses / graues / dickes / und wiedas Holtz/ fasichtes Blatt/und einefchwartze Beeretreibet / welche / als die Arlsbeer inTraumeln wach-set / die man gemessen kan. Es treibet dieses Holtzkeinen hohen Stamm oder Busch / sondern halt sichgerne niedrig.
Das Ristern-Holtz pfleget am allermeisten in de-nen Hecken als ein dreischlichtes und stockichtes Holtzgefunden zu werden. Es hat dasselbe eine gras/grü-ne Schale/ mit vier dürren grauen Streiften umge-ben und tragt ein grünes Blat / etwas breiter als einWeiden- Blat. Seine Frucht bestehet in Pfirsch-
Blürh-Farben/ viereckichten Glocklein / in Form ei-ner Nauten-Knopffe/ doch etwas grösser / welcheHerbst-Zeit / wann sie von der Sonnen-Hitze/ nachdem sie reiss/sich aufthut / vier gelbe Saamen-Kör-ner/ in Form eines halben Hagedorn-Kerns zeiget/und sehr angenehm ist.
Das Schießbeer - Holtz ist dreyerley/als erstlicheindunckel-braunes von Farben/mit weissen kleinenPünctlein auf der Schale bemercket/welches die Pul-vermacher wegen seiner hierzu sonderlich diensamenKohlen / gerne suchen / und führet ein Laub / fast wieeine saure Kirsche. Hernachmals ist eine Art / wel-che schwartze Beere tragt / in Form einer Wachhol-der-Beer / ausser daß sie in solchen/ doch etwas kleine-ren Traublein / als die Arlsbeere wachsen. SeinHoltz ist feste/auch denen Schustern »übst dem Hol-lunder zu Schuh - Pflöcken sonderlich angenehme.Das dritte ist gleichfalls licht-grau von Schalen/ undhat ein Blat / fast gleich dem Maulbeer Laube / tragtin eben solchen vorgemelderen Traublein formirte /doch stinckichte rothe weiche Beere/welche gleich wiedas Holtz / von einem sonderlichen starcken und deinMenschen sehr unangenehmen Geruch ist. '
Das Hollunder - Holtz ist zum össtern in denenHöltzern / und zwar meistenrheils auf denen Tax-Baumen zu finden / und halt mandavor / daß solchesdaselbst eben durch die Dachse / als welche dessen Bee-re Herbst - Zeit sonderlich gerne gemessen / aus demvon gedachten Dachsen dahin geschmeisten Kern ge-zeuget werde. Wie dieser Baum vom Wüchse/ Blat-tern und Frucht beschaffen ist / habe zu melden nichtnöthig geachtet / massen derselbe jedem Hauß-Wirthauf dem Lande und in den Städten gnugsam be-kandt ist.
Der rothe Hollunder wachset in denen Tannen-Höltzern von einer solchen Fettigkeit/ gleich wie der ge-meine Hollunder / ausgenommen / daß derselbe gantzröthlichr von Knopssen und Holtze siehet / tragr eineBeere von Gestalt wie die andere / auch inwendig mitzweyen Kernen / ausser daß / wie die andere Beereschwartz / diese hingegen roch siehet/auch nicht in sol-chen breiten Zwieseln / sondern wie eine Wein-Trau-be tormiret/ seine Frucht tragt/auch wird solche inmecjic, jum'j zeitig/und ist derselbe Kern in der ro-then Ruhr sonderlich heilsam zu gebrauchen / wirdauch wie andere Hollunder - Beer von denen Vö-geln/ welche dergleichen zu ihrer Nahrung haben/sonderlich gesucher / am liebsten aber von denen Hasel-Hünern.
Der Tax-Baum ist ein Holtz / welches zwar hichger Gegend nicht aller Orten wachset / doch wird ermehrenrheils an steinigten Bergen gefunden / ist einWinters-und Sommers-Zeit grünes Holtz / undgleicher dem Tannen-Holtz so / daß man wenig Un-terschied darbey findet / ausser daß es in keinen son-derlichen Stamm treibet / sondern nur um sich wach-set/ gleich dem Wachholder--Holtze/ dahero es auchdie Gärtner in die Gärten pflegen zupflantzen/ unddaraus / wann es in der Scheere gehalten wird / al-lerhand Figmen ziehen können.
Weiß - schwartz - und Hagedorn / sind schlechteHöltzer/ und wäre besser / daß sie garnicht in denenGehöltzen zu finden / weiln / wann das andere Holtzin die Höhe kommt/ diese Arten Holtzes verdorren/da es dann gleich von denen Spannern oder Holtz-lesern weg getragen wird; Jedoch ist solches zu nu-tzen / wann man es in der Zeit abhauen / zusammen jbringen / in lange Wellen binden lasset/ und zum Aus-!bessern der Zäune und Hecken/worzu es sonderbartauglich / verkauffet.
Es bestehet aber der Unterscheid dieses dreyerleyDorns darinnen: Erstlich der Weiß-Dorn hat eineweisse glatte Schalen und ein zackichtes Blat / inForm einer Messellernen / ausser / daß es etwaskleiner und glatter ist / mit sonderlichen langen har-^ten und scharff-gestutzten Stacheln wohl versehen/Itragt eine rothe glatte Frucht in Form der Arlsbeer/nur daß sie von meelichtem Geschmack / und einendoppelten Stein-Harten Kern in sich hat / durch wel-chen es sich auch fort artet und aufgehet. Die an-dere Art ist der Hage-oder Roftn-Dorn/ein weichesstarck-kernichtes Holtz / welches zwar in einem Som-.mer ungemein in die Höhe schiesset / aber von keinerlangen Dauerhafftigkeit/ sondern bald wiederum ver-dorret. Hat viele an einander einer Luchs-Klauennicht ungleich formirte / und mit ihren spitzigen un-terwärts stehenden Stacheln / welche denjenigen/so ^durch dergleichen Gebüsche hindurch muß / nicht we,nig anhalten und mcommockrenkan. Seine Frucht
ist