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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
303
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Dritten Theils

Karpffen sind des Nachts mir den Netzen am be-sten zu fWgen/dann da sehen sie das Netz nicht/wieam Tage.

Brachsmen (Lyprinus Isrug) seynd breite Fische/den Karpffen am Geschmacknicht unähnlich / gleich-wolen zeucht man den Karpff an der Güte weit vor;Sie wagen insgemein vier/fünff und sechs Pfund;Lieben einen lettichten Grund. Von diesem Fischwird das Mittel-(Stück für das beste zum Essen ge-halten/ wie bey dem Hecht der Schwank / und beyden Karpffen der Kopff.

Barbe (ösrbus) ist ein wohl-schmäckenderFisch/sonderlich so er groß ist /warm oder kalt auf-gestellt. Es sind lange / geschlancke und dicke keu-lichte Fische/ haben spitzige Mäuler/vorne mit Bar-ten/ schier wie die Weise / werden in der Oder mitgrossen Netzen / aber m gemeinen mittelmässigen Flüs-sen und Wassern mit Hamen gefangen. Seine Nah-rung ist das Schöllkraut / Schnecken und Fisch.

Sie legen sich bißweilen an die Ufer der Wasser/und wühlen mir den Maulern in der Erde / so lange/biß sie Löcher hinein machen/und sich darinnen ver-bergen können. Willr du sie angeln/ so nimm Käse /Schnecken / die nur ihren Hauslein am Ufer desWassers seyn / und Eyerdotter / stoß diese Dingeunter einander / daß es wird wie einTaig/ folgendsnimm pl-TpÄi-irren Kampffer / thue ihn auch unterdie vorgenannte Stück / und wann du angeln willt/so ninim ein rein Tüchlein / und thue diese Materiendarein / etwann einer Erbs groß / binds zu/ und stoßes an den Angel-Hacken.

Aal (^nAuilis) ist ein fetter und zarter Fisch/lieblich zu essen / dem Magen und Nieren aber ist ersehr schädlich / auch solchen Personen/die den Stein/oder Podagra haben; Vergleichen sich mehr einerSchlangen als einem Fisch/wann die Aalen lausten/so werden ihrer viel in den Wöhr-Körben oder Reu-sen gefangen.

Item tkue die Wurmlein/ die um St. Johannis-Tag des Nachts auf den Wiesen und Aeckern alsoleuchten / (etliche nennen sie'Johannis-Würmlein)in ein Glas/und vermachs oben mit Pech oder Wax/daß das Wasser nicht hinein kan/ stecks in die Reusen/so wirst du viel Aal fangen. Dann nach dem Liechtlauffet er sehr/und will sich verkriechen/und kreuchthäuffig in die Reusen und Aal-Kästen.

Wanns im Sommer donnert/ so ist der beste Aal-Fang. Item / vier Wochen nach Ostern / wannsbeginnet warm und geschwüllig zu werden/und wannfinstere Nächte seyn.

Wann des Nachts der Mond scheinet / so beister nicht wohl an. Aber vier Tage nach dem Wadeloder neuen Mond beissen sie gern an. In der Fa-sten sähet er an zum erstenmal zu gehen / sonderlichwann das Erlen-Laub ausbricht / alsdann ist auchgut Aal fangen. Im neuen Mond gehet kein Aal/wann es gleich donnert oder blitzet: Aber im Abneh-men des Monds gehet er/sonderlich wanns donnerjtund blitzet / und wahret solches Gehen vollend biß zumEnde des Monats. .

Wann man todte Barsen/ Krebs-Schwantz/Rothaugen oder Persig an die Angel-Hacken macht/

Ellffteö Buch. - zoz

so sähet man sie mir der Angel/ und sonderlich mitden Nacht-Schnüren.

.Wann er das Geräusche des Wassers und dieMühlen höret/ so leget er sich oben auf das Wasser/und schwimmet dem Strohm nach hinunter zu demGeräusche der Mühlen/da leget man ihme eine gros-se Reuse und Fisch-Körbe hart neben einander / et-wann eines guten Schritts lang über den Fluch-Rin-nen/ durch welche das Wasser herunter auf die Ra-der laufft/wann er nun zu denselbigen Rinnen kommt/und mercket/ daß ihn die Fluch ergreiffen / und mithinunter auf die Räder reissen will/so kreucht er un-ter das Wasser/ drehet sich um / und will unten aufder Erden wieder zurück im Wasser gegen den!Strohm hinauf schiessen / kommt also in die Reusen/und wird gefangen. Ergreifft ihn aberdie Fluch desWassers / und reistet ibn mit herunter aufdie Rader/so hat man unten Säcke vorgestellt an den Rinnen/'darein kommen sie und werden gefangen/wann mandes Morgens die Säcke hebt.

Man sahet sie auch sonsten mit Angeln und Re-gen-Würmern/ wie andere Fische am Tage / allemman muß sie tief sencken / daß der Hacken unterlaufder Erden hergehet/sind aber sehr übel vom Hackenwieder abzulösen / dann sie krümmen und winden sichsehr/daß man sie übel handeln kan. Man sähet sie auch ?also / man fähret mit einem Kahn dahin/da sie vfle-!gen zu seyn / und macht einen Awirns-Faden vierfaltigzusammen / und reihet grosse Regen-Würmer daran/darnach bindet man den Zwirn zusammen/gar käu-lich wie einen Circkel / und hält sie also unter dasAZasser / schnellet ein wenig mit einem Finger aufsWasser / so kommt er bald / und will sehen was dasist. Wann er die Würmer gewahr wird / so beist erdrein / nicht einer allein/ sondern etliche miteinander/so bekommt er den Zwirns-Haden um die Kieseln oderKiemen / wann man nun fühlet/ daß sie dran seyn/so zeucht man sie herauf/und halt sie über den Kahn/so fallen sie vom Zwirn ab/und fallen in den Kahn/darnach ist gut mit ihnen zu handeln.

Wann der Hanss bald reiss ist / so schneide ihnmit den Kolben ab / und thue »hn in die Reusen/ dagehen die Aal gerne darnach. Oder thue alt fürnenSchmeer in eine Pfanne / rühre wild Münch-Krautdarein / binds in ein Tüchlein/ und Hangs in die Reu-sen.

Wiewol der Aal 6. Tage leben kan / wann derNord-Wind von Mitternacht wehet/aber wann derSud-Wind vom Mittag wehet / weniger Tage / somuß man ibm doch Hüisse thun / und in einen nas-sen Zuber legen / ohne Wasser/ darinnen dauert erbesser / sonderlich wann man ihn mit grünem Gras 'bestreuet. .

Wann man ihn fortführen oder tragen soll / io>muß es in der Nacht geschehen/auch in einen genas-seten Zuber in Sand legen / dann der ist seine Nah -rung/ so kan man ihn über acht Tage lebendig midfrisch behalten.

In der Arhney wird von ihme gebraucht erstlichdie Haut / welche umb die ve'rrenckte Glieder ge-bunden/