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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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296 Deö Adelichen Lat

gegen diejenigen zu erwählen / da man das Quell-Wasser/ nur so viel als nöthig/darein leiten kan.Gleichwie aber der thonigte Grund das Wasser auf-hält / also lässet der sandigle desto eher eindringen;

> Am allermeisten verzehret der salpetrige Boden das»Wasser hinweg : und obschon im leimigten Grunde1 das Abnehmen so hefftig nicht ist / so ist jedoch / wo^ kein Zugang / dasselbige dannoch auch mercklich zu^ spühren.

> Man muß auch gute Achtung geben aufdie Land-j Art / und auf der Teichen oder ^?een Grund / wasderselbige vor Fische haben / dulten und leyden kan:Dann wo viel Schlamm und Koch ist / da sind dieSchleyen/ Aal und Karpffen gerne/wiewol man sieauch in den sandigten Seen findet / und da es einenleimichten Grund hat / dann in leimichten Gründenwerden sie fett und gut. In steinigten und sandigtenFluß-Wassern sind die Grundeln / Elritzen / Kaul-haupter/Fohren und Kressen gern. In hell-rorh undsüßlichten Wald-Wassern leben die Forellen am lieb-sten/ und mögen also schwerlich (ausser wo man hell-fliessend Wasser hinein leiten kan) in einem Teichewol gut thun. Das Gebürg - Wasser / so vom ge--chmoltzenen Schnee herunter kommt / oder sonstenaus den Gebürgen quillet/ ist ein gar kühl/unfrucht-bar und schnell-lauffendes Wasser/ das sonderlich dieKarpffen im Sommer nicht gerne haben; Aber dasgemeine Land-Wasser / das fein langsam fortfließet/und in der Sonne laulicht wird / auch mancherleyFische und Saamen mit sich führet / ist den Teichendas beste und allernützlichste Wasser: Darum am be-sten / man führe das Wasser aus den Flüssen in dieTeiche / dann die bringen junge Fische mit / und ha-ben ein lieblich und laulicht Wasser: Doch muß mansich vorsehen / daß in solchen Fluß- Wassern keineHechte seyn; dann Hechte / Perschen / und derglei-

i chen sind böse und schädliche Gäste m den Teichen /

> dann sie fressen die andern Fische auf / und machen! wüste Teiche. Im übrigen pfleget man die Teiche /in welchen man nicht immerzu lebendig Wasser ha-ben kan / von der Winter-Flut imMartiowohlan-- zulassen.

Ae mehr sich auch die Lage zum Teich - Bau be-quemet/ je besser und leichter es ist; und muß dieser-halben wahrgenommen werden / ob das überflüssige/und sonderlich das wilde Wasser abgetheilet werdenkönne / damit die Fluchen in und an den Teichen kei-nen Schaden verüben.

Man muß auf den Seiten/ wo es die Noth er-fordert/ zwey oder mehr Flut-Rinnen machen/daßim Nothfall das übrige Wasser / wann das zu sehrund zu hauffig zulieffe / abschießen könnte. E ie müs-sen aber wohl verwahret werden / daß der Fisch nichtwegkomnien kan. Man muß auch oben / da dasWasser in den Teich läufst / ein Zäunlein 2. oder z.l vormachen/ daß der Fisch nicht hinauf tretten kan/undZ von Leuten mag aufgenommen werden. Vor demZapffen-Loch muß es auch mit einem starcken Gitterverwahret seyn / daß der Asch nicht mir weglaufft/wann man den Teich abläst. Es machen etliche/noch unter dem Damm einen feinen dichten Zaun vonReisstg vor / daß öer Fisch nicht wegkommen kan/

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d-und Feld-Lebenö « «

wann er gleich durch das Zapffen-Loch mitweggien-ge. Ferner muß auch das Zapffen-Loch mit einem gu-ten grossen Münch (wie mans nennet) wohl verwa-hret seyn / daß das Wasser im Ablauffen des Dammsdie Erde nicht wegreiste.

Will man nicht am Ende des Damms Fluth-Rinnen machen / so setzet man doch etliche Münche(das sind hohle breite Höltzer) an den Damm/wieman sonsten ans Zapffen-Loch pfleget zu setzen/ dq-mit das übrige besser ablauffen kan/ und den Dammnicht einreisten möge.

Ingleichen ist auch der Sonnen halber zu mer-cken / daß die freyen und mit keinem sonderlichenSchatten beschwerte Teiche / insonderheit sür dieKarpffen sehr nütze sind/ weilen die Sonne das Was-ser krafftiger prsepsnret/ja es wächset gedachter Fischwenigsten in einem Jahr um ein Vierrel-Pfund in ei-nem sandigten/ als icharrigren Teiche.

Es ist dem Teich-Bau sehr beförderlich / wann sichder Platz also bequemer/daß man nicht übrig vielKo-sten darauf verwenden/ sondern es nur bey dem Vor-damme alleine bleiben / und nicht ringst umher / vielauf Dämmen und ausführen lassen dörffe.

Wann dann nun die Gelegenheit besagterMas-sen beschaffen/daß man gute Hoffnung zu glücklichemFortgange hat / wird ferner des Bauens halberfol-gendes beobachtet: daß man zuförderst nach geschick-ten Arbeitern sich umsehe / dann mit solchen um ei-nen billigen Lohn / entweder überhaupt oder Ruthen-weise / die Arbeit verhandle.

Anbey hat ein Hauswirth Sorge zu tragen/daßdie verdingte Arbeit auch wohl geschehe/und sonder-lich der Damm also bevestiget werde / daß er beste-hen könne; welches dann geschiehet/wann die innereund äussere Seite von Rasen-Stücken dicht besetzet/und die Ausfüll-Erde derb gestampffet wird. Ferner/daß die Rinne sammt dem Zapffen und Stemmerwohl geleget und verwahret/ desgleichen auch / woes nöthig / das Uberfall-Gerinne tauglich gemachtwerde / dann solche Arbeit kostet viel Geld / und istnicht leichte Aenderung zuthun.

Einige wollen/ man solle um Johannis etliche Wo-chen den Karpffen/ kein neu Wasser in die Teiche lassen/damit sie ihrer Nahrung besser abwarten/ und sich destomehr speisten mögen/ als wovon sie alleine gut werden:dann sonsten pflegen sie allezeit dem frischen Wasser nurentgegen zu gehen/arbeiten sich damit ab werden ma-ger und sehr geringe.

Welche Teiche aufeincm Sommer besaamet wer-den/ bedarffs gar wenig aufsehens/ um daß darauf Ach-tung gegeben wird/daß nicht elwan Reussen oder garSäcke von diebischen Leuten in die Teiche/ wo die Fischedem Wasser entgegen gehen/ geleget/ und also die Fischeausgestohlen werden.

Diejenigen Teiche aber / welche auf zwey Som-mer stehen bleiben/ muß man wohl in Acht nehmen/ undzur Winters-Zeit alle Tage fleißig besehen/ob sie auchnach Nothdurfft aufgeeiset/ und mit Wuhnen verse-hen werden. Ingleichen / daß man wahrnehme / obdas Wasser in denen Graben seinen richtigen Lauff unbGang habe/ob dasselbe verstopffet/verseiget/oder vonden Wmd-Wehen versaßen sey/ davon es stehen blei-bet/