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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
230
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Zu mchrerem hab ich auch allhier nicht unvermel-det lassen wollen/ wie heutiges Tags sich etliche un-terstanden/Hirsch-Esel/ja so gar Maulthier von Och-sen zuwegen zu bringen/ wie dann noch heutiges Tagsein dergleichen Hirsch - Esel in dem König!. Thier-Garten zu Londen in Engelland seyn soll. Wannman nun solche Hirsch-Esel haben will/soll man erst-lich einen jagbaren Hirsch in einem Thier-Garten hal-ten / und eine Stutten / welche erst zu End desßulti fohlete/ den Frühling und Sommer über zu ih-me hinein lausten / und sie sammt dem Fohlen/Tagund Nacht / bey ihme lassen / damit sie einander ge-wöhnen / sonsten aber muß kein Thier dabey seyn.Wann dann nun die Brunst-Zeit herbey kommt/die Srutte gefohler / so wird der Hirsch für grosserBrunst / dieweil er kein Wild haben kan/dieStuttebesteigen / die Sturte aber / weil sie rostig und gailist / auch vorhero des Hirschens schon gewohnt/wirdihn gar gern annehmen / und so erste bespringt/gewißvon ihm concipiren/und dergleichen Pferd mitHirsch-Klauen / neben den beeden Fösseln/ gleichwie eins-mals / als ein Bauer beyDinckelspühl seine Statteim Wald waiden lassen / und diö>L?tutte von einemHirschen bestiegen worden / herkommen. Oder eswürde sich auch thun lassen / wann man einen jungenHirsch von einem Jahr / nebst einem paar jährigenStutten-Fohlen/ etliche Jahr in einem Thier-Gar-ten beyeinander lausten liesse / würden sie von Jugendauf einander kennen lernen und gewöhnen.

Was die Belegung eines Pferds mit einem Och-sen anlanget/ kan solches / auf die mit dem Hirschenerzehlte Manier/ nicht geschehen / sondern es muß einandererprocck damit vorgenommen werden. Mei-ne Meynung davon wäre diese / man muß den Och-sen in einen finstern Stall stellen / und ihn gewöh-nen/daß er sich an einer Strick-Halsster führen las-se/ ihn mit gutem Futter halten / und offt von dem

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens

Beschöll-Pulver / so man den Hengsten eingibt/ ein-geben/ und wann er ein paar Monat abgehaltenund herum geführt worden / welches vey Nachts ge-schehen solle / auch »hme unter der Zeit die Nase tag-lich mit einem Schwamm wohl gerieben worden /von einer Stutte/so rossig ist / kan man »hn in allerStille zu der Stutten führen und springen lassen.Es ist aber allhier zu mercken/ daß man solches osstthun muß / biß die Sturte concipirt hat / alsdannsolle man den Ochsen nicht mehr zu ihr fuhren/ manmuß auch die Stutten in ein in die Erden eingegrä-benes Loch stellen/vornen zwischen zwey Riegel an-binden / darmit der Ochs zurecht kommen könne/ auchsolle man der stutten den Kopssverdecken /.damicder Ochs sie nicht sehe. Die junge Maul-Esel sollman cr»tt»ren wie andere Fohlen / damit sie heim-lich und fromm werden/ sintemal das Thier an ihmselbst widerspenstig und hartnäckig! ist: Wann esdann solte in die Wildnüß einlauffen / und etlicheJahr also darinn verharren/wer wollte hernach das-selbige zahm und bandig machen? Zu solchem nundesto leichter / und ohne sondern Kosten / wofernein Her: nicht selbst Stutten von seinem Gestütt darzuhalten wollte / zukommen / könnte man etlichen Bau-ren/ welche Unterthanen/ ihre Stutten damit bele-aen / ihnen hernach das Fohlen um einen billichenPreiß abkaussen / und in die Stutterey schicken:Dann wann einmal eine Stutte von einem Esel zu-kommen / selten von einem Hengst mehr trachtig wird/und da solches bißweilen geschiehet/kommt doch seinLebtag nichts gutes mehr von einer solchen Stutten.Diese Maulthier kan man hernach zum Tragen undZiehen / wie man will/ gebrauchen/ werden mehr undhärtere Arbeit thun / als die Pferde sonsten thun kön-nen / und nicht so viel Futter kosten; sintemal die,ses Thier mit wenigem Futter/ und gro-bem Heu vorlieb nimmt.

Jnnhalt'.