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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Des Adelichen Land-und Feld-Lebens

6. Wer ein Bier will schön / lieblich und klarmachen / der nebme Saltz und Hefen vom Bier/daser zubereiten will / schlage und rühre es wohl untereinander / und laß des Bier auf dem Fasse darauf/und rühre es nochmals wohl um; Alsdann lasse eseine weile ruhen / ehe du es gantz voll anfüllest/so istes gerecht.

7. Dem Bier einen lieblichen Geruch und Ge-schmack zu machen/kan man nur in einem SackleinViolen-Wurtzel ins Faß hangen. Oder man nimmtgestossene Nagelein / zerschnittene dörre Lorbeeren /jedes ein balb Loth / und bangt es zusammen in ei-nem Sacklein ins Bier. Schmackhafftig Bier zumachen, ttypericon, Hartenhayn oder Johannis-Kraut genannt / im Mayen gesammler und ins Biergethan / macht es schmackhafftig / krafftig und frisch.

8. Dem Bier einen Geschmack zu geben/wie ei-nem Wein. Nehmet ein Faß/ da Beer-Wein oderMost aufgelegen hat / und lasset / so bald es ausge-zapssr worden / von Stund an jung Bier darauffüllen / und darinn vergahren/ so bekommt solch Biereinen lieblichen Wein-Geschmack / wird schön lauterund gar gut zu trincken.

9. Daß ein Faß Bier frisch und eines Schmackesbleibe / weil man davon trinckt. Wascher Benedi-cten-Wurtzel fein sauber und rein/lasset sie abcruck-nen/ leger sie ins Faß / und richtet dasseibige auf/ sobleibet es biß auf die Neige / und wird nicht sauer.Oder nehmet Hagen-Burten-Dornholtz/ schabet dieRinden ab/ und hobelt Span davon/ dürret sie aufeinem Tuch in der Stuben/ oder in der Sonnen/ undwersset sie hernach ins Faß / so behalt das Bier seinenGeschmack/und lasset es nicht kanicht werden. Oder/nehmet Hopssen/ ein frisch Ey/und von einem neuenTopss / so nicht glasurr ist / die Scherben klein zer-schlagen / und ins Faß gethan. Etliche nehmen eine

starcke Sommerlatte von Hollunder/ und steckm sol-che zum Spund hinein in das Faß / und den Spundzugemacht mir frischem Laimen/ das Bier verwirfftsich nicht/ wird auch nicht Sommerenzig / noch ab-schmackig/ oder sauer/so lang man davon trincket/und bleibet beständig. Es stecken auch etliche Pfirsch-ken-Laub ins Bier / das befördert den Urin / undnimmt die Würmer im Leibe hinweg.

10. Daß der Blitz oder Donner das Bier nichtbeschädige. StehetsBier in einem grossen Donner-Wetter im Brauhause / so kan man den Bottich mitBrettern zudecken/reine Tücher darauf legen/ undein wenig Saltz / kleine Kieselsteine und Lorbeer-!Blatter / wer sie baben kan / darauf streuen. Istaber das Bier in Fässern in den Kellern / ( welchesdann des Wetters wegen nicht also gefahrlich ist/'und man wollte sich auch etwann dieser Gefahr be-sorgen) so möchte man dieses jetzo angezogene Stück ,auch gebrauchen/ so darss man sich natürlich derowe-1gen nichts befürchten. Dann das hat GOtt derNatur eingepflanzet / daß sich starck wider schwach zulegen schämet/ also schlagt der Donner nicht in dieschwachen Lorbeer / sondern gerne in die starckenEichbäume. Das erfähret man auch an dem Löwen/daß er sich eher an etwas starckes als an etwas schwa-ches machen thut.

11. Im Fall aber das Bier vom Donner wärebeschädiget worden. So muß man das Bier ab-ziehen/ und auf andere Faß / welche gar rein ausge-fegt/ und ausgekratzet (wann es eichene Faß waren/aber tannene frisch auspichen) und darnach mit demWasser / darinnen Thimian/ Lorbeeren / Welscher-Nußbaum-Blatter / Fenchel / Wacholder-Beer ge-jkocht / auswaschen lassen/schlagen/ so kommt die Ge-fahr Hinwegs und har man sich alsdann derentwegennichts zu befürchten.

Intihall!