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Deö Adelichen Land - und Feld - Lebens
Nt^Ohlnisthes^Bier. Im Königreich Pohlenhar es mancherley weisse Biere / die sehr gmSßK) sind/ den Durst stillen/ wohl nähren/ und auchgur Geblüt verursachen.
Preusksches-Lier. In Preussen har es auch vielgute Biere / sonderlich aber das Dantziger Doppel-Bier/ welches man/was seine Güte/Hitz und Star-cke anbelanget / nicht unbillig einem Wein vergleichenmöchte; Dann eine Unze dieses Biers iststärckerundkrafftiger/ als zwey Maaß anders gemeines Gersten-Bier ; So man aber solches Bier unmassig und offtgebrauchet / so kan es in den, Menschen viele Kranck-heiren erregen ; Dann es erwärmet nicht nur denMenschen / sondern erhitzet das Geblüt allzusehr/daßman roth unter dem Angesicht wird / bringet Arte-rische und Podagrische Kranckheiten / triefende Au-gen / verursachet Ouciirsrcs, und andereUngelegen-heiten mehr / eben fast wie der Wein.
Rostocker-Vier / oder Oel/ist gar ein gesundSommer-Bier / das man in warmen Sommer-Tä-,gen nützlich und bequem trincken kan. Es sollen jähr-lich bey die 250000. Tonnen Biers von 250. Bur-gern daselbst gesotten werden.
RuppinischnBiere sind zu Ruppin selbst nicktsbesonders/wann man sie überLand an andereOrt füh-ret/ und klar werden lasset/so werden sie gut und Wohl-geschmack / und je weiter man sie führet / und wiederklar werden lasset/je besser sie auch werden.
Saganistbes^ier ist auch ein gesund Bier/ son-derlich denen Leuten / welche den Srcin haben/denenvergehet alles Reissen und Schmertzen davon.
Gaucrraig-Bier. Die Moscowitter und Sla-ven bereiten aus dem Sauertaig einen Tranck/ densie neben dem Meth in täglichem Gebrauch haben;Der ist im Trincken lieblich / bitzelt auf der Zungen/und löschet den Durst besser / als Meth oder Wasser/kan auf vorige Art / wie der Kleyen-Tranck zuberei-tet werden. l'sbetliX-mocltznu^.
Schweinischster. Ist auch herüich und gut/und scbmackhafftig / alleine daß es etwas brandigschmacket/ kommet vielleicht daher/ daß sie das Mal;zu sebr dorren.
Gpandamsth-Bier. Ist lauter und rein/ hat ei-nen guten lieblichen Geschmack / nähret wohl / undtreibet den Urin/machet auch ruhig und sanffr schlaf-fen.
Grriqmsches-Bier. Ist gar ein trübes Bier/wie eineLeim-Lauge/schmacker aber fast wie derWein/daß es auch etliche Frembde össters vor Wein getrun-cken haben. Ast gar ein gesundes Bier / um der 1°er.rse 5iAj»2rT willen/ die allda/ nebenst etlichen andernEdelgesteinen reichlich gefunden wird. Derowegen
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man auch niemalen / oder aber gar selten / erfahren/daß die Pest oder anderegisstigeKranckheiten dagras-siret hatten/ gibt demnach an solchem Ort feine gesun-de und alte Leute; Dann l'erra i-iAiliura ist ein edel/köstlich / gesund Ding / (wie die Gelehrten bezeu-gen ) welche der weltberühmte Kjonrsnuzerstmals daselbst erfunden.
Torgischeö-und.Bolgerisches-Blcr/sind zwarnicht sonderlich starck/ aber doch gesunde Biere/näh-ren wohl / und schmäcken gut / starcken auch alle Glie>der / sonderlich ist das Torgische Bier nicht nur wegenmittelmDger Starcke/ sondern auch an der Wte eintrefflich Bier; Dann es hat einen guten Geschmack/und gibt gute Nahrung/ auch Krassr den vornehmstenGliedern am Menschen / Massen es einen Geschmack,und Geruch nicht anders hat/als wenn das Bier ge-würtzetsey. Welcher nun etliche Krältter/diezur Artz-ney dienlich/mit Bier kochen oder sieden will/dersei-bige kan ihme Torgisch-oder Naumburgisch-Bier/welches er am besten haben kan / hierzu nehmen undgebrauchen.
XValrherhaisthes-Lier ist ja so gesund und gut/als etwann sonst einig gemein Stadt-Bier / weil dieLusst/ das Wasser/ und anders / so zu einem gutenBier gehörig / daselbst sehr gut sind.
VArrenbergisches / wann es recht gebrauet/ undMateri genug oarzu genommen wird / daß es nichlzu dünn bleibet / ist kein uneben / sondern ein gutesund gesundes Bier. Es wird der Guckguck genemet.
Wohlauisch-Bier ist auch vor Zeiten ein gut undhochgeachtet Bier gewesen / anjetzo aber wird es nichtso köstlich mehr gemacht.
Wurnisch-Bier ist auch ein gut / gesund undberühmt Bier / dabey man sich gar wohl befindet.
Zerbstcr-Vier. Es machet die Fürstl. Anhalti-sche Stadt Zerbst nicht wenig berühmt / das herzlich-weit und breit berussne Sommer-Bier/so daselbst ge-sotten / lind seiner Güte halber sehr weit verführetwird. Von diesem Zerbster Bier nun / wird bey de-nen reichen und vornehmen Personen/sonderlich beydenen Edelleuten und Studenten sehr viel gehalten/daher das Sprichwort entstanden:
XVir wollen trefflich lustig stynÄey Zerbster Bier und Rhemjchen Wem.Solches Bier ist gleichfals gutes Geschmacks / undnähret wohl/allein wer sich im Urin nicht richtig be-findet / der lasse solch Bier lieber zu frieden / oder trin-cke es ja nickt offt und viel; Dann es kan machen/ daßder Urin scharff und brünstig wird / auch die Harn-Winde verursachet/oder daß er sonst schwerlich vondem Menschen gebet. Diß Bier treibt auch denStein / der in den Röhren nicht fort will / gewaltigvon dem Menschen / wann mans öffters trincket.