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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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Des Adelichcn Landend Feld-Lebenö

xi.v.

Fortseßung der vorigen Materie.

»Reybergisches-Bier/ ist ein henlich/ gutund gestmd ?B>er; dann es wirb mir grossem— Fleiß aus gmer Gerste gebrauet / giebt zwarviel / aber doch suotile Dünste / stösset gewaltig auf/treibet den Urin / und leider nichts Unreines m derBlasen / wiewol es aus trüben unfreundlichen Was-fern / gleichwie auch das Wimerbergische gebrauetwird/so lassen sie es doch hernach lange/ als erwannbey 2. oder z. Wochen / nachdem es gebrauet wor-den/ in dem Bottich stehen/ und erkmcen/ da stössetes gewaltig auf. Sie rühren es alle Tage mit einerSchupffe wieder wohl dur.h 'inander / allein je oft-ter sie dieses thun / je mehr und höher es gierer undaufsteiget/ darnach bringen sie es erst in die Fasser.

Gloyamsch-Bler. Vor Jahren har man zuGroß-Gwgau in Schlesien / auch ein l östlich gut Ger-sten-Bier gebrauet / das am Geschmack fast demDantziger Bier nicht ungleich geweftn/ soll aber die-ser Zeit nicht mehr so gut seyn.

Goldbercpjchcs-Zicr/ dessen ist zweyerley/ dasbeste unddasmirrelmässige; Das besie mag wohl un-ter die vornehmste Bier des gantzen Schlesien gezeh-let werden; Dann es schmecket / nähret und wärmerwohl / und ist rein und klar / das andere aber har nichrso gute Kraffte. ^ ^ .

Goßlaristhes-Bier/ ist auch kostlich / schma-cket im Anfang süß / aber wann es alt wird / schmacketes endlich wie ein Wein / nähret und warmer wohl/bringt auch ein gut Geblüt; Äian machet gar gutegesunde Suppen davon/die fast den Wein-Suppennicht ungleich.

Gothisch- oder t^eustadrer-25ier. DieseBiere werden in Thüringen sehr getruncken / es sindauch gute vollkommene Biere / welche den Menschli-chen Leibern gute Nahrung geben. Insonderheit istzu mercken/ daß das Gothische Bier den^slcuiolis(oder denen / so mir dem Stein-Schmertzen behal-tet sind) das Naumburgische Bier aber denen koa?.Zrici« tresslich wohl diener. ^

Güftraulsch^Bter/ oder Gustrauischer Schyse-nack / wird aus Gersten gebrauet / und wird mehrGersten darzu genommen / als zum BernauischenBier/ aber hingegen weniger Hopffen; Ist ein garstarckes Bier / (darum nennt man es Schmys in Na-cken/ oder Schmets in Nacken) wann man es mitVernunfft und massig trincket/ so ist es ein gar gesun-des Bier wider den Stein.

-^amburqcr-Bier/ ist vor andern trefflich be-rühmt/ wird ausWaitzcn gebrauet / und wegen sei-ner Tugenden / und angenehmen lieblichen Ge-schmacks / hochgehalten; dann es nähret wohl / giebtoder gebieret gur Geblüt/machet eine schöne lebhass-te Farbe/ ziehet auch eine schöne subtile blatte Haut/wann man sieb öffrers damit waschet. Solch Bierotdinari getruncken/verhütet den Stein / lindertund öffnet sanfft denLeib/ sonderlich da es warm mit

frischer Butter genossen / und frühe Morgens getrun,cken wird. Es ist ein trefflich gesundes Bier/ wann esmassig gebrauchet wird / wird es aber überflüssig ge-rruncren / so bringet es ein küpffern Gesicht. Wanndiß Bier gar zu alt wird/ Verlierer es seine Krasst/massen solches alle Waitzen-Bier zu thun pflegen.

Rlcyen- oder Schaar-Bier. Mag pfleget aucheinen Tranckaus Kleyen zu brauen / der wird ö uliogenannt/die Niederländer nennen ihn Schaar-Bier/und die Thürmger Kleyen-Kofenr/ der wird also-u-bereiter: Man sieder Kleyen in Wasser / und jeihetdas Wasser durch / wann es kalt worden ist / rbutmans m un Fäßlein mit ein wenig Hefen oder Sau-erteig/last es etliche Tage liegen / so wird ein Hellerund bitzlender Tranck daraus/das Gesinde damit zujpeisen/ ist lieblich zurrincken/ kühlet und löscherdenDurst wohl / derowogen im Sommer / und denent'edricilsnten sehr angenehm / nährer aber wenig/und machet denen Ungewohnten bißweilen etwasLeibwehe/ gehet doch bald durch die Därmer / undspühlet dieselbe sein ab.

^allbemsches-Bier/ wann es recht gut/ undauf den alten Form ist / so ist es ein gesund und wohl-nährendes Bier/das gute subtile8pirirus giebt/unddie natürliche Wärme lieblich vermehret/ man hiel-te es vor diesem vor das beste Bier in Schlesien / undwird sonst auch weit verführet.

Lübecker <Zier/ welches sie Israel zu nennenpflegen / hat fast einerley Operation und Würckungmit dein Hamburgischen Bier/ ausser daß solches Lü-beckische Bier den schwachen und blöden Kopffen et-was anstandig und dienlicher ist als das Hambur-gische.

Aunebtttgisches-Zier/ ist denen Bieren in derMarck und in Pommern / am Geschmack / Tugendund Würckung zimlich nahe verwandt/ohne daß esetwas dünner und leichrer ist.

tTlauljches-Bier/ so Zizenille genennet wird/»stauch ein gut / aber dabey starck und dick Bier/da-her» das Sprich-Worr davon lauter:

XVer Zizenille tnnckenrvill/

Der muß drey Tage liegen still.

Naumburglsthes--Bier/ ist seiner fürtrefflichenTugend halber jehr berühmt und bekandr; wie undworaus aber solches daselbst zubereitet werde/ lehretuns Her: ^c»bWolff/ eingebohrnerNaum-burger / in seiner l)ist>ursrion cie cert vil 'i» umbui-.kenli' >vnno 1684. zujens gehalten/ nemlichfolgen-der massen: Was anlanger die iu^eäienris oder zu-gehörige Stück des Naumburger-Biers / so kommetunter andern fürnehmlich Gersten / und nichr Wai-tzen/ als welcher zu hitzig darzu / diese wird ein paarTage / ohngefehr/mir Wasser eingeweicht / nachge-hends das Wasser davon wieder ab-und die gew eichte

Gerste