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De6 Adelichen Land-und Feld-Lebenö
(ü^x. XX.
Von den dritten/ vierdten/ fünssten / und seEsten Verviel-fältigungen des Gekraides/ sammt denen Cinwürffen/
Antworten und Lxperimcncen.
>Je dritte Vervielfältigung: La mbclenus, inder Beschreibung der Provintz Cornwall inEngelland/ meldet/daß die Bauers?Leutedesselben Landes sich des Meer-Grases/und des Lai-mes oder Lettes vedienen / um ihre von Natur sehrunfruchtbare Felder/fruchtbar zu machen. Sie ver-sichern / daß durch dieses Mittel sie mehr Korn ein-sammle»/ alsmansich einbilden könne.
Die vierdte Vervielfältigung tragt sich also zu/nach desHerm AbbtsvonVillemont Bericht: DerHer: von Childrey/sagt er/mercket in seiner »ittoris^srui-sii von Engelland an / daß die Einwohner desLandes Cornwall befunden / daß nichts so viel zu derFruchtbarkeit ihrer Aecker beytrage / als der Sanddes Meeres / und je weiter hinein dieser Sand ausdem Meer genommen wird / je reicher ist die Erndte.
Die fünffte Vervielfältigung: Ob gleich Her: ks->u>! nur von der Art / die Saamen von Garten-Ge-wachsen zu säen / geredet; so verdienet doch dasjenige/so er gesaget/ hier allerdings seinen Platz. Einige /meldet er/ehe sie ihren Saamen in die Erde thun/ wei-chen sie denselben in Wasser / darinnen Salpeter zer-gangen/ oder in Wein ein / um die Aufgehung oderAuskeimung zu beschleunigen. Welches ich aber bey»den neuen und frischen Kornern nicht vor nöthig be-finde: Doch mißbillige ich nicht was Her? Lorvmusmit denen auslandischen / oder über ein Jahr altenjSaamen machet. Der?.?erran^Iors live cie5Icz.rum culrurs l.. III. c. I. P.2I I. sagt/ daß Lcvvinus,die Saamen / welche hart/ langsam und trage zum-Aufgehensind / ehe er sie säet/12. Stunden lang imjWasser/ darinnen ein wenig Salpeter ist / weichen> liesse. Manchmal last er sie aucb wol langer weichen/!nachdem die Härtiakeit derer Saamen es zu erfor-dern scheinet; Er begiesset sie auch alsdann mit eben!demselben Wasser / damit der Salpeter vermischet.
Die sechste Vervielfältigung ist also beschaffen:Nehmet Küh-Pferde-Schaaf-und Ziegen-Mist/ voneinem so viel als von dem andern/ thut ihn zusammenin ein küpssern oder höltzern Gefasst / giesset siedendWasser darauf. Lasset alles zusammen etliche Tageweichen / hierauf giesset dieses Wasser sachte / aber inein anders Gesässe/in welchem ihr aufjeglichen Mor-gen Landes/habt ein Pfund Salpeter zergehen lassen.Wann der Salpeter zergangen / so weichet man dasGetraide oder andern Saamen 24. Stunden langein. Hierauf muß man die Körner heraus nehmen/und noch ein wenig feuchte säen/wann es in trockenerZeit ist/ wann aber die Erde feucht ist / so muß mandie Körner / ehe man sie säet / aus Tüchern auf demSchütt - Boden abtrocknen. Man darff nur zweyDrittel haben / von dem / so man insgemein auf je-den Morgen oder Hübe zu säen pfleget. Es darffauch der Äcker nur einmal umgearbeitet / und nicht
allererst gedünget werden. Es mag ein Feld überdieses noch so mager und unfruchtbar seyn/ als es wil/so ran man sich doch eine reiche Erndte versprechen/und die vielleicht noch gar etliche Wochen vor der ge-wöhnlichen Zeit seyn wird. Der Einwurff ist: Mankan nicht glauben/ daß das wenige von denen Sal-tzen/ so sich an jegliches Kornlein von dem Getraideanleget / konnte genug seyn zu der Nahrung so vielerHalmen und Aehren/ welche man durch dieses Kunst-Stücke auf einem einzigen Stengel zu sehen verhof-set. Die Antwort darauf: Diese Salke / so jedesSaam-Korn an sich genommen / sind nicht eben ei-gentlich zu Ernährung dieses gantzen vielfaltigen Ge-wächses. Ihre erste Verrichtung ist die Einwick-lungen derer unterschiedenen Keimen / so in jedemKorn enthalten sind/ aufzulösen/ damit sie sich erwei-tern und aufthun. Die andere Verrichtung dieserSaltze ist / daß sie jedem Saam-Korn gleichsam anstatt eines Magnets dienen /^den Salpeter / welchedie unterirdische Feuer in Dünste und Ausrauchun-gen/ in der untern und eitlem Keßion der Lufft/ zuNahrung der Gewächse und Thiere gemacht und em-por gerrieben haben / an sich zu ziehen. Wir wissenmit Grund der Warheit und guter Erfahrung/ daßder Salpeter/ wann er frey an der Lufft ist/ die Dün-ste und die Feuchtigkeiten / als wie ein Magnet an sichziehet.
Das erste Experiment über den K4s8nerilmum,oder die anziehende Krafft des Salpeters bestehet hie-rinnen : Wann man eine gewisse steinigte Materie/sosich in denen alten bleyernen Röhren derer Spring-Brunnen befindet / zu Asche brennet / und ein Saltzdaraus ziehet / so wird dieses Saltz / wann es hernachin einem Gefässe an die Lufft gesetzet wird / unaufhör-lich Wasser an sich ziehen / welches / wann es aeläu-tert und ausgedunstet ist / einen vollkommenen schönenSalpeter geben wird. Dieses Saltz zergehet nichtvon der Feuchtigkeit; es bleibet in dem Gefasse / wannman das Wasser/ so es an sich gezogen/ durch ein sach-tes Beugen abgiesset; oder es bleibet in demjenigen/dardurch man es läutert kionconys Voysße i.p. 19. Eben dieses nun thut auch der Salpeter / sosich an die Saam-Körner angesetzet: Er ziehet dem-selben ohn Aufhören dieFeuchtigkeit und SalpetrichteDünste / so in der Lufft sich befinden / und davon dieGewächse sich unterhalten / herzu.
Das andere Lxperimenr gehet dahin: Die gelehr-ten Naturkündiger von derLeopoldinischen^csäcmiebestättigen diese anziehende Kraffr des Salpetersdurch em anderes Lxpei-imenr, welches uns dahinbringet / daß wir nicht mehr zweiffeln/ daß der Sal-peter wiederum Salpeter an sich ziehe. Wann ikr inder Nacht im Sommer zu Asche gebrannte Kieselstei-ne an die Lufft setzet/so wird oiese Materie / worin-
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