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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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De6 Adelichen Land-und Feld-Lebens

die ein Ding errathen/wann man es ihnen gleich nurhalb saget. Es wird also nur an ihnen liegen / umrechte Wunder -Wercke hervor zu bringen. Es istauch noch mehr als alles dieses darunter verborgen.

Dann der Krafft des Salpeters sind in dem Vegeta-bilischen Reich keine Grantzen gesetzt. Das sey nunhiervon genug.

xix.

Bon der andern kvnnderwürdigen Vervielfältigung

des Gctraidö.

Je andere Vervielfältigung des Getraids istalso beschaffen: Und bestehet das gantze Ge-Heimnuß der Vervielfältigung einzig und al-leine in dem rechten Gebrauch der Saltze. DasSaltz/sagt ^ciyen ciccjeveriirricke. p.io.

ist das vornehmste Wesen und die Krafft des Dün-aers. Ein Feld (fahret er fort) könre alle Jahrbesäet werden / wenn man ihm durch den Düngerwiederum das ersetzte / was man ihm bey dem Ein-erndten abgenommen hat. Und ist nicht zu zweiffeln/daß man von einem Felde alles das ziehen konte/wasman verlangte / wann nur die Kunst der Natur da-rinnen zu Hülste kommen wollte. Dergestalt / daß /wann man dem Acker eine überflüssige Materie zu Be-förderung des Aufgehend und Wachsens verschaffte /so würde man auch nach eropvrrion eine reicheErndtebekommen. Dieses aber kan nicht ohne alle Müheund Sorge abgehen. Weilen aber solche Leute schonder Feld-Arbeit gewohnet/so will ich ihnen nur durchnachfolgende Vervielfältigung mehrere Anleitung ge-ben. Die Art / wie man danüt umgehet/ist folgende:i. Man muß zum Anfang drey grosse Bier-Tonnenhaben / da an dem einen Ende der Boden ausgeschla-gen. Dahinein thut man fast alles / so man auf demWeege nur finden kan; Als Beine von allerhandVieh/ Federn/Häute/ abgeschnitzte Leder-Flecke/ alteHandschuh/Hörner/den Huf von Pferden und an-dern Thieren: mit einem Wort/ alle die Sachen/soeinen Überfluß von Saltz wy sich haben. Man zer-! schlagt die Beine/ und zerstückt das übrige. Man ver-! rheilr dieses Zeug in drey dergleichen grosse Bier-Fäs-! ser. In das erste thut man alles/ was sich geschwindj last einweichen ; welches diejenigen Sachcn/ so am> weichesten sind: In das andere thut man die Sachen/! welche nicht so weich. In das dritte wirfft man die! harten. Hernachmals füllet man alle drey mit Regen-Wasser an / wann man es haben kan. Das fliessendeWasser ist auch gut: Alsdann kommt das Meer-Wasser/ das Teich-Wasser und dergleichen.

Was in dem ersten Faße ist/ lässet man 4-Tage wei-chen. Was in dem andern ist/ 6. Tage. Was in demdritten ist / 8. Tag?. Nach dieser Zeit seihet man dasWasser von diesen Materien ab / und würfft selbigeweg/ das Wasser aber hebet man sorgfältig auf. DerHer: ls (Zuinrimc saget nach dreysslgjähriger Er-fahrung gar wokl :^Es ist beständig in dem Eingewei-de der Erden ein Salk/ welches die Fruchtbarkeitverursachet/ und dieses Saltz ist der eintzige und wahr-haffrige Schatz der Erden. Er muß dasjenige wieder-um ersehen/was die Erde von diesem Saltze / durchHervorbringung der Wanken / verliehrer. Man

muß dershalben solche Erde wiederum ausbessern/und sie in den Zustand / darinnen sie vorher gewesen/bringen. Zu dieser Ausbesserung der Erden nun/kandasjenige dienen/ so dieselbe durch die Vezerscion her-vor gebracht / wann es durch den Weeg der Verwe-sung wiederum dahinein zurück kommet. Also alleArten von Zeug / Leinwand / Fleisch/ Haut/ Beinen/Pferde-Huf/ Gemille / Urin/ Koth/ Holtz von Bäu-men / il>re Früchte / ihr Marck/ ihre Blätter / ihreAsche/Stroh / alle Arten von Körner/ und derglei-chen alles dieses / wann es wiederum in die Erdekommt / dienet zu ihrer Verbesserung. Hierdurchgeschiehet es / saget er an einem andern Ort: Issne6' Hßriculr. !>. II. 22. p.217. daß die Erde von demSaltz des Salpeters geschwängert wird / welches daeSaltz der Fruchtbarkeir ist.

2. Es kan auch geschehen auf eine andere Art/wann man alle Pflantzen mit ihren Blumen und Kör-nern/ welche sich in den Waldern / auf dem Felde/auf den Hügeln / in den Thalern und Gärten befin-den/ mit einem Wort/ alle die Pflantzen/ welche vielSaltz in sich halten/zusammen sammlet. Man ver-brennet sie / und machet Asche davon. Von dieserAschen ziehet man die Saltze durch Ausdünstung derFeuchtigkeit ab. Die Rinde vom Eichbaum / darin-nen sehr-viel Saltz stecket / ist überaus gut darzu; wieauch der Rosmarin / Lavendel / Salbey / Betonten/Krause-Müntze/ Durchwachs und dergleichen. Inder Herausrauchung setzen sich die Saltze aneinander/in dem sie zuCrystall werden/und ist es leicht zusam-men zu sammlen. Man muß sie lassen abtrocknen/umsie aufzubehalten, z. Man muß so viel Pfund Sal-peter haben / als man Morgen Landes zu besäen hat.Auf jeden Morqen ein Pfund Salpeter / welches ihrin 12. Maaß Wasser aus der Mistpfütze zergehenlasset. Wann der Salpeter wohl zergangen/ so wirfftman etwas von dem Saltz dieser Pflantzen / nachdemdaß man dchelben viel hat / hinein. Alsdann kan die-se Feuchtigkeit die allgemeine Materie genennet wer-den ; weil der Salpeter in der That der allgemeineGeist der Elementarischen Welt ist: wie wir im her-nachfolgenden sehen werden. Und dieses ist es nun /worinnen eigentlich dasGeheimnuß der Vielfältigkeitbestehet. Das Wasser / so in denen grossen Tonnengemacht wird/ wollen wir das zubereitete Wasserheissen/ und das Wasser / wo der Salpeter/und dieaus den Pflantzen ausgezogene Saltze darinnen sind/wollen wir die allgemeine Materie nennen.

Der Gebrauch ist dieser: Bereitet auf einmahleuer Korn oder anderes Getraid auf2. Morgen Lan-des/oder aufso viel / als ihr in einem oder zwey Ta-

gen