Einleitung. 365
Rate, das jedoch erst mit dem 1072 erwählten Burkhard be-gann und demnach vermutlich jedes Bischofs Wappenschilddarstellte. Wenn er nun ausserdem neben den nicht näherbestimmbaren »andern collectaneis« den sonstigen Inhalt seiner
0 Chronik »ex certis et indubitatis autoribus« will geschöpfthaben, so sind damit die in der Tat zahlreich vorhandenenAuszüge aus Bernold von St. Blasien, Lambert und andern altenChronisten gemeint. Nebenbei aber kannte Briefer zweifellosauch die Wappentafel seines Freundes Schnitt. Doch hatte diese
0 iür ihn keine weitere Bedeutung, da er ja deren Quelle kannte,nämlich den fehlerhaften Catalogus. Die Chronik Blauensteinshingegen, die er namentlich über die spätere Zeit vielfach aus-schrieb, erwähnt er in seinem Brief an Stumpf mit keinerSylbe wohl nur deshalb, weil dieser sie gerade durch ihn ja
15 s chon längst kannte'). Zudem konnte ihm Blauenstein überdie älteste Zeit, bis 1072, zur Berichtigung des fehlerhaftenCatalogus in der Tat nur Weniges bieten, so dass er sich so-wieso »an ettlichen orten« mit Vermutungen behelfen musste,»wie ich mögen«.
0 Sehen wir nun näher zu, in welcher Weise Briefer die Erstrebte
Angaben des fehlerhaften Catalogus hinsichtlich der Reihenfolge t f^" D .
der Bischöfe und der zur Zeitbestimmung beigefügten Kaiser
zu berichtigen suchte, so fand er zunächst in jeder seiner
Quellen je nur einen Bischof Namens Wichard, nämlich im
26 ^atalogus den im X. Jahrhundert regierenden Wichard IL, bei
Blauenstein hingegen den um hundert Jahre altern Wichard I 2 ).
Gleichfalls nur diesen letztern mag wohl auch jenes erst 1545
entdeckte Fragment genannt haben, welches ihm zur Berich-
igung des Catalogus diente 3 ), und so erwähnt auch er nur
30 diesen einen Wichard des IX. Jahrhunderts. Da ferner die
noch vorhandenen Quellen in der Verschiebung Adalberos I.
nter Landeolus übereinstimmen, so konnte auch Briefer diesen
murn nicht merken. Hingegen schaltet er, ähnlich wie Blauen-
iei n, zwischen diese zwei Bischöfe einen Rudolf ein, der wohl
gleichfalls aus jenem Fragmente stammt, jedoch offenbar auf
Verwechslung mit Wichard II. beruht, da er als Teilnehmer
am Concil zu Ingelheim (918) bezeichnet wird. Und wohl aus
derselben Quelle stammt noch ein andrer Rudolf, welcher ganz
') S. oben S. 362.
2) Vgl. oben S. 112 u. 322.
3 ) S. oben S. 363.