Druckschrift 
7 (1915)
Seite
342
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342 Schnitts Auszüge.

Kudolf H. *), lebte schon 1610 als »Hosenlismer« (Strumpfwirker)im eigenen Haus zum Obern Pfannenberg in der Hutgasse 2 ),und erscheint 16111629 als Ratsherr der Brodbeckenzunft 3 ).Soll nun 1593 sein Geburtsjahr bezeichnen, so muss er gleichseinem berühmteren Zeitgenossen Rudolf Wettstein seinen Haus- 5stand schon siebzehnjährig begründet haben 4 ). Das Jahr 1619hingegen, das er gleichfalls nennt, mag die Zeit bezeichnen,wo die Handschrift in seinen Besitz gelangte und ihren jetzigenEinband erbielt.Aüge " Ueberblicken wir nun den Inhalt der 174 von Schnitt be- io

meiner

Inhalt, schriebenen Blätter, so finden wir zunächst auf Bl. 210 kurzeGenealogien der Grafen von Würtenberg, von Froburg und vonTierstein, sowie auch des Geschlechts von Rotberg und deralten Landgrafen im Elsass. Auf Bl. 11.22 hingegen folgenAuszüge aus dem Kleinen Jahrzeitbuch des Münsters und aus isdenjenigen von St. Peter, St. Clara, der Augustiner, des Steinen-klosters und der St. Johannesbruderschaft am Münster, von wel-chen Büchern allen jetzt einzig noch die von St. Peter vor-handen sind. Den Hauptinhalt der ganzen Handschrift aberbildet auf Bl. 23175 eine nach Jahren geordnete und von 201045 bis 1541 reichende Sammlung von allerlei Notizen, wobeiiede Seite mit einer Jahrzahl überschrieben ist.

Der Inhalt dieser Sammlung bezieht sich allerdings zumgrösseren Teil auf Basel. Doch findet sich hier auch mancheNotiz nicht nur über den Sisgau und die benachbarten Grafen- 25häuser, sondern z. B. auch über das Haus Oestreich und seineLehenträger im Gebiet der jetzigen Schweiz. Mit Ausnahmeder Todesfälle erwähnen jedoch diese Notizen nur selten irgend-welche Begebenheit. Hingegen lassen einzelne Nachrichten überStiftungen sehr deutlich erkennen, dass hier dem Schreiber die 3°betreffende Urkunde vorlag. Und wenn die meisten sonstigenNotizen neben der als Ueberschrift dienenden Jahrzahl weiternichts aufweisen als eine Reihe von Namen, die überdies hieund da noch ausdrücklich als »festes« bezeichnet werden, s°sind es offenbar nur die Aussteller und die Zeugenreihen be- &stimmter Urkunden, welche uns hier genannt werden. Und fflder Tat lassen sich manche dieser Notizen an Hand der ge-gebenen Jahrzahlen auf noch vorhandene Urkunden zurück-

1) S. Tonjola S. 273.

2) S. Histor. Grundb. Hutgasse No. 11.

3) S. die Ratsbesatzungen im St. Archiv, Ratsbuch I 3.

4 ) Vgl. F. Fäh im B. Neujahrsblatt 1894, S. 4.