Einleitung. 315
1534, noch irgendwelche sonstige Quelle rnuss beigezogen haben,die wir nicht näher zu bestimmen vermögen. Von den nach-träglichen Zusätzen hingegen, welche Schnitt ungeachtet deseng begrenzten Raumes bei manchen Bischöfen noch anbrachte,5 finden sich zwei Nachrichten aus älterer Zeit schon in seiner1537 geschriebenen Weltchronik, nämlich Bischof Haitos Sen-dung nach Constantinopel und der angebliche Tod BischofRudolfs in der Normannenschlacht von 891 1 ). Doch völlig un-gewissen Ursprungs sind einzelne Irrtümer, wie z. B. bei Hein-10 rieh von Thun der angebliche erste Weihbischof, oder bei Ottovon Grandson der aufgeklebte Zettel, laut welchem dieserBischof erst 1312 an Gift gestorben wäre. Zugleich aber warSchnitt auch bestrebt, die Regierungsjahre jedes Bischofs, diedas alte Verzeichnis nur für das XII. und XIII. Jahrhundert'■angab 2 ), mit Hilfe der bereits vorhandenen Todesjahre nach-träglich auch für die Folgezeit zu ermitteln, was ihm jedochHur teilweise gelang.
Weitere Nachträge zum alten Text sind solche, die aufmeistens noch vorhandenen Urkunden beruhen. Zu diesen ge-20 hört zunächst die von 1373 bis 1533 reichende Reihe von Ver-pfändungen bischöflicher Hoheitsrechte an die Stadt, deren imRathaus verwahrte Urkunden für Schnitt, der ja bis 1536 imRate sass, jedenfalls zugänglich waren 3 ). Ausserdem aber findensich vom XII. bis ins XV. Jahrhundert bei manchen Bischöfen25 auch einfache Jahrzahlen, welche alle durch ein beigefügtes«egleitwort, wie > Schöntalerbrief« oder »in litteris«, sich alsHinweise auf Urkunden zu erkennen geben und mithin alsBelege für die Regierungszeit der betreffenden KirchenfürstenPlenen sollen. Mit wenigen Ausnahmen sind diese Urkunden0 Qoch vorhanden, und die meisten stammen in der Tat aus demKloster Schöntal, als dessen Pfleger Schnitt z. J. 1536 bezeugtls t 4 ). Doch waren ihm auch andre Archive zugänglich, indem^ r z. B. auf einen »Brief zu St Lienhart« von 1135 hinweist.Zum Schluss aber ist noch ein Zusatz zu erwähnen, welcher5 keine Ergänzung, sondern eine Kritik seiner alten Vorlage be-deutet, nämlich seine nachträgliche Bemerkung bei Pantalus:* pissen bischoff gloub ich nit; dan ich (in) in kennen gloub-"^rdigen hystoryen nit geschriben find«.
1) Uebcr Schnitts Weltchronik s. B. Chion. VI 97, 167 ff. u. 276.
2) S. oben S. 313.
3) S. B. Chron. VI 90.
4) S. ebend. S. 93.