steliuags-zeit.
Einleitung. 241
Disputation von 1526 von den altgläubigen Teilnehmern ausBasel nur die drei nennt, welche dem St. Petersstif't angehörten,hingegen den Weihbischof Augustin Marius übergeht 1 ), so liegtallerdings die Vermutung am nächsten, dass unser Chronist unter
5 den 43 Kaplänen zu suchen sei, welche dieses Stift damals auf-zuweisen hatte 2 ). Sollte diess nun wirklich der Fall sein, dannwäre die Chronik zwar nicht von Ludwig Bär dem Propst zuSt. Peter verfasst, aber doch immerhin von einem seiner Unter-gebenen. Und da der Inhalt nicht weiter reicht als bis Mitte
10 1526, so starb der Verfasser vermutlich noch in diesem Jahr.Die Urschrift seines Werkes aber gelangte wohl erst durch einenseiner nach dem Bildersturm von 1529 ausgewanderten Amts-briider aus Basel ins Elsass, wo dann später die einzig nochvorhandene Abschrift gefertigt wurde.
16 Wiewohl die Chronik die Jahre 1521 bis 1526 umfasst, &&
so wurde sie jedenfalls nicht erst in letzterm Jahr begonnen.Denn z. J. 1523 wird anlässlich der in Waldshut durchgeführtenReformation bemerkt: »Wie aber dise ding ein end nemmenwerden, stot in dem gewalt gottes, als ihr vileich hernach hören
20 werden«. Unser Chronist wusste mithin, als er dieses schrieb,noch nichts von Waldshuts erst im December 1525 erfolgterUnterwerfung, die er dann später, zu Anfang von 1526, aller-dings noch erwähnt. Andrerseits aber trägt das vorderste Blatt,wo die Chronik mit 1521 beginnt, auffälligerweise die Ueber-
i5 Schrift »Anno vicesimo quinto«, und schon dieser Umstand lässtvermuten, dass der Verfasser erst 1525 zu schreiben begann.Nun äussert er allerdings schon z. J. 1521 den Wunsch: »Gottgeh den hendlen ein gueten ausztrag«, und wiederum z. J. 1522:»Gott geb ihnen vil glucks zu kriegen«. Jedoch knüpft er den
30 erstem Wunsch an die Zerwürfnisse wegen des fremden Sold-dienstes, und den letztern an die von den Franzosen zu Novaraverübten Greuel. Beide Wünsche gelten daher nicht der Zu-kunft, sondern sie sind durchaus nur ironisch gemeint. Weiteraber verweist er schon z. J. 1523 ausdrücklich auf seine Be-richte über die folgenden Jahre, indem er schreibt: »als ihrhören werden under dem vierdten und feünften johr«. Undebenso erwähnt er schon z. J. 1524 als eine traurige Fruchtdes neuen Glaubens die durch den Bauernkrieg von 1525 ver-
') Vgl. unten z. J. 1526, und das Teilnehmerverzeichnis in Eidgen.Absch. IV la, S. 931.
2) S. d. Raplaneicnverzeichnis bei Tr. V S. 45. Die Namen sämtlicherKapläne von 1524 s. im St. Archiv, St. Peter SS, Bl. 43 ff.
Basier Chroniken. VII. IG