Einleitung. 171
1492 hier doppelt erwähnt, und den Bericht von der Teurungvon 1481 und 1482 sogar in drei verschiedenen Fassungen.Wiewohl nun diese Aufzeichnungen an zwei Stellen bis 1474und 1475 zurückgreifen, so hat Ursi sie doch augenscheinlich5 erst 1483 begonnen und nach und nach bis 1498, also bis zuseinem Tode weitergeführt. So wenig jedoch ihr Inhalt einallgemeines Interesse beanspruchen kann, so erscheinen sieimmerhin schon deshalb beachtenswert, weil für Basel geradeüber diesen Zeitraum überhaupt nur spärliche Chronikalien vor-
10 banden sind. So ist Ursi z. B. der einzige, durch den wir überdie 1492 in Basel herrschende Pest Näheres erfahren. Da nunvon seinen Söhnen keiner in Basel geblieben zu sein scheint 1 ),so kann es nicht befremden, wenn seine Aufzeichnungen hiervöllig unbekannt blieben. Sie wären es auch heute noch, wenn
is nicht im vorigen Jahrhundert der seither verstorbene Prof. Kerlerden Basler Staatsarchivar Dr. R. Wackernagel auf Ursis jetzt inWürzburg befindliche Handschrift in sehr verdankenswerter Weiseaufmerksam gemacht hätte.
In der vorliegenden Ausgabe von Ursis geschichtlichen Auf- Ausgab«
20 Zeichnungen stellen wir an den Anfang seine auf Bl. 49 ge-schriebenen Vermutungen über Basels ältesteZeit, und an diesereihen wir zunächst die Nachrichten von 1409—1912, wie sieordnungslos auf Bl. 19 u. 20 sich finden. Die gleichfalls ohneeinheitliche Ordnung auf verschiedene Blätter zerstreuten und
25 in verschiedenen Jahren niedergeschriebenen Begebenheiten ausUrsis eigener Zeit hingegen ordnen wir möglichst nach denJahren, in welchen die einzelnen Einträge scheinen entstandenzu sein. An mehreren Stellen zeigen nämlich schon die ver-schiedenen Tinten, dass Ursi auf ein und dasselbe Blatt zu ver-
3o schiedenen Zeiten schrieb, während er umgekehrt an andernStellen Ereignisse aus mehreren Jahren, wie z. B. von 1474 bis1483, offenbar im Zusammenhang eintrug. Die wenigen Ein-träge von späterer Hand aber, welche die Rückseite von Bl. 55füllen, lassen wir, soweit sie nicht auf bekannten Quellen be-
3 <> ruhen, als erste Beilage folgen. Und als zweite Beilage fügenwir aus dem Familienbuch der Eptinger einige Chronikalienbei, welche zu den Aufzeichnungen Ursis allerdings nur inso-fern in Beziehung stehen, als sie sich auf die Jahre 1480—1487beschränken und mithin derselben Zeit angehören wie diese.
1) S. oben S. 167.