Einleitung. ^5
getragenen Arbeiten, die zunächst nur praktischen Zwecken zudienen hatten, war unser Kaplan auch fortwährend bestrebt,sein Wissen zu vermehren, und so finden wir, als 1460 in Baseldie Universität eröffnet wurde, den bereits Fünfzigjährigen noch5 unter den immatrikulierten Studenten der Artistenfakultät 1 ).Welche Vorlesungen er dort hörte, wissen wir allerdings nicht.Dass er sich aber ausserdem noch in verschiedene Schriften überWelt- und Kirchengesclrichte vertiefte, davon zeugt sein letztes,erst 1475 gefertigtes Buch, das neben seinen eigenen geschicht-i(i liehen Aufzeichnungen, wie wir bald noch sehen werden, auchAbschriften aus mehreren älteren Werken enthält 2 ).
Schon am 21.Dec. 1452, als unser Chronist kurz vorherdas Jahrzeitbuch vollendet hatte, stiftete das Domkapitel indankbarer Anerkennung dieser umfangreichen und wohlgelunge-13 nen Arbeit auf den Fall seines Ablebens eine im Münster fürihn zu haltende Jahrzeit, und vermutlich geschah es auf seinenWunsch, dass diese auf den 20. Dec. gesetzt wurde, d. h. aufden Todestag Bischof Johanns, seines einstigen Herrn undGönners 3 ). Auf denselben Tag wurde von 1453 an auch die20 Jahrzeit des in diesem Jahre verstorbenen Dekans Friedrichvon Fleckenstein begangen 1 ), und bald nachher wurde für jededieser drei Totenfeiern, nämlich des Bischofs, seines Neffen undBlauensteins, eine Zulage gestiftet, und zwar durch letztwilligeVerfügung des gewesenen Offizials Heinrich von Beinheim, der'^5 1460 starb 5 ). Obwohl wir über Blauensteins persönliche Be-ziehungen zu diesem angesehenen Juristen sonst nichts nähereswissen, so lässt doch schon diese Stiftung auf ein enges Freund-schaftsverhältnis dieser zwei Männer schliessen, welche nichtnur m Bischof Johann ihren gemeinsamen Gönner verehrten,so sondern auch beide sich in Geschichtschreibung versuchten l! ).
capellanonim ecclesie Basiliensis, aeeepto ab Eckensteinio, conscripto 1470a Nicoiao Gerung dicto Blowenstein«, stammen offenbar aus diesem Buch,u. h. vermutlich aus einer Copie desselben, welche der 1C15 verstorbeneDompropsteischaffner Georg Eckenstein mochte gefunden haben; über diesens. Tonjola S. Gl.
1) S. die Universitätsmatrikel, zum IL Semester 1400.
2) S. unten S. 27 ff. Ueber den Irrtum Wurstisens, der ihm in seinerMünsterbeschreibung S. 491 auch Knebels Tagebuch zuschreibt, s. B. Chron.III 595, A. 1.
3) S. Jahrztb. d. Dornst z. 20. Dec.
4) S. ebend.
5) S. ebend. z. 19. Dez.
6) Ueber H. v. Beinheim s. B. Chron. V 329ff. Seinen Todestag setzensowohl seine Grabschrift als der Libcr benefuetorum der Karlhause auf den