528 Des Adelichen Land - und Feld-Lebens
der ziemlich groß/und nach der Länge der Mauren ein-' gemacht/und das Loch muß mit einem bleyernen durch-löcherten Blech vermacht werden/ daß sie nichts unrei-nes durchlasse.
Wo das Wasser auslauffen soll zum Gebrauch/kanman nach Belieben einenBronen-Chor oderk-ccept».culum stattlich oder schlecht machen / daß man es vondannen in die Sale/Kuchen/Gärten/ oder wohin manwill/ ableiten möge; auf die durchlöcherte Blech mußman acht haben/ daß sie nicht zusammen brechen / undUrirath in die Röhren einflösen. Darum soll auch derHausvatter den Schlüssel zur Bronnen-Stuben undHäuslein wol verwahren/ damit nicht / durch Boß-
heit und Muthwillen / ihme Ungelegenheiten ein-spriessen möchten; so muß er auch acht haben/ daß dieBlech gantz recht an ihrem Ort/und die Lufftlöcher/so-»bald man sie geöffnet / und das Wasser wieder gangigwird / gleich alsobald starck zugeküttet seyen; durch die-sen Fleiß wird der Bronn langwührig seyn. Gut istes/ wann man eigene Bronn-Meister in Bestallungnimmt / die den Bronnen fleissig in acht nehmen/ dieRöhren gangbar halten/und össters durchziehen/die be.schädigten und ersaulten Röhren wegnehmen/ und frische einlegen/ vor Winters dieselben mit langem Mistbedecken/die Stander mitStroh verbinden/ und alles/was mangelt/ bey Zeiten zu sehen und ausbessern.
Xl.
Von denen Röhren.
Je Röhren kan man aus Steinen / ( wie diealrenRömerihre oder ausHoltz/
oder vomBley machen;die höltzernRöhren sollevon Föhren-oder Eychen-Holtz/fünff oder sechsSchu-he lang/ mit eisern Ringen inwendig dichte zusammengefüget seyn/ sie dauren aber bisweilen nicht so lang/ er-halten das Wasser nicht so frisch und rein/werdenauch offt mit Wasser-Krautern und Mies also ange-schoppt/ daß sie des W isscrs Lausshindern/so rostetauch das Eisen in der Nasse / darum ist das beste vonHaffner-Erden Röhren tormiren und brennen lassen/der Leim oder Dhoon aber muß zähe und gut seyn; eineRöhre soll anderthalb Schuhe lang seyn/ damit viere
dere gehen soll/ muß sie rund seyn/ inwendig und aus-wendig/oder will man sie nach der altenForm auswen,dig viereckicht haben/ sind sie desto starcker / inwendigmuß man die Röhren sauber ausglasiren lassen / damitsich nichts anhencke/ müssen auch sehr wol gebrennetseyn/ ohne welches sie ins Wasser undienlich wären.
Hernach wird in derStrassen/wordurchdieRöhrengehen sollen/einGraben aufgeworffen 'ü.Schlche breit/und 4. tiess/ biß fünfte / nachdem es die Wässerung er-fordert/ damit man die Röhren dahin legen kan / midmacht man eine gute von Kalchund Sand unterlegteGrundmauer/ dahinein man die Röhren legt/ welcheso wol beederseit einen Schuhe breit / als auch oben
derselben eine Klasster machen/ zwey Finger breit/muß! wieder vermauret werden; endlich bedeckt man sie obenje eine in die andere gehen/derOismet-r desLochs/wor- mit plattenSteinen/un wird der Überrest desGrabenSdurch dasWasser laufft mag zwey oder dreyDaumen mit Erden angefüllet; die irdenen Röhren muß-man
lang seyn / nachdem die Quelle groß oder klein ist/ einesDaumens dick/ausser an dem Ort/damit es in die an-
wol und gehabe ineinander verkütten/ darzu brauchtman zweyerley Kütt/ die eine warm/die ander kalt/wie-
wol