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Des Adelichen Land- und Feld-Lebenö
Spannenlang / und z. oder 4. breit/die geringern undschlechten Zeuge aber machen sie grösser / nemlich sechs !Spannen lang/nnds. breit / von welchen Stücken sichein jeder / nach Vermögen kleidet/sind zwar steiffunddick/ aber dabey leicht.Die Portugesen haben angefan-gen/sie zu Zelten und Segeln zu gebrauchen/ well sie denWind und Regen sehr aushalten.
In derOst-Jndianischen Landschafft pcnZaia,findetman ein Kraut oderPflantze/ daß zum weben bequem-lich ist / und dieses Kraut hat dünne Adern oder Fasen/auf einem Finger dicken Stengen / der wie eingefülletweiches Rieth anzugreiffen; die Lemwathso darausgemacht wird/ist mancherley Gattung/ und hat vieler-lei) Namen. Auch haben sie daselbst eine andere schöneLeinwath sehr artlich geweben aus einemKraut/welcheösie gleich anderm Garne spinnen/so etwas gelblich ist/das Kraut wird genannt n-rba cic ??ni;aia: Hiemitvernahen sie/ aufeine künstlicheWeise/ ihreBettücher/Zelten/Hauptküssen/ Schleyerund Halstücher/ selbigezieren sie schön mit Laub/ Blumenwerck und andern Fi,gnren/von allerhand Art / die nur zu erdencken/ daß esein Wunder zu sehen ist / und sind so köstlich gewürcket/daß in Europa schwerlich zu verbessern ist; desgleichenmachen sie auch gantze Stuck keinwath von diesemKraut/welches auch bißweilen mit Seiden vermengetwird; wiewol die aus diesem Gewächs allein gemachteLeinwath im höhern Preiß ist/und die seidenen Zeugean Schönheit übertrifft. Man nennet diese Art Lein,wach Sarr^n. braucht sie sehr in Jndia zu Mannshosenund Wamsern/es lässet sich waschen und reinigen / wieandere Leinwath/und wird davon so schön/ als wann esneu wäre. In der Hochfürstlichen Holsteinischen Got,torffischen Kunst-Kammer siehet man ein Stuck vondieser Pflantzen/welches ein Quast ist/über eine Span,nen hoch anzusehen/es hat lauter dünne Strahlen/kaumeines Messerrückens breit/und hat unten am Stengelum sich her sechs oder acht Blätter / wie Schilff/ man
nennet es msgemein Ncrbz 6i LenZals. äcjsmuz Ole,.I r'UZ.so dieses in der kianclezioischcn Reißbeschreibungberichtet pag. 299. setzt ferner hinzu : Es werde der,gleichen subtile Arbeit auch in der Provinz ängois (Alnca) von dünn gefasertem Bast gemacht; davongleichfalls in ermeldter Hochfurstlichen Kunst-Kam,mer / von einem guten Freund / etliche Stück verehretzu sehen / und zwar etliche grosse Tapeten / Tischdeckenund Stülküssen/in welchen sehr schöne künstliche inein-ander gefügte Figuren sind / daß sie kein Europais.i erKünstler besser ausarbeiten könnte, Sonsten wäre eseine erhobene/ und wie Sammet geschorne Arbeit/auchso weich anzugreiffen.
Unter andern wächset auch in derNord-Americani-schen Landschafft VirZinicn ein Kraut / an dessen Blat-ter gar herzliche Seiden wachset / in einem dünnen undglantzenden Häutlein / welches man hernach davon Ab-ziehet/desselben Höhe erstrecket sich ohngesehr aufdrilt-halb Schuhe/ oder gar auf 2. Elen/wie dann die Biät,ter allein wol zween Schuch lang und ein halb Schuhebreit sind, ttaiiot in Beschreibung Virzinien
So wächset auch in Sina die edle Pfiantze Vu. undzwar in der Provintz l^uanZli, daraus die Einwohnereinen köstlichen Zeug zu weben wissen / welcher fümeff,licher und am Preiß höher ist / als die beste Seide/ wieNeuhof bezeuget; dergleichen schreibet Nietens rziu,von dem kicxicanischen Baum pockoti» Aus diesemallein wird der Wehrt und die Fürtreffiichkeit unsererSeiden und Seidenwürm nicht vermindert / sondernvielmehr das Lob der Göttlichen Güte und Vorsichtig,keit ergrössert/ daß wir erkenneu sollen / wie weißlich Eralle Welt regiere / daß ein Land eines Dings Mangelmit des andern Überfluß ersetzen/oder doch in der Nach,barschasst sich erholen könne/ damit das Band der Liebund Einigkeit desto verbündlicher und starcter die Her,tzen der Menschen zusammen fügen untz »erknüpjjensolle.
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