Zehenden Buchö/ Anderer Theil/ Seidenwürme. 505
cz?. xxxlx.
Wie ferner damit umzugehen.
Ndem der weissenMaulbeerba'ume vornehmster j Wirchfchasst zu Zewarlen hat; als könnte man seineZweck ist/ die Würme/ der Seiden halder/zu er- Maulbeerbäume in zehen oder zwölffTheil abjondern/
nähren / und deßwegen ohne diß nothwendig ist/die Bäume auszuputzen/ zu stummlcn / und die höchstenAeste abzunehmen / doch daß dieses einen Bestand ha-be/ muß es Abtheilungs-weise geschehen: Also werdendie jungen Trieb und Schößling/die nach dieserStüm-melung wachsen/(sagt ferner Her: cl- 8c?rrez)zu unsermVorhaben dienen/ dann damals werden sie im völligenSafft seyn/wie dann keineBeschnettung oder Stümm-lung /«usser zu dieser Zeit / geschehen solle / also werdensie auch zum Schehlen sehr bequem kommen / und dasist ein Gewinn / der aus einer sonstverlohrnen Sacheentspringt / die sonst nur müste in das Feuer/auf demHerd / oder in den Ofen geworssen werden; so ist dasabgeschehlte Holtz nicht undienlich/Gärten und Wein-gedürge damit einzuzäumen / weil dieses Holtz/ wannes wohl dür: ist / lang wahret/und nicht leichtlich fau-let / letzlich aber dannoch zum Feuer kan gebraucht wer-den.
Und weilen der Aeste und Zweige Unterschied auchunterschiedliche Rinden gibt/ die subtileste Rinden komtvon den äussersten kleinen Zweig-Trieben / die gröbereaber von den harten grossen und starcken Aesten/und diemittelmäßige von ihres gleichen / die ni Htzu groß/ auchnicht zu klein sind ; also müssen die drey Sorten imSchneitten besonders abgetheilt/und ein jedes zu feinesgleichen in Bündlein gebracht werden; ohne Aufschub/so bald dieStümmlunggeschehen/muß mandieSchelf-fen abstreiffen/che derSafft verdorret/welches bald ge-schehen kan/ zusammen Büschel-weise fassen/jede Sor-ten besonders/ und in ein Wasser/ es sey trüb oder klar/
davon jährlich nur ein Theil gestümmeit würde/ sokönnte man alle Jahr/von drittha'.b biß auf dreihun-dert Bäumen die man stümmlete/von drey biß vierhun-dert Fuhren Aeste haben / die man / so bald die Blatterzur seidenwürme Nahrung abgenommen/ abhauenmüste / und also ohne der Baume Schaden auch Rinden genug erlangen / die Leinwath - Arbeiten Jährlichfortzusetzen.
Ein Haus-Vatter aber soll sich nicht allein an diesenbegnügen lassen/sondern auch einenHau-oderStrauch-Wald von angesäeten Kernen .'wie er hat) anzurichten/dessen Helffle man Jährlich bey der Erden abschneiden/davon man schöne junge Aeste/ und solgends subtilesschönes Haar zu kleiner Leinwath haben könnte / unddiese Strauch-Wälder sind nicht allein nutz / ihrer subtilen Rinden halber/sondern auch/daß man aus den ab,gescheiten Aesten Bürtlein hacken kan / im Winter indie Oefen zu gebrauchen/oder die grössern Stänglein indem Garten zum Gatterwerck und Zäunen/oder zuReisscn und Reift-Stangen an die Faß/ darzu die grö-sten zu nehmen sind. So möchte man auch das Laub/so an der Sonnen stehet / den Würmern / sonderlich inihrer Jugend / nutzlich zur Nahrung brauchen. Auchkönnte man/wann man dieses Gebüsche mit Maurenoder starcken Plancken einsangen / und gewisse weiteGänge darinnen liesse/einen Königlein-Garten daselbstanrichten/dann obschon diese Thierlein in Winter (wiesie dann alle Gewächse angreiften) nicht unterlassenwerden/dieseSträuchlein unten zu benagen/ bringen sie
es doch mit ihrer Fruchtbarkeit wieder reichlich ein/und
wie mans haben kan/ z. oder 4^Tage (mehr oder weni- kcm man diese böse Gewonheit bey ihnen etwas bezäu-ger/ nachdem die Rinden sind) einrötzen und mit Stei- - nen/ wenig st lindern / wann man an etlichen Orten undnen schweren/die subtilen weniger/und die groben lang-! in weiten Gängen Hadern anbauet / dabey die König-wühriger / nachdem man ander Prob siehet/(wie die! lein ihre Weide nehmen/und derMaulbeerbäume-Rin-Weiber an ihrem Flachsund Hanft wohl keimen) ob den vergessen werden / dabey man ihnen auch allerleyesgenug sey oder nicht/wannesrechtgerökerist/wird Krauterwerck von untüchtigem Salat und Kohl auses aufden Abend aus dem Wasser genommen / ausge- dem Garten / wie auch im Winter bißweilen Heu/bunden / auf Wiesen / Aenger/ oder wohin man Gele- Grünmath / gedörrte Weinreben-Wipfel und derglei-genheit hat/aufgebreitet/ und die Nackt-über gelassen/ chen/sürwerssen kan/weil siemeistentheilsnurimWin-damit es der Nacht-und Morgen - Thau in sich trincken ter die Baumrinden aussuchen / indem sie sonsten keineund gemessen möge;darnach frühe/ehe noch dieSonnen andere Nahrung HNben und finden/ damit sie ihrendarauf scheinen kan / häuftet man sie wieder zusammen/ Hunger stillen lind befriedigen mögen,und bringt sie erst aus den Abend / nach Untergang der Diesen Nutzen will ich auch nicht verschweigen/daß/Sonnen/wieder auf Wiesen / breitet sie aus/wie vor/ wann die Blätter / die von den Maulbeerbäumen imund diß commu'let man 10. oder 12.Tage/und so lang/ Herbst ohne diß abfallen/ an einem trockenen Ort nachbiß man mercket/ daß sie zu der Flachs-Arbeit tauglich und nach eingesammlet / und den Winter-durch denseyen / das kan man erfahren / wann man von jedem Schweinen mit heissem Wasser üngebrannt/und gefnt-Theil ein Händlein voll dörret und brechelt/ und das/ tert werden/sie nicht allein bey guter Gesundheit zu er-wasgenua ist/wegnimmt / das noch unreisse aber also halten sind/sondern auch amFleisch also zunehmen/daß/liegen/und biß zu rechter Zeitigung dergestalt m der womanein wenigmitEycheln/KleyenoderSchrotzuNachtlufft verbleiben lasset. ' -Hülste kommt/sie überaus stattlich und wohl zu mästen
Und weil ich (spricht der Her: 6c 8errc8 ferner) vor- sind. Hieraus wird hoffentlich ein kluger Hauövatterher vermeldet/daß/ wer einen rechten Nutzen von der so wol der Bienen-als auch der Seiden-Arbeit leichtSeiden gemessen wolle / der müsse zwey oder drey tau- einen guten Anfang machen können / und das übrigesend solcher weisser Maulbeer-Baume haben / und wo aus der Erfahrung / mit der Zeit / erlernen; folgends
dieses nicht ist/ man nicht s o viel Vortheil von dieser wi ll noch beysetzen.
Ein