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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Zchenden Buchö / Anderer Theil/ Seidenwürme. 50z

mittels eines solchenLehrstucks/alle zehen Jahr dieSei-! nicht von der Art lasten / da doch die andern kaum sünffdenwürmezuerneuren. Und sollen diese (wie eben die- und selten sechs Jahr zu gemessen sind.ser^ulkor iol.2i5!meldet) biß in das zehende Jahr i

xxxvu.

Wunderliche Veränderung der Seidenwürme.

Jel weise und erfahrne Naturkündigersind der' Meynung / daß die Seiden-Würme vor allemandern Gewürm etwas übernatürliches an undm sich haben/und werden von etlichen dem Phönix/ we-gen ihrer stätigen Reparation, verglichen/ weil aber die-se gantze Sache mehr'einer Fabel / als warhafftigenHistori/ähnlich scheinet; inmassen dann mehr wunder-liche Dinge in der Natur gesunden werden/die den ge-lehrten Leuten verborgen sind / daß sie die rechte Ursachnicht wissen »der ausgründen können / also achtet mandieser Wurm (denen sich auch der HEr: Christus se.bstin dem schönen Psalter David/m den Worten: Ich bmein Wurm uud kein Mensch / zu vergleichen scheinet)sey ein 1/pu,, Vorbedeutung und Figur der Geburt/des Lebens / des Leidens / Todes und Auferstehung un-sers Heylandes JEfu Christi / wie solches von etlichenweiters ausgeführet wird; und diese wundersame Ver-änderung findet man auch an andern Rauppen-Arten.Der gelehrte ^-cjicu8 zu Amsterdam/ L. ?i lo» m seinerNikvria naturaii berichtet/daß unter den Prasiliani-schen Nauppen ein Artgesunden werde/diesichnichtin?-piiion<-s oder Zwisaltern / sondern in anmuthige klei-ne Vogelein verändert / und für dieallerschönsien Vö-gelein m gantz Brasilien gehalten sind; und sollen inAmerica siebenerlei) Arten von solchen Vögelein sich er-eignen/ welche von den allerschöustcn Farben/ insonder-heit von Gold und roth-gefärbten Federn / so lieblichausstaffiret sind / daß der allervortrefflichste undkunst-reicheste Mahler dabey weichen und zu Schandenwer-den müste. Diese Vögelein fliegen gar schnell/daß mankaum mit den Augen fassen und ausnehmen kan;die Be-wegung der Flügel ist fast so geschwind / als an den gros-sen Hummeln oder Hornüssen; sie sind nicht grosser/als eine gemeine Heufchneck / daß eines kaum zwantzigGran wiget; der schnabel ist sehr zart/ doch an einemGeschlecht länger/als an dem andern; die Züngleinsind dünn und gespalten/ damit saugen sie den Thauaus den Blumen; sie werden häuffig frühe Morgensin den blühenden und btumreichen Feldern gefunden;wann sie wol mit Thau gefüllet sind/alsdann machen sieein groß Geräusch und Geschnatter / dock nichl mit sin-gen/dann sie schreyen nur / wie ein Sperling/Sirck;ihr kleines Nestlein haben sie auf den Zweigen der Bau-me / bereiten es aus einer Art von Baumwollen / undlegen schneeweise Eyer darein / gemeiniglich nur zwey/so groß als eine Erl is; die Füsse sind sehr subtil undschwach/mit vier Klanen / die spitzig sind wie eine Na-del; wann sie gefangen sind/leben sie nicht lang/son-dern sterben bald / und geben alsdann einen guten Ge-ruch von sich.

Ein anderer ämlio? schreibt/ die Vöaeleinsollen inNeu-Hisp.inia nicht länger leben/alsdieBlumeniväh-ren/und wann diese abfallen / so hcssten sie sich mit denSchnäbeln an die Bäume/ und bleiben also / entwedertodt/ oder malt von Hunger / unbeweglich / biß es überII. Thrts "

vier oder sechs Monat wieder regnetmnd das Feld wie-derum grün wird und Blumen tragt.

Nicht weniger verwundersam ist / was ? »srti nusMartini, in ^llantc (^kinic». meldet/ da ist ein Fischttoanzcjou, (oder gelber Fisch-Vogel) der ist/ dengantzen Sommer-über/ ein Sassran-gelbcr Vogel/ soaufdem Geburg herum fliegt; Wann aber derHerbstzu Ende gelausten/ kehret er wieder zumMcer/und wlrvein natürlicher Fisch/den man allem/ der SineserAus-sag nach/ im Winter fangen kan / und soll zu es>en einesköstlichen Geschmacks seyn ; und andere dergleichenSeltzsamteiten findet man bey denäultioribushm-undwieder sehr viel.

Also sind auch viel wundersame Veränderungen undGeheimnussen/so dieses Ruuppen-Geschlecht der Sei-denwürm unterrichten/ daß sie ihr Leben mit dem Eyer-legen beschließen / und wieder anfangen; so bald sie sichin ihre Häußlein mit Seiden eingesponnen / und dietaugliche» zur Brüt ausgelesen und aufgehenckt wor-den/ beissen sie sich zu ihrer Zeit / als Bienenfaltern her-aus/und galten sich zusammen/legen auch die Weibiein/unter stetem Flattern und Bewegen ihrer Flügel/^apropsZationcm zeneris, ihre kleinen Eyerlein /und lei-ben daraufwieder ab. Was ihre Hautwechslung be-langt/ (sagt das Wienerische Bienen-Büchlein) istdasselbe sichtbarlich/und geschiehet siebenmal. Die erstes Veränderung ist/wann sie aus Eyerlein zu Würmlei»werden; dieanderte/dritte/vierdteundsünssteverbrin-gen sie in währender Gestatt eines Wurms / da sie sichaus Antrieb der Natur maudern und neu behauten; diesechste und siebende aber vollziehen sie ihrem Seiden-häußlein/woraus sie als Biensaltern gestaltet aus-schliessen und heraus kommen/nemlieb sie verkehren sichaus einer Wurm - Form in röthlichte Bohnen oderDattelkern / und dann nach dieser verstellen sie sich end-lich in eineZwifalter-Figur.

. Es sind aber (sägt der Hutkor ferner) die Gestalts-Veränderungen eben so sichtbarlich / als Die Haut-wechslungen. Erstlich /haben sie die Gestalt eines klei-nen rundlichten Körnleins/ in Form eines Eyerlems/darum sie auch also genennet werden/deren Färb istgrün-graulecht; die änderte ist die Gestalt eines kleinenschwachen Würmleins / aber bald darauf werden sienach undnach weißlicht/und sehen den Rauppen gleich/haben 24. Füsse/in derMttten am Bauch acht/und soviel zu beeden Seiten. Miederum haben sie zu nächstbey dem Kopssjederseits vier; ihr Kopsfistmcht garungleich eines Heuschrecken-Kopffs/und der Schweiffvertragt sich / nach der Gestalt / mit einem Krebs-schweiff.

Die dritte Vorstellung (saat ferner das ernannteBüchlein) ist das Seidenhäußleiw welches/ der Rundund Grösse nach / einen Tauben-Ey ähnlich sormiretwird; so er nun sein Seidenhäußlein gantz und gar

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