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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Neundteö Buch / Mayerhof.

seinen Flügeln decket: Wann nun die Hünlein unterdem von brennendenNesseln noch schmertzhassten blos-senBauch koinmen/lnachen sie mir ihren linden Anrüh-ren und natürlichen Wärme ihm eine grosse und treffli-che Linderung / dardurch kriegt er die )ungen Hünlein/(durch welche er sich erquickt befindet) desto lieber/ undverlasset sie desto weniger / weil er etwann glaubt/ seinZustand/ ohne sie/ möchte ihm wieder kommen: mercktman nun dieses / kan man »hm nach und nach die Zahlder Hünlein (so man von den Bruthennen wegnimmt)allgemählich vermehren/biß man ihm so viel unterbrin-get/als man will / das er führen und bedecken kan;wann er nun also etlicheTage lang der Jungen imZim-mer wo! gewohnet ist/ lässet man ihn hernach mit seinerCompagnie frey heraus/ da führet er sie mit allerVorsorg/ und verlässet sie nicht/ biß sie wol erwachsen/und dieHahnen geschnitten/ die Hüner aber in den Ko-de! gethan werden.

In dem Hos/ worinneo sie sich aufhallen/ sollen von

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j Rechts wegen Baume / und (wie gesigt) Hecken uudGeständig seyn/daß dieHüner wegen derRaub-Vögeleinen Unterstand haben.Wann mau den JndiainichenHünern lieben den Hüner-Eyern auch will Pfauen-Eyer unterlegen / müssen diese um io.Tage eher in d,e! Brüt kommen/ damn sie zugleich ausfallen.

c.o!m,.«-!ia will/ man soll die neu-ausgefallenenHünlein in einem Korb/ ein wenig in den Rauch han-gen/ so sollen sie den Zlpfnicht kriegen.

Man foll ihnen / (wieHer: tt-rcsbackiu»will) eheman ihnen neue Speise gibt/allwege vorher die Kröpf-fe betasten / ob sie lahr/ oder noch etwas von Speisehaben / ist noch etwas darinnen / soll man ihnennichts geben / biß dtß verdäuet ist. Die Federn un-ter den Flügeln und bey dem Asstern soll man fleis-sig auszupssen/ damit sich nicht das Kord und Unflatdaselbsten anhencke/ erhärte / und die natürliche Rei-nigung verhindere / davon sie leichtlich in Kranckheiteofallen.

c^?. xcii.

Bon dein Kopaunen.

Or allenDingen/wo gwsseMayerhöfesind/midviel Geflügel unterhalten wird / ist nothwendig/daß entweder die Mayerin selbst / oder sonst e:neigenes Hüner-Weib bestellet sey/die das Vieh liebhabe/damit umzugehen/und für alle ihre Zufälle Mittelwisse die ihnen mit Vorsorg warte / ihr saubers Essenund Trincken reiche/ sie in den Kobel ein-und auslasse/die Bruthennen und Jungen beobachte / auf die EyerAcht habe/sie nach ihrem Alter einj chltesse und verwah-re/daß sie allezeit die ältisten nach derOrdnung hergebe/damit nicht die neuen alle auf die Tafel / die alten aberaufdenMisthauffen gedeyen; die das Hünerhaus wö-chentlich sauber ausputze / so wol das Fletz / als auchdie Sitzstangen und Stiegen; es osst mit guten Krau-tern/ auch bißweilen mit Weyrauch und Ren20m be-wuchere / sonderlich zur Zeit/ wann diß Viehe kranckist; das alte Stroh oder Heu osst aus den Nestern aufden Misthauffen/ und hingegen frisches und reines wie-der hinein bringe / das Ungeziefer und Lause zu verhü-ten; und sonderlich die jungen Hünlein zu rechter Zeitund Maß fchneide/ ihrer pflege und warte/ auch endlichdas Mast-Geflügel in ihrer Versorgung habe.

Die Copaunen ist eines von den theuresten undnützlichsten Einkommen/ so von der Hünerzucht zu hof-fen ; die Alten (wie Hnttotelc« bey v. ttcrcslzackiovermeldet) haben sie mit glühenden Eysen gebrannt.

Die Hahnlein/ die man c^Nr.ren will / müssen einenTag vorher» weder essen noch trincken / hernach / mußman sie mit Essen und Ttincken wohl versehen/ und z.Tage in der Hünerste'lge versperren / sodann mag manihnen den Kamm und Bart abschneiden / so beissen siedie Hahnen desto weniger. k>. I'V>lc»>v8l(^ c!c rc szra-riz p. z8i. schreibet/daß auch die Ganser also cskn-ret werden.

Unsere Weiber aber machen zu Ende des Bauchseinen gewissen Schnitt / dadurch sie mit den Fingern

die Gallen herausnehmen / die Wunden wieder hess-ten/ mirButter schmieren/ in eine Stiege thun/und empaar Tage nichts trincken lassen. Am besten kan einWeib in diesem sich selbst unterricht und geübt machen/wann sie (wie osst geschiehet) ohne diß junge Hänleinabtödtet/daß sie solche gleichsam per änztomiam, auf-schneidet/ den rechten Ort so wol des Schnittes / alswo die Gailen ligen/ beobachtet und mercket/ so kan sieohn alle Gefahr eine Meisterin werden.

Wann sie recht geschnitten sind / so wird der Kammbleich/und hören auf zu krähen/daraus auch der Be-trug/ da man osstHahnen mit abgeschnittenen Käm-men für Copaunen verkaufft / leichtlich erkennet wird;man muß sie weder gar zu jung / noch gar zu alt schnei-den / am besten ist/ wann sie halb gewachsen/ und nun-mehr zu krähen anheben; es muß seyn/ wann allerWinters-Frost fürüber ist/ so zu Ende des May undim Jumo am allerbequemlichsten / eher als die grosseHitz angehet. Wo man Weingebürge hat/ sagt O.ttcrc5backius, gibtman ihnen Wein-Trestern / oderaber Habern.

Hm cle Serrcs will/daß man auch die Hüner/damitsie ein zarter wohlgeschmackter Fleisch überkommen/c a^re/und ihnen ein gewisses Häutlein durch denSchnitt heraus nehme/ und legei. sie nichts desto weni-ger viel Eyer/ die man zum Essen/aber nicht zum unter-legen gebrauchen mag/weil sich derHahn ihrer nicht an-nimmt. Alle c-,lirirung muß/ im abnehmenden Mon-den/an einem Wind-stillen und hellen Tage geschehen.

erzehlet imgleichen/ daß man die Hennencsltriren/ und die klstriccm, vermittelst eines subtilenkrummen Messerleins/Heraus kriegen kan/soll eher undlieber zunehmen/als die Copaunen/und bezeugt /okan.Lru^erinus, daß es zu seiner Zeit in Franckreich schonüblich gewesen. Diß könnte man gleichfalls an denen/die man sonst zu Kuchen braucht/ erlernen.

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