Neundteö Buch / Mayerhof.
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man einem Hahn einen Spiegel vorweiset/wird er wi-der sich selbst kämpffen wollen.
Die Hüner können zwar nicht schwimmen / ich hababer gleichwol zu L. ?anraicon in Oesterreich gesehen/als ich ohngefehr am Wassergraben des Schlosses ge-standen/ daß ein halbgewachsenes Hünlein / aus dergrossen Taffelstuben / darein es etwa sich verschlichen/von innen durch dieMagde/ die es ausjagen wollen/durch das offene Fenster mitten in den Graben geflo-gen/und alsobald nach dem äussern Gestat fortgeru-dert/ und also heraus kommen; also halte ich dafür/wann sie gleich auf den Bauch in ein Wasser fallen/daß sie ausschwimmen / fallen sie aber auf die Sei-ten/fo müssen sie ersauffen/und können ihnen nichthelssen.
Ein lacherliche Geschickt erzehlt Hen FerdinandWilhelm GrafvonPurckstall/ fol.58. feines Lebens-Lausss/so in währenden seinen Kriegs-Diensten vorge-fallen/als das Ranffcische Regiment durch Wien mar-chirt/ und unfern davon ein Bauer kommen / und bey
den Officiren über einen Soldaten sich beklagt habe/daß er ihm durch eine wunderlicheZauberey nicht alleinalle Hüner im Haus / sondern auch auf den Bäumenbey dreyßig herunter / ohne Geschrey / fallen gemacht/und zu sich genommen; ergebetten/dieBezahlung dafürihm zu verschaffen: Als nun der Soldat die That lau,gende/zwar bekannte/er hätteHüner/aber um seinGeldgekaujst/ da ihn aber der Bauer überwiese / und darne-ben sagte / er wollte ihm alles schencken/ (weil er ohnediß kein Geld zu bezahlen hätte) allein er solle ihm dieseKunst lernen / so wolle er ihm alles nachlassen/ sagte erihm diese Kunst mit folgenden Worten: In der heu-tigen Nacht nahm ich eine Glutpfann voll glüenderKohlen / damit gieng ich heimlich unter das Dach/streuete Schwefel darauf/und machte just unter demOrt/ wo die Hüner fassen/ einen Rauch/ und unter die/so auf den Bäumen waren / habe ich die Glutpfannenan eine Stangen gebunden / und solche unterrauchet/dasind sie wie todt herab gefallen/fo csutioncm,
nicht aö imitstionem aufgezeichnet»
cz?. I.XXXVI.
Vom Haus-Hahnen.
U 25. oder za. Hünern soll man meistemheilszwey Hahnen halten; Andere wollen zu 10. oder12. Hüner allzeit einen Hahn / bey wvhlbestell-ten Wirthfchassten sollen allzeit wenigstens zweenHahnen gehalten werden/damit wann etwann der eineumkommt / oder verlohren wird / gleich ein anderer ander Stelle sey. Ein guter Hahn wird gleich an seinenfrischen hellen Augen / hohen flachgebogenen / mit lan-gen Federbüschen gezierten hin und her sich fchnell be-wegendem Halst/ rothen lebhafften Kamm/ schwacheroder rothgelber Farbe/mittelmäßigen mehr grossen alskleinen Leibe / gelben mit starckcn Klauen und Spor-nen gewassneten grossen Füssen / und muntern/stoltzen und prachtigen Gang erkennet; mehr / soll derHals von vielfarbigen gescheckten rothen/gelben/schwachen / und verguldeten Federn bekleidet/ derKopff groß / der Schnabel kurtz / dick und krummlicht/die Augen schwach und gläntzig / die Ohren breit undweiß / der Bart lang und abhangicht / die Flügel langund groß gefiderich/ der Sckweiff hoch / krumm ge-bogen/ mit Goldfarben / und oben mit schwachen/gläntzenden/hohen und langen Federn befetzt seyn. Ersoll eine helle/starcke Stimm/ein gutes Hertz/Freudig-,keitund strengen Angriffgegen seinenMitbuhler haben/ /der gerne bey seinen Hünern bleibe/und sie mit feinem >anlockenden Russ allzeit um sich behalte/und die Körn-'lein oder Würme / die er im Aufscharren findet/mit ih-nen theile.
Etliche/sonderlich was die grosse Welsche Artist/haben an statt des Kamms / einen Federbusch aufdemKopff/ da sie einem tollen kriegerischen klarn gleich se-hen/und nicht weniger gut sind zur Zucht/ sonderlichweil sie am Leib und an der Grösse die gemeinen Hah-nen weit übertreffen / und sonderlich die davon erzoge-nen Capaunen eine Schüssel weit besser und ergäbigerfüllen/als die gemeinen.
pimiu» nennet den Hahn nicht vergeblich Virilemnogurnum, einen Nacht-Wächter/weil er nicht allein
die schläfferigen Augen der Menschen ermundert und zurechter Zeit aufwecket/ fondern auch/ weil er die Nachtin gewisse Stunden und Zeiten eintheilet/ und des Ta-ges Anbruch mit dem frühesten verkündet/und melsten-theils seine Ordinari,Stunden hält/aussr wann et-wann ein anders Wetter vorhanden ist / dann kräheter auch zur Unzeit / und gibt solches als ein Prophetdem Haus-Valter zu erkennen / damit er sich zu Ver-änderung des Gewitters vorbereiten/und feine ange-stellte Feld-Arbeiten entweder befördern / fortsetzen/oder verziehen kan.
Wann er zu krähen ansänget/schlägt er vorher selbstseine Flügel zusammen/ vielleicht den Schlaff aus denAugen zu klopffen/ oder seine Wächter-Stimme destomehr zu schärffen.Wo vielHahnen beysammen sind/istallzeit ein Meister/ und die andern geben chm nach/undweichen seinem Zorn / daher besser / wann man etlicheJungen bey einem Alten hält / als wann man mehr Al-te zusammen bringt / dann wann ihrer keiner weichenwill / so hat es des Kampffens und Streitens kein En-de / daß sie auch offt einander zu schänden und gar todtbeissen. Und wie ^nZeiuz ?oiitinus schreibt in seinem
KutUco.
— — — — — Okvia rolln». ^kokra lerunt, crskrizquö acuunt zssultikus ira».Ixnclcunt ammis, 8c calcem calce rcpullant.Inleko, sclvcrsumczu^ aMiZunt pcÄore pcÄus.ViÄorovanscsntu palmsin tekatur,Kc KolliInlultslis viAo, paviclum perle cälcat iniquo,I>Ie l>Iet, l-itekrazque Petit. — — —
Die Alten haben gar Wettstreit und Kampffspielmit den Hahnen vorgestellt / und ihren Hahnen Knob-lauch und Pfefferkörnlein vor der Schlacht zu ver-schlucken gegeben/ in Meynung/ sie desto muthiger undunüberwindlicher zu machen.
l anzra schreibt iol 21?. daß ?rancelco Vulpzri,Pabst Qlexorii des» V. Kuchenmeister habe ein dlchetHüner in ein Zimmer gespe rret/un d an des gemeinen
Hahns