Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

Siebendes Buch / Ackerbau.

105

auferziehen/der drey seiner Brüder anStärcke/ Ge-sundheit/ Grösse des Leibes / so wohl als am Gemütheund Tapfferkeir weit übertroffen/ also / daß man sehrgrosse Hoffnung von ihm geschöpfft hätte / wann ernicht im Krieg von einer Kugel / durch unzeitiges Un-glück/wäre erschossen worden; und setzt darzu: Er hal-te mehrdarauf/als Mf die Milch/ damit-die Kinderentweder von der Amme / oder Mutter / erzogen wer-den/weil dardurch die ungesunde Eigenschafft/und übleänmurhungen den Kindern/ eingeflößt und emgewur-tzelt werden.

So ist auchdis gewiß / daß die Leute insgemein mden Vler'Landern fruchtbarer sind / als anderwärts/wie in denen Seestädten/Niederländischen und Nor-dischen Provintzen zu fthen. Ja gar die Köchinnen/und diejenigen Personen/ die das Geflügel / Hüner

undCopaunen zum Verkäs ^der in die Kuchen zumästen pflegen/ wissen/ daß/ wann sie ihrem MAGe-flügel dasGeäse m,r Bier anmischen/ »der ihnen Vierzu mucken geben / sie viel eher davon seist und gutwerden.

Item/den müden Menschennnd Pferden dieFüssemit ziemlich warmen Bier wohl gewaschen/ benimmtihnen die Müdigkeit.

Bierniit Angber getruncken/ist eine köstliche Artz-ney für einen bösen Magen / so in den Seestädten gargemein ist. Bier mit gepülverten Kimme! gelruncken/dient für die Blähungen undTolica. Hopffen im Biergekocht/ und warm jm Munde gehalten / vertreibt die

Zahnschmerzen. (^snabis folia in farinam vcrs-i,quoct csput tcriant, potum tuavitcr incbriantem es-ticrunl. <grc!an.Lublilitst, lib 8,5vl.

Cx?.I.XXXVII.

Voin weissen Bier.

As weisse Bier wird meistens aus Waitzen-Maltz gemacht/wie denn auch/nach Loicri undO. «cittl ici knsuüiiZeugniß/das gute Ham-burg,sche/ Engelländische/ Braunschweigische / Han-noverische/und dergleichen mehr/gute Bier daraus ge-macht werden. Es übertrifft an Starck und Nah-rung dasbrcmne/wcil der Waitz an ihmselbsten im er-sten Grad warmer Natur ist / und durch die Zuberei-tung noch wärmer wird/macht ein gutes Geblüt / näh-ret wol /machr die Haut/damit gewaschen/glatt/loivirtden Stein, und laxirt den Leib / sonderlich wann eswarm mit Butter oder Baumöl genossen wird; so ma-chet auch das weisse Bier denen Saugenden mehr Ge-spinn; aber/von wegen des Wachens Süssigkeit undmelbigen Att/verursachtesVerfiopffung derDärmenund der innerlichen Glieder / engbrüstig/ und einenschweren Athem/füllet auch / (sonderlich/ wo es über-mäßig getruncken wird) allzusehr/welches das brauneBier nicht so wohlthut.

So ist auch das weisse Bier den siarcken Leuten amnützlichsten / ingleichen denen / die von langwürigenKranckheiten sehr haben abgenommen/ wider auszu-helffen. Es giebt eine gesunde lebhaffte Färb/ reinigtNieren und Harngänge/ doch macht es auch/zu viel ge-truncken/ das Angesicht poppericht und Kupfferfarb/

und verursacht Hauptwehe. In rechter Mässigungund kloäe ration gebraucht/ mehrt es den MännlichenSaamen/und bekrafftigt die schwache Natur; DerSchaum von dem Vier/ vertreibt die Schuppen des

Angesichts.

Es pflegen etliche/ (wie l'sbcmzemontsnus schrei-1bet)die neu-gebohrnen Kindlein/mit Bier/ darinnenButter zerlassen ist / warm zu reiben und zu streichen/!bey einem Ofen oder Glut/dasstarcktihnen die Glie-der wohl/nehmen fein zu/und werden starck davon;so man auch (spricht er ferner) geflossene Farrenwur-tzel damit vermischet/ und den Kindern den gantzenRucken und die Lenden wohl damit salbet/ oder reibet/werden sie bald starck/ daß sie allein sitzen können / unb!gewinnen davon eine zarte glatte Haut. Die Beckergebrauchen die Bier-Hefen an statt des Saurteigs/unbereiten ihren Semmelteig davon/das macht ihn wohlaufgehen/und das Brod/so davon gebacken ist / wirdlück/ und schwammechtig. Sonst ist so wohl an demweissen/als auch an dem braunen Bier/an unterschie-denen Orten ein mercklicher Unterscheid / daß hier dasbraune/ dort aber das weisse stärck.er/krafftiger und ge-sünderist/ nachdem eines und das andere mit Maltz/Hopssen/und anderer Zugehör/ mehr oder weniger ver-sehen wird.

^xxxvm.

Vom Haus- oder Hafen-Bier.

,..EHrbenandter Christoph Koberer in seinemijkTractat vom Bierbräuen Cap. 2z. setzt also^ davon: Es wird sonst noch ein besonders/ garnutzliches Bier aus Waitz oderGersten/auch wohl aus? ihnen beeden miteinander/ an etlichen Orten in Land zu

- Bayern gesotten/wie folgt:

Nimm zu einer Lagel/oder einem Eymer/zwo oder! drey doppelte Gauffen Waitzes/und so viel Gersten/ill man lcker allein Waitz oder Gersten / soll man

ied^ ver od. sechs doppelte Gauffen nehmen/und ei-"n lassen / r - ' - ch x>je grösten Hülsen

mit reiben und waschen davon bringen / so viel möglich/in einen saubern Hafen thun/und in frischen Brunnen-Wasser also lang sieden lassen/ biß sich der Waitz unddieGersten aufthun/dieweil sich aber der Waitz langsa-mer als die Gersten ausrhut/ und seudt /soll man jedesbesonders sieden/hernach in den Hafen/ darinnen esgesotten ,st/stehen lassen/biß er oben,auf eine Haut ge-winnt/ und zum Theil säuerlicht wird/ nachdem manssüß oder säuerlicht haben will/darnach muß mans alsostehen lassen; alsdann muß man die obNeHaut hinwegthun/und den Wai tz oder Gersten wohl durche in ander '

*O rühren/