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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
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Siebendeö Buch/ Ackerbau.

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untergeackert / aber was im Pfirch wächset / maltzetübel / wie auch also gebaut Korn blaues Brodgibt.

Es wird aber der Acker im Frühling bemistet/undmuß solcher den vorigen Herbst umgestürtzet/ hernachvor derSaatzeit zweymal geackert/gefäet/eingeegt/undeben sswol/als der Haber/gewaltzet werden/ die klein-körnichte Gersten ist schon gut zum Saamsn.

Theils halten dafür / wann die Sommer, und na-ckende Gersten sechs Tage nach dem Neumonden ge,säet sey/werden sie fechs-zeilig; das beste ist/so dieserBau bey trockenem Wetter geschehen kan; wann siefeucht gesäet wird/ wachset gern Unkraut darunter/sonderlich wann die Felder niedrig liegen / dadurch dieGersten nicht allein sich nicht mehren kan/sondern aucham Wachsthum verhindert und gehemmet wird: dar,um es/ ehe die Gerste anfängt zu kielen / Aeissig auszu-jttten.

Die Gersten muß man gar bald ausdreschen las-sen/ damit sie nicht im Gestroh erwärme/ dann sonstpflegt sie roth zu werden / und ist wenig zum Brauen

dienlich.

Colerus meldet / er habe von einem guten Haus,wirth vernommen / man solle die Gersten abmähen/wann sie gelbreiffwird/und nunmehr völligen Kernhm/ so taugt sie wol zum Bier-Brauen? bestättigetauch/daß solches die Bier,Bräuer bezeugen.

Wanns grasicht ist/muß sie aufdem Feld bey schö-nem Wetter erwas länger liegen/ damit das Graß dör:werden möge/welches sonst/ wann mans grün in die

Scheuren bringt / leichtlich zu schimmeln anfangt ^da-von das Stroh dem Vieh hernach so schädlich fället/daß es auch einen Umfall verursachen kan; man mußsie/wann sie recht abgetrocknet hat/früh Morgens oderAbends einführen/so brichts nicht so bald ab; das Ger-stenstroh wird in der Scheuren obenher auf Stangengelegt/ weil es auf derErden bald anlau fft/ und gibt fürdie Pferde das beste Gehäcke.

Theils sind der Meynung / daß die blöd-aufgehen-de Gersten (wann nur das Wetter gut) offt besser ge-rathe/denn die / so Anfangs frech und reich aussiehet/weil man glaubt / sie müsse entweder zuerst oder zulchretwas ausstehen: man kan die Saam-Gersten eben sowol/ als Korn und Waitzen/in einem Zubervoll Was-sers probieren/und das Unrüchtige/so dben-aufschwim-met/abschöpffen/dasselbe für dasGeflügel undSchwei-ne gebrauchen/weil nur dieses allein aufgehet/ was zuBoden sinckt; siegehet auch desto eher und reichlicherauf. Wiewol die Winter - Gersten völliger undgrosser ist/ hat sie doch stärckere/die Sommer-Gerstenaber subtilere Hülsen / daher diese für Mehl-reicher/und zum Bier-Bräuen bequemlicher von allen gehal,ten wird.

Colerus berichtet/daß man die Werren/die gemeim'glich in der Gersten grossen Schaden thun / kan ver-treiben / wann man erlene oder eychene Zweige in denAcker steckt/so sollen sie fliehen; oder wann man Was-ser/so aus ungelöschten Kalch gegossen worden/nimmt/und den Mist/ der aufdas Gersten-Land geführt wird/damit begeusst/so lassen sie sie wol zu frieden.

II. Theil.

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