Siebendes Buch/ Ackerbau.
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Wasser/lasst also zween Tage stehen/ darnach nimmtman den Mist heraus/ der seine beste Krasst und Fet-tigkeit darinnen gelassen / solche den eingeweichtenSaamen mitzutheilen; der herausgenommene Saa-men aber muß an einem schattichten Ort getrocknet /und so bald er ein wenig trocken ist / (ehe als gar ein-dorret/ und die eingesogene Tugend wieder ausdün-stet) gesäet werden; diese Krafft aber erstreckt sich län-ger nicht/ als aus einJahr/so muß dieses wieder gethanwerden/multiplicirtoderverintressirtofft i8- oder20.für eines / welches ein grosser/doch unsündlicher/ Wu-cher ist.
Die frühe oder spate Besaeung/ muß nach derJahrs-Witterung eingerichtet seyn; die LiefländischenBauren / wie 8-zi. (Zubcrtus in seiner LiefiändischenÖkonomie schreibt / besehen im Vor - Jahr die Roß-kaffer/ die sie s-uäsizomoie nennen; wann dieselbe vielEyer im Vortertheil unter demBauch haben/so haltensie es mit der Frühsaat/wo aber die meisten Eyer in der! Mitten/ das deutet auf dieMittelsaat/und wann sie imHintertheil seynd/ auf die Spate:Solches/sagt er wei-ser/ fehlet auch wol/ aber selten. Darum mir dem lie-ben Gebet die Saat auszuwerffen/ und GOtt demHErm zu befehlen/daß Er sie seeZnen wolle.
Die kalten und geringen feuchten Felder müssenmehr reichlicher und früher besäet seyn/ weil sie viel auszu stehen; die fetten/starcken/warmen undwolgedung-ten aber dünner und später/damit der Saher zufttzen/und sich nicht überwachsen möge. Keiner Saat istnützlich/ wann gleich starcke Platzregen darausfallen/ehe sie Herfür keimt/ denn der Regen schlägt und waschtdie Saat aus/daß sie bloß auf den Acker liegt/und nichteinwurtzeln kan/sondern vom Gcflügel gefressen wird/ >wird auch der Boden davon zäh und fest. Darum ambesten/ wanns gleich nach der Saat geschiehet/daß man! das Feld alsobald mit einer Egen bey Sonnenschein! überziehe/ dann die Sonne/ die auf den Platzregen zuscheinen pflegt/ macht/ daß der Acker gleichsam ein zähe! Haut überkommet/die man mit der Egen wieder öffnenund lüssten kan / muß aber seyn/ ehe !)er Saamen zukeinem anfange.
Wann das aufgeackerte Baufeld starck beregnetworden/ daß es oben eine Haut bekommet / soll mansolches// ehe mans besäet / ein wenig nach der Queraus-egen lassen/sonst fällt der Saame zusamm/ undspringt in die Furchen/geht auch ungleich auf.
Die Winter-Saat muß nicht zu dünne/ die Som-mer-Saat aber nicht zu dick gesäet/und also die Handnicht voll mit Saamen genommen werden; im Säenmuß die auswerffende Hand mir dem fortschreitendenFuß gleiche Zeit halten/ und nicht einmahl viel/ dasandermahl wenig nehmen / sondern fein gleich aus-streuen.
An theils Orten wird 14. Tag vor Michaelis/und14. Tag hernach/für die beste Eaam - Zeit gehalten/doch ist allzeit rathsamer früher als später/weil jenes sel-ten miß - diß aber selten gerathet.
tl.TyeU.
Wo sandichte Aecker sind / wird von theils dasKorn anfanglich gesäet/ hernach erst eingeackert undgeegt. Unter den Saamen sind etliche warin und rro-cken/nachHerm col-n Meynung/als Rocken/Haber/Wicken/ Hanff/ Rettich/ Saffran/ Hopffen/ Wach-holderbeer/ Knoblochsaamen/ Meerrettich/ Kapussaa-men/Linsen/und weisserSenff: Etliche sind warm undfeucht/ als Waitzen/Dünckel/Rüksaamen/Heidekorn/gelbe Möhren/Steckrüben und Zwiebel: Etliche sindkaltund rrocken/als Gersten/Hirs/Erbsen/schwartzerMahn: Etliche sind kalt und feucht/als weisser Mahn/Bohnen.
Daher ein Ackermann / der seinen Feldern wol undgebührlich warten will aufviererley zu seben hat; Erst-lich/ aufdie Art und Eigenschasst seiner Felder/und wieer möge dieselben gebührlich mit Ackern und Bauenpflegen und warten. Zum andern/ aufdie Eigenschafftund Natur des Saamens / daß er ihm ein tauglichesFeld/ und einem jeden Acker seinen tauglichen Saamengebe. Drittens/ aufdie Jahrszeilen/welche theils kühlund feucht/warm und feucht/ warm und trocken/ warmund kühl/ temperirt oder unstet sind. Vierdtens/ aufdas monatliche und tägliche Gewitter/ welches derMond fürnemblich mit seinem Lauff durch die zwölffhimmlischeZeichen regiert/und als der nächste demErd-boden grosse Wnckungen einflösset. Doch soll ein wei-ser HauSvatter sich nicht zu viel daraufverlassen. Istauch des piinii Raht noch wol in acht zu nehmen / derüb. i8.cup.24. also vom Säen seine Meynung gibt:
Hrtis cujuläam eK, Tczualiccr lparZere, manuz uli-quc conzrucre clcbet cum graäu, scmpcrczus cumäcxtro pccle.
Wer ftembdes Getraydig / es sey von was Art eswolle/zum Saamen kauften muß/ soll nichts aussäen/er habe denn vorher etliche Körnlein/ob sie wol auskei-men/probiret; bleibt nichts aus/ist es desto tauglicher/bleibt viel aus/ oder gehtgar nicht auf/ kan mans in dieMühle geben. Zu Beförderung seinerVorsorge/kan erdaSKorn etwas weichen lassen/so kommt er desto schnel-ler zur verlangten Wissenschafft. ?. ^ilcowsk/ clere gzrar, f. lAZ-schreibet: Lemma kunl smplinrs perlupi pellcm, mulliz torsminibus pcrtullam cribrala,ut quiciam sjunt.
Alles Gesäine/ es sey Hanff/ Lein/ oder Ruben-Saamen/wann man eö inFässern oder grossenTöpssenaufhebt / wird erstockt/ übereinander erhitzt/ und sowol zum Saamen/ als zu andern Dingen untüchtig;wann man den Lein säen will/ soll es nach einem Regengeschehen/wann es sich wieder zu hellenWetter anlasst;er soll auch nicht zwey oder drey Jahr nacheinander aneinemOrt gesäet werden/sondern man soll/wo möglich/alle Jahr damit fortrucken; in neuen Aecker n/wo zu-vor kein Flachs gestanden/wann sie nur recht gepflücktund gedüngt werden/gerathet er am besten; denLein/wann man ihn aufs Feld tragt/soll man in einen reinenSack thun/ soll auch aus einem reinenTuch gesäet wer-den/ aus Meelsäcken bekommt er viel Unkraut / Filtzund Flachsseiden; in derDürre soll man den Flachs niejetten/ es geschiehet ihm sonst grosserSchade. Für demBrand desWaitzen/ sagt kir.äe^onconnx»,werdeer in Engelland keinesmals wieder dahin gesäet / wo ergewachsen ist/ sondern man kaufst ällweg eines/ das