Druckschrift 
Eigner Herd : guter Rath für junge Hausfrauen und solche, die es werden wollen ; Leben und Haushalt im Volke
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

samen, gottessürchtigen Mann hast, so wird er doch,gerade wie du auch, seine Fehler haben und an dir istes dannEr soll dein Herr sein" diesenFehlern vorzubeugen oder sie nachsichtig, nachgiebig,geduldig und wo möglich freundlich zu ertragen, wo-durch und durch ein gntes Wort zur Zeit, der Mannnoch ain ersten in sich geht. Ganz besonders aberwahre deine Zunge und hüte dich vor allen Vorwürfenund Vorstellungen zur Unzeit, z. B. wenn der Mannohnehin verdrießlich ist, oder, etwas angeheitert, zu spätnach Hause kommt und dergleichen mehr, sondern fallses wirklich Erhebliches ist, so benutze eine ruhige Stunde,um ihm freundliche Vorstellungen zu machen und be-mühe dich andererseits, ihm in getreuer Pflichterfüllung,mit gutem Beispiel voran zu gehen und ihm sein Heimso angenehm zu machen, dasz er immer gern darin ver-weilt, denn nnr zn oft wird durch eine unordentliche,ungeschickte, träge, zänkische Hanssran der Mann in'sWirthshaus getrieben, obgleich allerdings auch Viele desTreibens leider nicht bedürfen.

Dann sei stets aufrichtig und vertrauend gegendeinen Mann, denn wer ist dir jetzt näher und aufwen mußt du, nächst Gott, dich stützen in Freud' undLeid? Hüte dich also auch vor der kleinsten Ver-heimlichung, selbst in guter Absicht, um etwa dem MauueAerger zu ersparen. Ein Aerger schadet nicht so vielund ist im Leben überhaupt nicht zu vermeiden, undwenn du selbst etwas verfehlt hast, vielleicht einen werthenGegenstand zerbrochen, das Haushaltungsgeld zu frühverbraucht, oder dergleichen, wie es denn im häuslichenLeben vorkommt, so lasse dir lieber den schärfsten Vor-wnrs gefallen, als daß du dir durch Ausflüchte, zu deutschLügen," zu helfen suchst und verdiene das schöne