Druckschrift 
Die biblische Geschichte in Verbindung mit der biblischen Geographie und Chronologie : ein Lehr- und Lesebuch für Bibelfreunde ; zugleich ein Leitfaden für Lehrer beim Unterrichte in der biblischen Geschichte
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

Dieses Erlösungswerk nahm gleich nach dem Sündenfalle seinen Anfang,traten aus dem glücklichen Zustande der Unschuld herausund die Erlösung des Menschengeschlechts war von nun an die Haupt-wurden aus dem Paradiese vertrieben und mußten schweraufgabe und das Endziel aller kommenden Zeiten, bis zu dem Augen-die Folgen ihrer Sünde büßen. Gott aber, der nicht willblicke, wo es heißt:Und als die Zeit erfüllet ward, sandteden Tod des Sünders, machte ihnen Hoffnung, daß EinerGott seinen Sohn.Nach dem Plane Gottes sollte sich im Menschengeschlechte selbstihrer Nachkommen Sünde und Tod überwinden und somitunter seiner väterlichen Leitung, eine Heilsanstalt bilden, in welcher erein Erretter werde von den schweren Strafen, zeitlichen unddie Menschen zu sich ziehen wollte; allein sie waren dessen nicht werth.ewigen, die durch die Sünde der ersten Menschen nicht nurGott ließ daher die Undankbaren und Boshaften ihren Untergang findenüber diese, sondern auch über das ganze Menschengeschlechtin der Sündfluth; nur der fromme Noah wurde gerettet. Er wirdverhängt worden waren. Und hier haben wir die ersteder Vater eines neuen Geschlechts; mit diesem erneuert Gott seinenVerheißung, die auf Christum hinweiset (Protevangelium)Bund, und es beginnt nun eine neue Entwickelungsbahn im Reiche1Gottes. Aber auch Noah muß sehen, wie sein Geschlecht von Got-nämlich:abfällt, und Abgötterei an die Stelle des wahren Jehovahdienstes tritt.Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und demDa erwählt Gott einen einzelnen Mann, Abraham, wogegen bis-Weibe, und zwischen deinem Samen und ihrem Samen.her der ganzen Menschheit die Ausbildung des Reiches Gottes an-Derselbe soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihnvertraut gewesen war, entreißt ihn der Verbindung mit Abgöttern, machtin die Ferse stechen, I. Mos. 3, 15. Vergl. Röm. 5ihn zum Stammvater eines großen Volks, offenbaret sich diesem auf-12. 18. 19. und I. Cor. 15, 22.Neue und will nun in demselben und durch dasselbe nach und nach dasausführen, was er nach ewigem Rathschlusse zum Heil der MenschheiAnmerkung. Nach dem in diesen Worten der h. Schrift aus-auszuführen beschlossen hat. Abraham, Isaak und Jakob erhielten gleichegesprochenen Rathschlusse Gottes will er also nicht, daß die Sünde ewigVerheißungen; von Ersterem sagt Christus selbst, Joh. 8, 56: Abrahamtriumphiren und der gefallene Mensch für alle Zeiten unter ihrer Lasteuer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahefeufzen soll; er will vielmehr ihn davon befreien, ihm einen Erlöserihn und freute sich; und Letzterer schon bezeichnet, einen hoffnungsvollensenden. Diese Verheißung, den ersten Eltern gegeben, ist erfüllt in derBlick in die Zukunft werfend, auf seinem Sterbebette seinen Sohn JudeMenschwerdung des Sohnes Gottes. Damit ist jedoch nicht gesagt, daßals den Stammvater des Helden, welchem die Völker anhangen werden,die Sünde mit ihren Folgen: der geistliche, leibliche und ewigI. Mos. 49, 10. Von nun an wiederholen sich diese VerheißungenTod, welcher ist der Sünde Sold, seit Christi Erscheinen auf Erdendurch eine Reihe von Jahrhunderten hindurch, gleich den Gliedern einerverschwunden sei; denn vor wie nach ist das Tichten und Trachten desununterbrochenen Kette, deren Endglied Christus, der verheißene Mes.menschlichen Herzens böse von Jugend auf, und, was vom Fleisch ge-sias ist. Moses verkündigte ihn als den Propheten, welchen Gottboren ist, das ist Fleisch; daher, und weil sie Alle gesündiget haben, istnach ihm aus seinen Brüdern erwecken werde, daß sie ihn hörten, V. Mos.der durch die Sünde in die Welt gekommene Tod zu allen Menschen18, 15. In Melchisedech, dem Priester Gottes des Höchsten, sehenhindurchgedrungen. Es soll vielmehr durch die oben angeführten Wortewir Christi Vorbild als Hoherpriester; von ihm heißt es Psalmauf jene große geheimnißvolle Veranstaltung Gottes hingewiesen werden110, 4: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melwelche er nach seiner großen Gnade und Barmherzigkeit von Ewigkeitchisedechs, wogegen vom Könige David selbst, auf das ewigeher beschlossen hat, nämlich die Erlösung des gefallenen Men-Königthum des Messias hingewiesen wird in Psalm 110, 13,schen durch seinen eingebornen Sohn. Diese Erlösung wirder Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meinerdemjenigen aus Gnade verliehen; mit andern Worten: die StrafenRechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deinerwelche Gott an die Uebertretung seines Gesetzes geknüpft hat, werdenFüße 2c. Späterhin nun weissagten die Propheten immer deutlicher,denjenigen nicht treffen, der in Christo Jesu den Erretter und Seligimmer bestimmter, immer genauer von der zukünftigen Gnade, die inmacher und in seinem Leiden und Sterben das ewig gültige SühnopferChristo Jesu erscheinen werde, von seinem Leiden und von seiner nach-für die Sünden der Menschheit im Glauben erkennt.herigen Herrlichkeit (Jes. 9, 2. 6. 7. Cap. 11, 1. 2. Cap. 40, 3Das göttliche Ebenbild, nach welchem der Mensch geschaffen war,Cap. 52, 53. Cap. 60, 1 3. Micha 5, 1. Sarch. 9, 9.), bis es end-(I. Mos. 1, 27.) erlitt durch den Sündenfall einen harten Stoß.lich Johannes dem Täufer, einem zweiten Elias, vergönnt war, ihnZwar verließ es den Menschen nicht ganz, und hat ihn bis auf derseinen Zeitgenossen zu zeigen mit den Worten:Siehe, das istheutigen Tag nicht ganz verlassen (Röm. 2, 14. 15). Davon zeugtGottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Joh. 1, 29.das warnende und strafende Gewissen bei Vollbringung einer bösen Thatsowie die mehr oder weniger starke Sehnsucht nach Gemeinschaft mitAdams und Evas erster Sohn hieß Cain (d. i. WaffeGott, die auch den tiefgefallenen Sünder nie ganz verläßt; allein daoder Gewinn), der andere Abel (d. i. Hauch). Cain triebgöttliche Ebenbild wurde durch die Sünde getrübt, geschwächt und tratin den Hintergrund, so daß dem Menschen, dessen ganzes Wesen vorAckerbau und Abel Viehzucht. Beide brachten Gott ein Opferder Sünde durchdrungen worden war, die eigene Kraft und Weisheitdar; dieser von den Erstlingen seiner Heerde, und jener vonmangelte, sich selbst zu helfen und das wieder zu erringen, was er durchden Früchten des Feldes. Weil der fromme Abel und dessendie Sünde verloren hatte.Opfer Gott besser gefiel, als Cain und dessen Opfer, so wurdeAus dem so eben Gesagten folgt nun, daß der Mensch erlösungs-dieser neidisch, und aus Neid erschlug er seinen Bruder. Erfähig und erlösungsbedürftig sei; das Erstere, weil trotz derwohnte darauf im Lande Nod.Sündhaftigkeit nicht alles Göttliche aus ihm verschwunden und alsonoch Etwas in ihm ist, was den Ruf Gottes zu seiner Seligkeit ver-Im Opfern bestand der Gottesdienst der damaligen Zeitstehen und annehmen kann; das Zweite aber, weil er bekennen muß,Opfern heißt darbringen, geben, und hat, wenn es rechterdaß in ihm die Sünde wohnt, und er sich dem Elende, das dieselbeüber ihn bringt, ohne Hülfe einer höhern Kraft nicht entwinden kann. Art ist, seinen Grund in dem Bewußtsein der menschlichen