Das Arbeitszimmer des Hausherrn. Ig
immer in das Kinderzimmer verbannt sind. In meinemelterlichen Hause gab es gar kein Kinderzimmer undwir sind als Kinder nie, weder aus Wohnzimmer nochSchlafzimmer der Eltern entfernt worden, bis eine Leh-rerin nötig wurde, ich sage absichtlich nicht Erzieherin,denn die Erziehung hatte meine Mutter sich vorbehaltenund würde nie einer fremden Person irgend eine Machtüber ihre Töchter gewährt haben, wodurch selbstredendauch die jetzt so beliebten und fast für unentbehrlich ge-haltenen Pensionen niemals in Frage kommen konnten.
Ans Arbeitszimmer des KausHervn.
Mit diesem ist es eigentlich eine schlimme Sache,denn das Reinigen und Ordnen darin erscheint denMännern meistens als äußerst fatal und man kann esihnen auch wirklich kaum verdenken, wenn es nicht mitäußerster Sorgfalt und Schonung der Papiere u. f. w.und ihrer Ordnung oder „Unordnung" geschieht unddoch muß es geschehen, weil fast nichts der Gesundheitmehr schadet, besonders bei sitzender Lebensweise, alsStaub und schlechte Lust und deshalb muß die Haus-srau alle Aufmerksamkeit aus diese Arbeit verwendenund sie nur in ihrer Gegenwart und, beim Abstäubender Papiere und Bücher, selbst Hand anlegend, die Rei-nigung des Heiligtums vollziehen lassen, wo es dannhernach dem Herrn Gemahl selbst ganz behaglich seinwird. Ein paar Blattpflanzen, Calla, Philodendron,äi-pidisli'-t (äußerst genügsam), verbessern dieLuft auch sehr. Der Fußboden muß durchaus ange-strichen oder geölt sein, damit er nur feucht ausgenom-men zu werden brauche und das, den Männern so be-sonders verhaßte Scheuern ganz vermieden werde. ImSommer soll für Kühle, im Winter für angenehme,gleichmäßige Wärme gesorgt werden; nicht viele Teppiche.
Als Wahrzeichen hausfraulicher Rechte,