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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Mittagessen.

von Borose, dass, da die Zahl der Speisen einmal durch denGebrauch festgestellt ist, ein gutes Essen nicht viel theurerist als ein schlechtes, dass es keine 500 Franken mehr ko-stet, um stets nur guten Wein zu trinken, und dass Allesvon dem Willen des Herrn, von der Ordnung in seinemHause, und von der Eichtung abhängt, die er denjenigengibt, die er für ihre Dienste bezahlt.

Von diesen Grundlagen aus gewannen die Diners beiBorose ein classisches und feierliches Ansehen, der Ruffeierte ihre Genüsse, man rühmte sich, eingeladen zu werden,und manche priesen ihre Beize, die nie dort gewesen waren.

Er lud niemals jene sogenannten Gastronomen ein, dienur Vielfrasse sind, deren Bauch ein Abgrund ist, und dieüberall von Allem und Alles essen. Er fand unter seinenFreunden nach Wunsch liebenswürdige Gäste ans den drei er-sten Classen, die mit wahrhaft philosophischer Aufmerksamkeitkosteten, diesem Studium alle Zeit widmeten, welche es ver-langt, und die niemals vergassen, dass es einen Augenblickgibt, wo die Vernunft zu dem Appetit sagt: bis hierherund nicht weiter!

Es begegnete häufig, dass Esswaarenhändler ihm aus-gezeichnete Stücke brachten, und sie ihm lieber zu einemmassigen Preise verkauften, weil sie die Gewissheit hatten,dass diese Speisen mit Buhe und Bedachtsamkeit verzehrtwürden, dass man in der Gesellschaft davon reden und derBuf ihres Magazins ausserordentlich zunehmen würde.

Die Zahl der Gäste des Herrn von Borose überschrittselten neun, und die Speisen waren nicht sehr zahlreich,aber die Beharrlichkeit des Herrn und sein ausgezeichneterGeschmack Hessen nie vollkommen erscheinen. Die Tafelgab zu allen Zeiten, was die Jahreszeit Bestes liefern konnte,sei es an Seltenheiten, sei es an Erstlingsfrüchten, und dioBedienung war so sorgfältig, dass sie sichts zu wünschenübrig Hess.

Die Unterhaltung während des Essens war stets allge-mein, fröhlich und häufig belehrend. Diese letztere Eigen-