Louisens.
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Mühe gegeben habe, mager zu werden und zu diesemZwecke seit einem Monate jeden Morgen ein Glas Essig ge-trunken habe; sie fügte hinzu, dass sie bis jetzt noch Nie-manden das Geheimniss anvertraut habe.
Ich schauderte bei diesem Geständnisse; — ich sahdie ganze Grösse der Gefahr ein und erzählte es den an-deren Morgen Louisen's Mutter, die nicht weniger bestürztwar, als ich, denn sie liebte ihre Tochter zärtlich. Manverlor keine Zeit, man hielt Rath, berieth Aerzte und ver-schrieb Arzneien. Unnöthige Mühe, die Quellen des Lebenswaren unheilbar angegriffen und in demselben Augenblicke,wo man die Gefahr erst ahnte, war schon keine Rettungmehr möglich.
So verfiel die liebenswürdige Louise, weil sie einfältigeRathschläge befolgt hatte, in den schrecklichsten Zustandäusserster Schwindsucht, und entschlief für immer in einemAlter von kaum achtzehn Jahren.
Sie erlosch, indem sie schmerzliche Blicke auf eine Zu-kunft warf, die ihr nicht beschieden sein sollte und der Ge-danke, dass sie, obgleich ohne ihren Willen, sich selbst denTod gegeben habe, machte ihr Ende noch schmerzlicher undbeschleunigte es.
Sie war die erste Person, die ich sterben sah; — sieverschied in meinen Armen im Augenblicke, wo ich sieihrem Wunsche gemäss aufrichtete, um ihr das Tages-licht zu zeigen. Etwa acht Stunden nach ihrem Tode batmich ihre trostlose Mutter sie bei einem letzten Besuchezu begleiten, wo sie den Leichnam ihrer Tochter sehenwollte. Wir bemerkten mit Erstaunen, dass ihr Gesichteinen strahlenden und entzückten Ausdruck angenommenhabe, den es früher nicht hatte; ich wunderte mich darüber,der Mutter gab es einigen Trost, aber der Fall selbst istnicht selten. Lavater erwähnt ihn in seiner Physiognomik.
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