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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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172
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172 Verdauung.

Der Pförtner ist eine Art von fleischigem Trichter, wel-cher den Magen mit dem Darm verbindet; er ist so gebaut,dass die Nahrungsmittel nur schwierig zurück können. Dieseswichtige Eingeweide verstopft sich zuweilen und dann stirbtman nach langen und schrecklichen Leiden Hungers.

Der Darmtheil, der die Nahrungsmittel nach dem Pfört-ner aufnimmt; ist der Zwölffingerdarm; er wurde so genannt,weil er zwölf Finger lang ist.

Der Speisebrei, der in den Zwölffingerdarm gelangt, er-hält dort eine neue Bearbeitung durch die Beimischung derGalle und des Bauchspeichols; er verliert seine graue Farbeund saure Beschaffenheit, die er im Magen hatte, wird gelbund erhält den Kothgeruch, der stets zunimmt, je mehr erdem Mastdarm sich nähert. Die verschiedenen Stoffe, diesich in diesem Gemengsei befinden, wirken auf einander ein;— der Milchsaft wird erzeugt und Gase entwickeln sich.

Die organische Bewegung, welche den Speisebrei aus demMagen treibt, daueit fort und bringt ihn in den Dünndarm;dort wird noch Milchsaft bereitet, der von den dazu be-

einem Glase, das in der Wärme des inneren Körpers gehalten wird,ebenso schnull und leicht, als im Magen selbst.

Der saure Magensaft, der von eigenen Drüsen, den sogenanntenLabdrüsen, periodisch abgesondert wird (aus-er der Absonderungs-zeit wird nur neutraler oder alkalischer Sehleim von den veisehkdeagebauten Schleimdrüsen abgesondert), verdankt seine verdauende,Milch zum Gerinnen bringende Eigenschaft einem besonderen Stoffe,dem Pepsin oder Verdauungsstoff, einer Art organischen Fermentes,das aber nur wirkt, wenn zugleich freie Säure zugegen ist.

Die Magenverdauung dauert im Durchschnitt 3 bis 5 Stunden.

Im Magen werden aufgelöst, von den feinen Blutadern aufge-saugt und in aufgelöstem Zustande in den Blutkreislauf überge-führt: alle Eiweisskörper, Fleisch und ähnliche Stoffe, die in Wasserund schwachen Säuren löslichen Stoffe, wie Zucker, Gummi undviele Salze; ferner wird die Umwandlung des Stärkemehls in Zu ker,die schon im Munde durch den Speichel beginnt, fortgesetzt; dagegengehen Fette und fettähnliche Stoffe unverändert durch den Magen«nd werden erst im Dünndarm aufgesaugt, so wie auch hier dieUmwandlung der Stärke in Zucker erst in ihrer ganzen Machtauftritt. C. V.