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Rüge.
Der Doctor Corvisart, der sehr Hebenswürdig sein konnte,wenn er wollte, trank nur geeisten Champagner. Deshalbwar er auch beim Anfange des Mahles, wo die Anderen mitEssen beschäftigt waren, sehr aufgelegt, gesprächig undlustig. Beim Dessert dagegen, wenn die Unterhaltung leb-haft wurde, war er im Gegentheile ernsthaft, schweigsamund zuweilen selbst mürrisch.
Aus dieser und vielen anderen ähnlichen Beobachtungenhabe ich folgenden Satz abgeleitet: Der Champagner ist inseiner ersten Wirkung aufheiternd (ab initio), in der Nach-wirkung dagegen verdummend (in recessu), was übrigensder bekannten Wirkung des kohlensauren Gases zugeschriebenwerden muss.
Rüge.
I
65. Da ich einmal bei den Doctoren halte, so will ichnicht sterben, ohne die ausserordentliche Strenge zu rügen,womit sie oft ihre Kranken behandeln.
Sobald man zum Unglücke in ihre Hände fällt, mussman einer Litanei von Verboten gehorchen und den ange-nehmsten Gewohnheiten entsagen.
Ich lehne mich gegen die meisten dieser Verbote auf —sie sind unnütz.
Unnütz, weil die Kranken fast niemals zu dem Lusthaben, was ihnen schädlich ist.
Der vernünftige Arzt soll niemals unsere natürlichenNeigungen ausser Augen lassen oder vergessen, dass dieschmerzlichen Empfindungen dem Leben nachtheilig, dieangenehmen dagegen der Gesundheit zuträglich sind. EtwasWein, ein Löffelchen Kaffee, einige Tropfen Liqueur habenschon auf manchem hippokratischen Gesicht ein Lächelnhervorgezaubert.
Ueberdem sollten diese strengen Befehlshaber wissen, dassihre Vorschriften meist ohne Wirkung bleiben; der Krankesucht sich ihnen zu entziehen; die, welche ihn umgeben,